Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Nikon Coolpix L120 nur unwesentlich von ihrer Vorgängerin. Der Hersteller hat die Auflösung von Sensor und Display sowie den optischen Zoom ein wenig nach oben gedreht, aber im Großen und Ganzen war’s das auch schon. Als große Schwächen der ein Jahr alten L110 haben sich der langsame Autofokus und die durchschnittliche Bildqualität herausgestellt. Nachdem ein höher auflösender Bildsensor weniger Platz pro Pixel auf dem Chip und größere zu verarbeitende Datenmengen bedeutet, sind wir skeptisch, ob ein Schritt nach vorne gelingt. Aber wir lassen uns gerne eines besseren belehren.

Design

Das Gehäuse der Nikon Coolpix L120 ist angesichts des 21-fachen optischen Zooms zwar recht kompakt, bewegt sich größtentechnisch aber dennoch eher in DSLR- als in Kompaktkamera-Regionen. Mit Nachdruck und gut Zureden passt die Kamera zwar so gerade noch in größere Jackentaschen, aber bequem sieht anders aus. Besser geeignet eine sind Tragetasche oder ein Rucksack – oder man hängt sich die Knipse eben einfach um den Hals. Die Digicam ist in den Farben Schwarz, Bronze und Rot erhältlich und sieht recht schick aus. Das Gehäuse bietet einen ausgeprägten, texturierten Handgriff und lässt sich so sehr stabil halten, was angesichts des starken Zooms durchaus Sinn ergibt. Obwohl die L120 größtenteils aus Kunststoff besteht, wirkt sie trotzdem nicht billig.

Die Bedienung gestaltet sich als unkompliziert. Wer schon einmal mit einer Digitalkamera fotografiert hat, sollte sofort loslegen können. Das Menüsystem ist in drei Tabs unterteilt: Foto, Video und Setup. Damit verhindert Nikon langes Herumgesuche nach bestimmten Einstellungen. Aber auf der anderen Seite gibt es ohnehin nicht besonders viel zu konfigurieren – man kann nicht einmal den digitalen Zoom abschalten. Ein Blick ins Handbuch lohnt sich natürlich immer, um die eine oder andere versteckte Funktion zu finden, aber dem Aufnehmen von Fotos und Videos steht auch ohne Anleitung nichts im Wege.

Vorne auf dem Handgriff befindet sich der von einem Zoomring umgebene Auslöser. Dahinter folgt der Ein/Aus-Schalter, der auch blind gut zu finden ist, obwohl er bündig mit dem Gehäuse abschließt. Auf der rechten Seite des Objektivs befindet sich ein redundanter Zoomhebel, den wir insbesondere bei Videoaufnahmen praktisch finden. Die übrigen Bedienelemente quetschen sich rechts neben das 3,0 Zoll große Display. Ganz oben sitzt eine dedizierte Taste zum Starten der Videoaufnahme. Einen speziellen Modus zum Filmen gibt es übrigens nicht – man drückt einfach den Button. Leider dauert es immer ein paar Sekunden, bis die L120 mit der Aufnahme startet.

Dem ausgeprägten Griff sei Dank liegt die Nikon Coolpix L120 gut in der Hand.
Dem ausgeprägten Griff sei Dank liegt die Nikon Coolpix L120 gut in der Hand.

Darunter bringt der Hersteller zwei Knöpfe zum Wählen des Motivprogramms und zum Wechseln in den Wiedergabemodus unter. Weiter unten folgt schließlich ein Vier-Wege-Pad mit mittigem Ok-Button. Die Richtungstasten dienen neben der Navigation durch die Menüs auch zum Aufrufen der Einstellungen zu Blitz, Belichtungskorrektur, Makromodus und Selbstauslöser, der übrigens nur eine Einstellung für zehn Sekunden bietet. Ganz unten schließlich sitzen noch zwei Buttons für Menü und Löschen. Alles in allem gibt es hier weder besondere Innovationen noch böse Überraschungen.

Einen elektronischen Sucher bietet die Nikon Coolpix L120 leider nicht. Damit ist man auf Gedeih und Verderb auf das Display angewiesen, um das Motiv aufs Bild zu bringen. Bei sehr intensiver Sonneneinstrahlung muss dann wohl oder übel blind aus der Hüfte schießen. Und beim „normalen“ Halten vor dem Gesicht lässt sich die Kamera auch nicht so gut stabilisieren, als würde man sie direkt ans Gesicht halten. Immerhin: Die mit 640 mal 480 Pixeln (921.000 Subpixel) recht hohe Auflösung sorgt für eine scharfe Darstellung von Inhalten. Auf der linken Seite der Kamera befindet sich oben eine Taste, die den Aufklapp-Blitz nach oben schießen lässt.

Auf der Unterseite des Gehäuses befinden sich SD-Kartenslot und das Fach für die Batterien. Die L120 setzt auf vier AA-Zellen, wahlweise sind Alkali-, NiMH- oder Lithium-Batterien geeignet. Im Lieferumfang sind Alkali-Stromspeicher enthalten, die für etwa 330 Aufnahmen reichen sollten. Mit Lithium-Batterien gibt Nikon eine beeindruckende Reichweite von 900 Fotos hin. NiMH-Akkus liegen mit 520 Bildern in der Mitte. Auf der linken Gehäuseseite befinden sich Netzanschluss, Mini-HDMI-Port und kombinierter USB-AV-Anschluss.

Das 3,0 Zoll große Display überzeugt mit einer für diese Preisklasse sehr hohen Auflösung von 640 mal 480 Pixeln.
Das 3,0 Zoll große Display überzeugt mit einer für diese Preisklasse sehr hohen Auflösung von 640 mal 480 Pixeln.

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