Die Klasse der Pocket Camcorder wie der Samsung HMX-W200 scheinen dem Ende geweiht. Immer mehr Smartphones nehmen HD-Videos mit 1280 mal 720 Pixeln auf, und bis das erste Full-HD-Handy in den Regalen steht, ist es nur eine Frage der Zeit. Die Hersteller von den kompakten Videokameras müssen sich also immer mehr Alleinstellungsmerkmale ausdenken, um nicht früher oder später von den Mobiltelefonen gefressen zu werden. Samsungs HMX-W200 hebt sich mit einem bis zu drei Meter Tauchtiefe wasserdichten und bis zu zwei Meter Sturzhöhe stoßfesten Gehäuse hervor.

Design

Das klingt soweit alles sehr vielversprechend – aber die Realität sieht anders aus. Der HMX-W200 ist ein guter Mini-Camcorder, der leider nicht alle Versprechen hält. Das outdoortaugliche Design ist beispielsweise nicht ganz so outdoor-tauglich, wie man annehmen möchte. Auf der linken Seite des Gehäuses sitzt eine Klappe, die microSDHC-Slot und Mini-HDMI-Port verbirgt. Gegenüber gibt es ein Türchen, das den integrierten USB-Stecker beherbergt. Beide Klappen wirken etwas wackelig, und das gilt auch für die Dichtungen, die das Wasser von der Elektronik im Inneren fernhalten sollen. Wenn man hier Sorgfalt walten lässt und sich an die Anweisungen im Handbuch hält, sollten die versprochenen Tauchtiefen und -zeiten wohl kein Problem darstellen. Aber vertrauenserweckend sieht anders aus.

Die Klappen auf den beiden Seiten des Camcorders wirken leider nicht so solide, wie wir es uns bei einem Outdoor-Modell wünschen würden.
Die Klappen auf den beiden Seiten des Camcorders wirken leider nicht so solide, wie wir es uns bei einem Outdoor-Modell wünschen würden.

Im Handbuch findet man dann übrigens auch heraus, dass man den W200 besser nicht mit an den Strand nehmen sollte. Obwohl der Camcorder staubdicht ist, sollte man ihn von Sand festhalten, der sich ansonsten in den Löchlein von Mikrofon und Lautsprecher sammelt. Auch das Vier-Wege-Pad unterhalb des Displays sieht aus, als würde es sich nicht über Sandkörnchen freuen.

Die Bedienung des W200 ist einfach und überschaubar. Unter dem 2,3 Zoll großen Bildschirm sitzen Tasten zum Wechseln zwischen Aufnahme- und Wiedergabemodus, ein Vier-Wege-Pad zum Navigieren durch die Menüs, ein Aufnahme/Ok-Knopf, Buttons für Wiedergabe, Menü und Löschen sowie eine Pause-Taste. Letztere findet sich quasi nie auf Mini-Camcordern, ist aber in der Praxis sehr nützlich. Sie hält die Aufnahme an und setzt sie anschließend in der gleichen Videodatei fort. Wer geschickt filmt, kann sich dann später das Zusammenschneiden am Rechner sparen. Der Wiedergabe-Button dient zum Einfangen von Fotos, während die Videoaufnahme läuft. Und der Pause-Knopf hält auch zum Taggen von Bildern und Clips her, die man beim nächsten Verbinden mit dem Rechner direkt auf Facebook, YouTube & Co. hochladen oder per E-Mail versenden möchte.

Die Bedienung gibt auch Anfängern nicht viele Rätsel auf. Etwas fragwürdig ist allerdings der Unterwassermodus, den ein Druck nach rechts auf dem Vier-Wege-Pad aktiviert.
Die Bedienung gibt auch Anfängern nicht viele Rätsel auf. Etwas fragwürdig ist allerdings der Unterwassermodus, den ein Druck nach rechts auf dem Vier-Wege-Pad aktiviert.

Auf der rechten Seite des Gehäuses befindet sich der Ein/Aus-Schalter. Der Camcorder ist nach dem Drücken des Power-Buttons erfreulich schnell startbereit – vorausgesetzt, man drückt die Aufnahme-Taste vernünftig. Der Knopf verlangt nach mehr Kraft, als man meinen möchte. Das ist dann aber auch schon so ziemlich das komplizierteste, was es bei der Bedienung der W200 zu beachten gibt.

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