Neuer Mac Mini im Test: Flotter denn je, aber spartanischer Lieferumfang

Besser denn je? Naja, zumindest deutlich schneller als jemals zuvor ist der neue Mac Mini mit OS X Lion schon mal. Für Power sorgen Intels neuester Doppelkern-CPU und AMDs Radeon HD 6330M. Allerdings gibt es nun kein optisches Laufwerk mehr – und damit ist das Gerät fürs Wohnzimmer schon fast nicht mehr nützlich. Wir haben den neuen Mini-Apple getestet.

Wenn Apple eine Technologie für überholt oder überflüssig hält, wird sie einfach weggelassen: Flash auf dem iPhone ist ein Beispiel dafür. Auf der roten Liste stehen seit einiger Zeit aber auch optische Laufwerke. Blu-ray wurde gar nicht erst eingeführt. Und die Tatsache, dass Mac OS X Lion nur als Download erhältlich ist, zeigt, was der Konzern von den Silberscheiben hält. Konsequenterweise hat der neue Mac Mini daher auch keinen DVD-Brenner mehr. Und auch kein DVD-Laufwerk, schlicht: Nichts. Bei zahlreichen Kunden dürfte das nicht gut ankommen, vor allem, wenn sie den Rechner im Wohnzimmer einsetzen möchten. Diese Entscheidung macht den Mac Mini noch mehr zu einem Nischenprodukt als bisher.

Die kompakte Bauform in Verbindung mit dem schicken Design ist aber nach wie vor konkurrenzlos – auch wenn klassische Windows-Rechner in diesem Preissegment mehr Leistung bieten. Wir haben das 799 Euro teure Topmodell mit 2,5-GHz-CPU, AMD-Grafik und 4 GByte RAM getestet. Die Einstiegsvariante mit 2,3 GHz schnellem Core i5 verfügt lediglich über die in der CPU integrierte Intel-Grafik und bietet auch nur 2 GByte Speicher. Sie ist bereits für 599 Euro erhältlich.

Die einzige größere Änderung der Optik findet sich auf der Frontseite des Aluminiumgehäuses. Durch den Wegfall des optischen Laufwerks ist auch der Schlitz überflüssig geworden. Ob mit oder ohne Laufwerk: Der Mac Mini ist zweifelsohne einer der am besten aussehenden Rechner auf dem Markt. Wie beim Vorgängermodell gibt es an der Unterseite eine runde Kunststoffplatte. Sie lässt sich entfernen und ermöglicht ein Speicherupgrade.

Zwar kann man auch mit dem Vorgängermodell mangels Unterstützung durch Apple keine Blu-rays abspielen, aber zumindest die Wiedergabe von DVDs ist möglich. Aufgrund des HDMI-Ausgangs lässt sich das Geräte problemlos an einen TV anschließen, der Content sollte aber künftig aus dem heimischen Netzwerk oder aus dem Internet kommen. Denn ein externes Laufwerk wäre der schicken Optik nicht gerade zuträglich.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die neue Mac-OS-X-Version Lion nicht mehr über die fernbedienbare Oberfläche Frontrow verfügt. Diese lässt sich zwar nachinstallieren, offiziell unterstützt wird die Lösung aber nicht. Insofern scheint Apple dem Konzept eines Wohnzimmer-Rechners abgeschworen zu haben. Dafür gibt es schließlich Apple TV, das zu einem Preis von 99 Euro auch noch deutlich weniger kostet. Bei klassischen Office- und Unterhaltungs-Anwendungen stört das fehlende optische Laufwerk deutlich weniger, da in der Tat der Großteil der Software und Inhalte aus dem Internet kommt.

