Kompakte Systemkameras im Vergleich: welche EVIL-Kamera ist die beste?

Spiegelreflex- oder Kompaktkamera? Keine leichte Frage. Erstere bieten die beste Bildqualität, zweitere lassen sich dafür unkompliziert mitnehmen. Das beste aus beiden Welten sollen die sogenannten EVIL-Kameras miteinander vereinen – und quetschen große DSLR-Bildsensoren sowie die Möglichkeit zum Objektivwechsel in kleine Gehäuse. Inzwischen gibt es ganze 26 Modelle, die in diese Kameraklasse fallen. Wir haben uns die Unterschiede zwischen den kompakten Systemkameras näher angesehen.

DSLR, kompakte System- beziehungsweise EVIL-Kamera, Kompaktkamera: Wo liegen hier denn überhaupt erst einmal die Unterschiede? Viele Kameras aus völlig unterschiedlichen Klassen sehen auf den ersten Blick fast identisch aus – und liegen dann preislich oder ausstattungstechnisch oft Lichtjahre auseinander. Am Ende dieses Artikels finden sich ausführliche Tabellen mit den technischen Daten sämtlicher EVIL-Kameras.

Update: Wir haben den Artikel inzwischen auf den neuesten Stand gebracht. Hier geht es zum aktuellen Überblick über die kompakten Systemkameras.

Warum EVIL – oder warum nicht?

DSLRs und kompakte System- beziehungsweise EVIL-Kameras verfügen in der Regel über große Bildsensoren. Die lichtempfindlichen Chips bewegen sich in puncto Größe zwischen einem Kleinbildnegativ bei Profi-DSLRs und einem Viertel der Fläche bei Olympus‘ und Panasonics Digicams mit Wechselobjektiven. Einziger Ausreißer ist hier die Pentax Q mit einem Bildsensor, der etwa so groß ist wie ein kleiner Fingernagel.

Der Unterschied zwischen DSLRs und EVIL-Kameras liegt im Spiegelkasten – DSLRs haben ihn, EVIL-Kameras nicht. Damit bringen EVIL-Kameras keinen optischen Sucher und keinen schnellen Phasenvergleichs-Autofokus mit, sind auf der anderen Seite aber eben deutlich handlicher. Die kleinsten Vertreter dieser Gattung bewegen sich auf dem Niveau von Kompaktkameras mit festen Objektiven.

Hier ist das Schema einer DSLR zu sehen: Objektiv (1), Spiegelkasten (2) und Bildsensor (3). Den Spiegelkasten sparen sich EVIL-Kameras.
Hier ist das Schema einer DSLR zu sehen: Objektiv (1), Spiegelkasten (2) und Bildsensor (3). Den Spiegelkasten sparen sich EVIL-Kameras.

Kompaktkameras mit festen Objektiven haben schließlich im Vergleich zu EVIL-Kameras einen viel kleineren Bildsensor. Betrachtet man die Fläche, liegt hier ein Faktor zwischen 13 und 5 dazwischen. Und je mehr Fläche ein lichtempfindlicher Chip bietet, desto besser ist theoretisch auch die Bildqualität. Der Vorteil von den winzigen Digicam-Bildsensoren ist, dass sich Objektive sehr viel kompakter realisieren lassen – und damit bringt man eben locker mal einen 18-fachen optischen Zoom in der Hosentasche unter. Bei EVIL-Kameras? Keine Chance. Die zoomstärksten Optiken bieten hier ein „nur“ 10,7-faches Vergrößerungsvermögen, kosten mit mindestens 700 Euro mehr als die meisten Systemkameras mit Kitobjektiv und sind außerdem extrem sperrig.

Wer viel Zoom für wenig Geld will, kommt um eine Kompaktkamera nicht herum. Das bedeutet allerdings Kompromisse bei der Bildqualität – aus den winzigen Sensoren lässt sich einfach nicht besonders viel herausholen. Das gilt insbesondere bei Aufnahmen im Dunkeln.

Wenig Zoom gepaart mit guter Bildqualität und handlichem Format gibt es sowohl bei Kompakt- als auch bei EVIL-Kameras. Auf der einen Seite stehen Festobjektiv-Modelle mit etwas größeren Bildsensoren, als sie die gemeine Kompaktkamera zu bieten hat, etwa die Panasonic Lumix DMC-LX5, die Samsung EX1 oder die Canon PowerShot S95. Auf der anderen Seite finden sich die EVIL-Kameras, mit etwas sperrigerem Gehäuse, signifikant größeren Sensoren – immer noch mindestens Faktor fünf – und eben der Möglichkeit zum Objektivwechsel.

Die Grafik zeigt die Sensorgrößen der verschiedenen Kameras im maßstabsgetreuen Vergleich.
Die Grafik zeigt die Sensorgrößen der verschiedenen Kameras im maßstabsgetreuen Vergleich.

Wenn die Größe weniger eine Rolle spielt als die Leistung, dann führt immer noch kein Weg an ausgewachsenen Spiegelreflexkameras vorbei. Die Stand heute verfügbaren elektronischen Sucher sind immer noch keine echte Alternative zu den optischen Suchern, die Spiegelreflexkameras bieten. Und auch die Kontrast-Autofokussysteme von EVIL-Kameras, die sich einer Kombination aus Trial & Error und Bildanalyse bedienen, sind noch nicht ganz auf dem Niveau von DSLRs. Bei DSLRs kommen dedizierte Phasenvergleichs-Autofokussensoren zum Einsatz, die die Entfernung zum Motiv messen und das Objektiv direkt an die richtige Fokusposition schicken.

Bildsensoren bei EVIL-Kameras

Die lichtempfindlichen Chips in kompakten Systemkameras bewegen sich größtenteils von der Fläche her zwischen 17,3 mal 13,0 Millimetern bei Olympus und Panasonic sowie 23,5 mal 15,6 Millimetern bei Sony und Samsung. Einziger Ausreißer ist hier Pentax mit seinem Q-System, das auf 1/2,3-Zoll-Chips setzt, wie sie in Kompaktkameras zum Einsatz kommen. Diese Sensoren sind lediglich 6,2 mal 4,6 Millimeter groß und damit – soweit die Theorie – in Sachen Bildqualität deutlich unterlegen.

Jaja, die Theorie. Denn nach dieser dürften auch Samsung- und Sony-Digicams eine bessere Bildqualität als Panasonic- und Olympus-Kameras liefern. Allerdings ist bei den von diesen vier Herstellern verwendeten Sensoren der Größenunterschied nicht so signifikant, dass die nachgeschaltete Bildverarbeitungselektronik in der Kamera nicht auch eine entscheidende Rolle spielen würde. Bei der Pentax-Kamera ist allerdings fest davon auszugehen, dass die Bildqualität leidet – der BSI-CMOS-Chip stammt von Sony und ist schon von verschiedenen anderen Kameras bekannt, etwa der Cyber-shot DSC-WX5.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Kompakte Systemkameras im Vergleich: welche EVIL-Kamera ist die beste?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *