Pentax K-5 im Test: geniale Semi-Profi-Spiegelreflex mit ausgefeilter Technik

Bei den digitalen Spiegelreflexkameras, da gibt’s Canon und Nikon – und sonst nicht viel. Die beiden Riesen beherrschen zusammen derzeit rund drei Viertel des Marktes. Wir hatten die Gelegenheit, Pentax‘ aktuelles Flaggschiff namens K-5 ausführlich unter die Lupe zu nehmen und fragen uns: Wieso ist Pentax bei den DSLRs eigentlich so klein, was die Marktanteile angeht? Die Kamera bietet ein liebevoll geschnürtes Paket für ambitionierte Amateure und preisbewusste Profis, ohne sich echte Schwächen zu leisten. Und an manchen Ecken können sich die beiden Marktriesen noch die eine oder andere Scheibe abschneiden. Alle Details gibt’s im Testbericht.

Die Pentax K-5 war zu ihrem Marktstart im vergangenen Winter nicht gerade ein Schnäppchen. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt ohne Objektiv schließlich stolze 1459 Euro. Damit spielt sie in einer Liga mit den beiden Canon- und Nikon-Boliden EOS 7D und D300s. Inzwischen ist viel Wasser die Isar heruntergeflossen, und die Pentax-DSLR wechselt ohne Objektiv bereits für weniger als 1000 Euro den Besitzer und ist mit Kitlinse ab rund 1100 Euro erhältlich. Damit rutscht sie – zieht man die Brücke zu Canon und Nikon – preislich eine Klasse nach unten und bewegt sich auf dem Niveau der EOS 60D und der D7000.

Design

Die Pentax K-5 sieht ihrer älteren Schwester K-7 auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Lediglich der Schriftzug rechts oben auf der Vorderseite verrät, dass es sich bei dem uns vorliegenden Gerät um das neuere Modell handelt. Es gibt exakt dieselbe Anzahl von Tasten, Rädchen und Klappen, und auch die Beschriftung der Bedienelemente ist identisch mit der Vorgängerin. Selbst die Abmessungen des Gehäuses sind mit 13,1 mal 9,7 mal 7,3 Zentimetern genau gleich.

Was aber nicht schlecht ist – never change a winning team. Denn die Pentax K-5 überzeugt in puncto Haptik auf der ganzen Linie. Der recht tiefe, texturierte Handgriff sorgt für einen sehr sicheren Sitz in der Hand. Gegenüber, also auf der Rückseite, befindet sich eine großzügige Daumenablage, die mit demselben Material versehen ist und mit einer Wulst auf der rechten Seite den Daumen geradezu festklammert. Vorne in den Handgriff eingelassen ist ein Rändelrädchen, das zum schnellen Konfigurieren von Aufnahmeparametern dient – insbesondere der Belichtungszeit.

Oben auf dem Handgriff befindet sich der Auslöser, der vom Ein/Aus-Ringschalter umgeben ist. Zieht man den Ring von der Stellung Off über On hinaus, aktiviert die Kamera die Abblendfunktion – der Fotograf sieht also, wie sich die gerade gewählte Blende auf die Schärfentiefe auswirkt. Uns gefällt diese Umsetzung gut. Üblicherweise sitzt die Abblendtaste unterhalb des Objektivs auf der rechten Vorderseite von Spiegelreflexkameras. Hinter dem Auslöser mit Ein/Aus-Schalter folgen zwei Knöpfe für Belichtungskorrektur und ISO-Empfindlichkeit, die aufgrund ihrer identischen Haptik allerdings anfangs nicht blind auseinanderzuhalten sind. Dahinter schließlich sitzt noch ein Status-Display, das unter anderem über ISO-Empfindlichkeit, Blende, Belichtungszeit, Akkustand, verbleibenden Platz für Fotos und Serienbildmodus informiert.

Die Hinterleuchtung des Status-Displays schaltet sich automatisch an, sobald der Fotograf im Aufnahmemodus eine Taste drückt.
Die Hinterleuchtung des Status-Displays schaltet sich automatisch an, sobald der Fotograf im Aufnahmemodus eine Taste drückt.

In der Mitte der Oberseite macht sich die voluminöse Hutze breit, die den Sucher beherbergt. Ein Blick ins Okular verrät, wieso die Ergebung oben auf dem Gehäuse so riesig ist. Der Sucher ist sehr groß, hell und bietet ein 100-prozentiges Bildfeld – es heißt also: What you see is what you get. Auf der Oberseite des Okulars sitzt ein etwas fummeliger Schieber für die Dioptrienkorrektur zwischen -2,5 und +1,5 Dioptrien. Aber gut, die muss man ja nicht jeden Tag einstellen. Eine integrierte Okularabdeckung, die man bei Langzeitbelichtungen gegen Streulicht vor den Sucher ziehen kann, gibt es ab Werk leider nicht.

