Zugegeben: Ghettoblaster sind nichts für jedermann, zumal sie zwangsläufig den Charme der 80er versprühen. Aber dennoch – sie haben eine Daseinsberechtigung. Denn sie sorgen nicht nur stationär, sondern auch unterwegs für ordentlichen Sound mit kräftigen Bässen – und sind im Falle des Boomblasters dank iPod-Dock, USB-Port & Co. auch mit der Zeit gegangen.

Design

Der JVC Boomblaster ist ein ganz schöner Brocken. 66,6 mal 23,1 mal 24,0 Zentimeter sind ebenso eine Ansage wie das Gewicht von 6,8 Kilogramm. Wirklich portabel ist das nicht, zumal man für den Betrieb unterwegs auch noch zehn große D-Batterien braucht – die sich zum Gewicht noch addieren. Erwartet haben wir in Anbetracht dieser Daten einen Tragegriff an der Oberseite. Aber Fehlanzeige, da wo er hingehört, haben die JVC-Designer das CD-Laufwerk montiert. Stattdessen ist ein Trageriemen im Lieferumfang enthalten, der bei Bedarf links und rechts am Ghettoblaster eingehakt werden kann.

An der Vorderseite gibt es ein iPod-Dock, das den Apple-Player hinter einer Schutzhülle aus Plexiglas vor den Outdoor-Widrigkeiten bewahrt. Er wird wie auch das CD-Laufwerk oben mit einem Drehverschluss verriegelt. Auf der Rückseite finden sich Anschlüsse für externe Audioquellen inklusive einer Klinkenbuchse, die per Schalter zwischen Mikrofon- und Gitarreneingang umgeschaltet werden kann. Damit eignet sich der Boomblaster auch als portabler Verstärker und öffnet sich einer weiteren Zielgruppe.

Ausstattung

Die Ausgangsleistung des RV-NB70B beträgt insgesamt 40 Watt und ist verteilt zwischen zwei 5-Watt-Lautsprechern und zwei 15-Watt-Subwoofern. Das verrrät auf Anhieb, dass wir hier eine echte Bassmaschine vor uns haben.

Um die kräftige Musik auch zuspielen zu können, kommt der Ghettoblaster mit allen iPods und iPhones zurecht. Er ist gegen die Störeinwirkungen des Handyfunks ausreichend abgeschirmt – damit zeigt das iPhone die bekannte Meldung zu nicht kompatiblem Zubehör nicht an. Allerdings ist die nach innen versetzte und durch Plexiglas abgedeckte Halterung für die Apple-Player nicht gerade ideal zur Bedienung von Touchscreen-Geräten. Weniger für unterwegs als für den stationären Einsatz ist der Video-Ausgang auf der Rückseite des Boomblasters gedacht. Damit lässt sich das Gerät am Fernseher anschließen und gibt Video-Signale vom iPod weiter.

Das CD-Laufwerk auf der Oberseite liest normale Audio-Scheiben ebenso wie Daten-CDs mit MP3- und WMA-Dateien. Alternativ lassen sich auch Speichermedien an den vorne angebrachten USB-Port anschließen, auf denen Musikdateien in den gleichen Formaten vorliegen können. Ein analoges Radio ist ebenfalls eingebaut.

Leistung

Zu den wichtigsten Elementen gehören zwei Regler: einer für die Lautstärke und einer für den Bass. Während der Lautstärkeregler genau das tut, was wir von ihm erwarten, und die Kraft des integrierten Verstärkers sauber in 30 Stufen regelt, wirkt der andere etwas störrisch. Nur sechs Stufen stehen hier zur Verfügung. Das nimmt uns nicht nur das Gefühl, die Wirkung des Sounds unter Kontrolle zu haben, sondern schränkt auch die Bedienung ein. Vom Minimum zum Maximum ist gerade einmal eine Vierteldrehung des Knopfes nötig. Wer sich damit partout nicht anfreunden kann, regelt die tiefen Töne einfach über die mitgelieferte Fernbedienung. Mehr Stufen gibt’s hier allerdings auch nicht.

Die Audio-Qualitäten passen perfekt zur Zielgruppe von Ghettoblastern. Das Gerät ist einfach weniger zur Wiedergabe von den feinen Unterschieden klassischer Musik geeignet als dazu, kräftigen Heavy Metal oder Hip-Hop in voller Lautstärke herauszublasen. Damit ist das Gerät auch ein hervorragender Gegensatz zu den meisten iPod-Docks, die bei höheren Lautstärken schon arg gequält wirken.

Insgesamt wirkt der JVC hervorragend stabil und wertig. Störend ist hier nur der sehr klapprige Drehverschluss des iPod-Docks. Wer den Sound voll aufdreht, kann ihm beim „Aufklappern“ zusehen. Das passt einfach nicht so ganz zum Rest.

Fazit

Viele Funktionen, weitgehend stabil gebaut, kräftige Bässe und sauschwer: Wer auf der Suche nach so einem Gerät ist, macht beim JVC sicherlich nichts falsch – zumal die großzügige Ausstattung eine Vielzahl an Anwendungszwecken zulässt.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu JVC Boomblaster RV-NB70B im Test: portabler Bassbomber mit iPod-Dock

  • Am 10. Januar 2014 um 09:31 von Karsten W.

    Ich habe den neuen RV-NB90, jetzt mit DAB+, musste aber leider feststellen, dass JVC an der Aufbewahrungstasche für die Fernbedienung gespart hat. Diese war bei den älteren Modellen am Gurt befestigt. Jetzt muss man ständig aufpassen, dass man sie nicht irgendwo liegen lässt. Ohne Fernbedienung lassen sich sehr viele Funktionen des Gerätes nicht bedienen.

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