Komponenten

Die größte technische Neuerung des Mac Mini ist die Umstellung von den veralteten Core-2-Prozessoren auf die aktuelle Generation namens Sandy Bridge. Die Chips leisten dank Verbesserungen bei der Architektur und Hyperthreading deutlich mehr. Im getesteten Modell kommt eine Variante mit 2,5 GHz und 3 MByte L2-Cache zum Einsatz. Nach MacBook Pro, MacBook Air und iMac ist der Mac Mini die dritte Rechnerfamilie mit der Highspeed-Schnittstelle Thunderbolt. Bislang ist die Auswahl der Peripheriegeräte sehr eingeschränkt: Neben dem erst diese Woche vorgestellten 27-Zoll-Display von Apple gibt es nur ein Storage-System von Promise.

Der Vorteil von Thunderbolt ist, dass über den Hochleistungsbus eine Reihe unterschiedlicher Protokolle übertragen werden kann. So kommt über das Thunderbolt-Kabel beispielsweise auch Ethernet und USB auf ein Macbook Air. Beide Schnittstellen sind im neuen Apple-Display integriert, womit es zu einer Art Docking Station wird. Da der Mac Mini aber selbst über zahlreiche Schnittstellen verfügt, halten sich die Vorteile derzeit in Grenzen. Das könnte sich in Zukunft ändern, wenn mehr Thunderbolt-Equipment auf dem Markt ist.

Die 799-Euro-Version der Mac Mini hat 4 GByte DDR3-RAM (1066 MHz) sowie eine 500-GByte-Festplatte mit 5400 Umdrehungen an Bord. Für die Grafik sorgt eine diskrete AMD Radeon 6630M mit 256 MByte GDDR5-Speicher. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass ein PC in dieser Preisklasse mit schnelleren Komponenten ausgerüstet ist. Beim Mac Mini bezahlt man eben für die kompakte Bauform, die alleine aus thermischen Gründen keine Hochleistungs-Chips zulässt.

Erfreulicherweise bietet der Mac Mini zahlreiche Schnittstellen, die aber alle auf der Rückseite untergebracht sind. Wie der Vorgänger verfügt er über vier USB-2.0-Ports, Firewire 800, Ethernet, HDMI, Audio-Ein- und Ausgang sowie einen SDXC-Kartenleser, der Medien bis 64 GByte akzeptiert. Integriert sind außerdem WLAN nach 802.11a/b/g/n sowie Bluetooth 4.0.

Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Neuer Mac Mini im Test: Flotter denn je, aber spartanischer Lieferumfang

  • Am 1. Oktober 2011 um 06:47 von Chris

    MacMini
    Das Design ist smart – aber die Performance?
    Nach 20 Jahren Arbeit mit Windows Umstieg von einem No-Name XP mit AMD aus 2004 – welche Enttäuschung: gefühlt keine Verbesserung, regelmässige Abstürze, frozen Screen.
    Wie gesagt, die Enttäuschung ist gross.
    Aber das Design ist gut.
    Chris

  • Am 1. Januar 2012 um 17:03 von Bert

    MacMini Aber das Design ist smart …
    Das Design ist smart … zu diesem Preis? Nein danke!

  • Am 18. März 2012 um 09:58 von Nope

    Warum dieser Preis?
    Warum verlangt Apple diesen hohen Preis? Der Mini ist doch der perfekte Einstieg in die Mac Welt und Apple könnte neue Käufer anwerben. Er ist sein Geld schlicht weg nicht wert, ein iMac gibts schon für 1100€, schon alleine wenn man den Mini + Maus + Tastatur + Laufwerk kauft ist man bei ca 950€, dann braucht man noch einen Monitor und man ist ebenfalls bei 1100-1200€ angekommen, hat aber sicherlich nicht so ein gutes Display, wie die des iMacs.
    Der 799€ Mini müsste 499€ kosten, aber so ist es nur maßlos überteuert.

  • Am 28. April 2012 um 20:03 von thebetablogger

    ABER!!!!!
    DEN MAC MINI IN DER GRUNDAUSSTATUNG GIBT ES AUF AMAZON SCHON FÜR 539 EURO

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