Oben auf der Hutze befindet sich der Zubehörschuh, links daneben der Moduswahlschalter, in den ein Ringschalter zum Anpassen der Belichtungsmessmethode integriert ist. Das Modusrädchen ist gegen versehentliches Verdrehen gefeit: Es lässt sich nur bewegen, wenn man eine Taste auf der Oberseite gedrückt hält. Das Rädchen selbst wirkt mit insgesamt elf Punkten auf den ersten Blick ziemlich vollgestopft – aber dazu später mehr. Weiter vorne an der Kamera befinden sich schließlich eine Taste, die den integrierten Blitz nach oben schnellen lässt, eine mit RAW Fx beschriftete Funktionstaste und ein Umschalter zum Wechseln zwischen manuellem Fokus und kontinuierlichem sowie Einzelbild-Autofokus. Für die Funktionstaste stehen folgende Features zur Verfügung: RAW-Aufnahme aktivieren, Belichtungsreihenautomatik, digitale Schärfentiefevorschau, elektronische Wasserwaage und Bildausschnittanpassung. Die Bildausschnittanpassung nutzt den beweglich aufgehängten Sensor, um den Bildausschnitt feinzujustieren.

Neueste Kommentare 

8 Kommentare zu Pentax K-5 im Test: geniale Semi-Profi-Spiegelreflex mit ausgefeilter Technik

  • Am 9. August 2011 um 23:07 von rtv

    D7000 auch spritzwassergeschützt!
    D7000 ist auch gegen Staub und Spritzwasser geschützt 😉

    Interessanter Test. Wer hauptsächlich fotografiert und den Wert von Festbrennweiten bereits entdeckt hat, der findet mit Sensorshift, DNG und der "limited" Serie gute Argumente im Vergleich von D7000 und K5….

  • Am 15. August 2011 um 02:05 von Wolfgang G

    Mehrere Bilder gleichzeitig löschen:
    Mehrere Bilder gleichzeitig löschen geht problemlos: einfach in der Bildübersicht auf Löschen drücken, schon kann man alle zu löschenden Bilder schnell auswählen.

  • Am 16. Dezember 2011 um 22:10 von Jörg

    Video
    Ja, ja das ewige Thema Video an DSLR. Wenn ich Video drehen möchte, kaufe ich mir eine entsprechende Videokamera und keinen Fotoapparat. Das ist eine nette Beigabe, sollte aber in der abschliessenden Bewertung nicht einfliessen. Keine DSLR macht wirklich sehr gute Videos. Evtl. noch die Sony dank SLT-Technik. Alles andere ist Spielerei und braucht man nicht. Allein die Ergonomie einer DSLR spricht nicht für Videodreh.

    • Am 11. Januar 2012 um 00:35 von lothar

      AW: Video
      da geb ich dir recht,immer wird an was gemeckert was überhaupt nicht zur debatte steht.es ist ein digitaler fotoapparat und keine videokamera.vielleicht sollte sie auch noch faxen und kopieren können,dann wird da auch noch gemeckert weil sie kein a3 papier verarbeitet…..

      • Am 19. Januar 2012 um 21:20 von Stefan Möllenhoff

        AW: AW: Video
        Hallo Jörg, hallo Lothar,

        ich gebe Ihnen recht, die Pentax K-5 ist in erster Linie natürlich eine Fotokamera. Allerdings muss man auch beachten, was sich bei der Konkurrenz tut. Und da hinkt die K-5 im Bereich Video eben etwas hinterher. Wer sich daran nicht stört, kann ja hier dennoch bedenkenlos zuschlagen. Darum veröffentlichen wir ja nicht nur eine Testnote, sondern einen Testbericht, der eben die individuellen Stärken und Schwächen der Kamera beschreibt. Und anhand derer sollten potenzielle Käufer dann eben entscheiden, ob dieses Modell für den eigenen Bedarf das richtige ist oder nicht.

        Die Videoqualität von Spiegelreflexkameras reicht durchaus für den professionellen Gebrauch aus. So wurde beispielsweise das Saisonfinale der sechsten Dr.-House-Staffel komplett mit Canons EOS 5D Mark IIs gedreht. Und als wir kürzlich in Zusammenarbeit mit Galileo einen TV-Beitrag produziert haben, kam auch eben diese DSLR zum Einsatz.

        Beste Grüße,
        Stefan Möllenhoff, der gespannt darauf wartet, ob hier im Postzimmer demnächst eine EOS 5D Mark III den Kopierer ersetzt 😉
        – Redaktion CNET.de

  • Am 23. Juli 2013 um 11:48 von Querulant

    Testurteil „ungenügend“ bei 8,7 von 10 Punkten.
    Fehlerteufel…

    • Am 23. Juli 2013 um 16:27 von Anja Schmoll-Trautmann

      Danke für die Info, ist bereits korrigiert.

      Beste Grüße
      Anja Schmoll-Trautmann, CNET.de

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