Sonys Kamera-Revolution zur IFA: Wie A77V, NEX-7, A65V & Co. den Markt erobern sollen

Im Vergleich zu manch einem Urgestein ist Sony im Kamera-Business noch grün hinter den Ohren. Aber das hält den japanischen Hersteller nicht davon ab, den Markt mit Innovationen zu bombardieren. Zur IFA wartet Sony mit gleich drei spektakulären Neuheiten auf, die auch der einen oder anderen vielfach teureren Kamera gefährlich werden könnten. Wir werfen einen Blick auf die neuen Modelle.

Geheimhaltung ist nicht wirklich Sonys Spezialität. Bereits seit Wochen kursieren Datenblattfetzen sowie Renderings und Produktfotos der neuen Modelle im Internet. Aber heute ist es endlich soweit – die offiziellen Spezifikationen sind offiziell da. Wie die Gerüchteküche ganz richtig munkelte, kommen drei der vier Modelle mit einem neuen 24-Megapixel-Bildsensor und einer Ausstattung, die auf semiprofessionelle Anwender zielt – und heben damit sowohl das NEX-System als auch Sonys Spiegelreflexkameras auf eine neue Stufe. Beziehungsweise: Strenggenommen sind die A65 und die A77 gar keine Spiegelreflexkameras mehr.

Sony Alpha SLT-A77V und Alpha SLT-A65

Gar keine Spiegelreflexkameras mehr? Richtig, denn obwohl die A77V und die A65V über einen Spiegel verfügen, fehlt das „Reflex“ – der Spiegel ist starr montiert. Allerdings ist er teildurchlässig beziehungsweise sogar größtenteils durchlässig, damit der dahinterliegende Bildsensor trotzdem ausreichend Licht abbekommt. Ein kleinerer Anteil des Lichts wird nach oben reflektiert, wo der Phasenvergleichs-Autofokussensor sitzt.

Die Sony Alpha SLT-A77V sieht aus wie eine DSLR, ist strenggenommen aber gar keine.
Die Sony Alpha SLT-A77V sieht aus wie eine DSLR, ist strenggenommen aber gar keine.

Mit diesem Trick opfert Sony zwar ein wenig Licht des Bildsensors, spart sich aber die komplizierte Spiegelmechanik und gewinnt einen Autofokussensor, der das Motiv stets im Blick hat – und nicht bei jedem Spiegelschlag blind ist. Das Ergebnis ist eine Geschwindigkeit, die in dieser Kameraklasse ihresgleichen sucht: Im Serienbildmodus stemmt die Sony Alpha DSLR-A77V bis zu 12 Fotos pro Sekunde. Die kleinere A65V schafft ebenfalls respektable 10 fps. Diese Werte werden allerdings nur erreicht, wenn das Objektiv auf die maximale Blendenöffnung eingestellt ist. Mit variabler Blende sind jeweils maximal 8 fps drin – eine immer noch beachtliche Leistung.

Sowohl im schnelleren als auch im langsameren Dauerfeuerbetrieb steht ein kontinuierlicher Autofokus zur Verfügung. So wird das Motiv auch dann weiterhin scharf abgebildet, wenn sich die Entfernung zum Fotografen ändert. Eine vergleichbare Geschwindigkeit sucht man ansonsten in dieser Kameraklasse vergeblich. Zehn Bilder pro Sekunde gibt es bei Canon und Nikon erst bei den mehrere tausend Euro teuren D3s und 1D Mark IV. Die teurere A77V bringt ein neues Autofokussystem mit 19 Sensoren mit, von denen 11 Stück als Kreuzsensoren ausgelegt sind. Bei der A65V findet der Autofokus der kleinen Schwester A55V Verwendung, mit 15 Fokusfeldern und 3 Kreuzsensoren. Für mehr Geschwindigkeit soll außerdem ein sogenannter elektronischer erster Verschlussvorhang sorgen, der schneller als sein mechanischer Kollege arbeiten soll und den Bildsensor via Elektronik „leert“. Wir sind gespannt, ob das nicht beispielsweise bei schnellen Kameraschwenks Artefakte verursacht.

Die Sony Alpha SLT-A65 bedeutet in Sachen Bedienung einige Opfer. So gibt es beispielsweise auf der Rückseite der Kamera kein Rändelrädchen zum schnellen Konfigurieren diverser Aufnahmeparameter.
Die Sony Alpha SLT-A65 bedeutet in Sachen Bedienung einige Opfer. So gibt es beispielsweise auf der Rückseite der Kamera kein Rändelrädchen zum schnellen Konfigurieren diverser Aufnahmeparameter.

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