Nikon Coolpix S100: Kamera-Flunder mit BSI-CMOS-Sensor und 3,5-Zoll-OLED-Touchscreen

Auch wenn man es nicht gerne zugibt, schubladisiert man Personen, Gegenstände und nicht zuletzt auch Gadgets automatisch anhand eines ersten optischen Eindrucks. Die Nikon Coolpix S100 landet mit ihrem stylischen und flachen Äußeren ganz schnell in der Paris-Hilton-&-Co.-Schublade – optisch auffällig, schrill und vor allem: wahrscheinlich nicht viel dahinter.

Wie trügerisch der erste Eindruck sein kann, verrät ein Blick ins Datenblatt der Coolpix S100. Die Kamera verfügt nämlich über einen rückseitig belichteten CMOS-Sensor, der Serienbildgeschwindigkeiten von bis zu 8 fps ermöglicht. Die Auflösung von 16 Megapixeln ist allerdings unsinnig hoch und dürfte gegenüber einem 10- oder 12-Megapixel-Chip keine Vorteile bieten. Im Videomodus fängt die S100 Clips mit Full-HD-Auflösung ein. Außerdem ermöglicht der schnelle Sensor eine ganze Reihe von Spielereien wie Schwenkpanoramafunktion, 120-fps-Zeitlupenvideos, 3D-Fotoaufnahme, HDR-Automatik und so weiter.

Vor dem Bildsensor sitzt ein optisch stabilisiertes Objektiv mit einem fünffachen optischen Zoom. Der Brennweitenbereich beginnt bei 28 und endet bei 140 Millimetern im Kleinbildäquivalent. Die Lichtstärke der zugunsten der schlanken Linie der Digicam komplett im Inneren verbauten Optik lässt allerdings zu wünschen übrig. Im Weitwinkel beträgt die größte Blendenöffnung F3,9, im Telebereich F4,8. Für die Praxis bedeutet das, dass man mit vergleichsweise höheren ISO-Empfindlichkeiten fotografieren muss und damit Bildqualität opfert.

Bei der Bedienung hat sich Nikon ebenfalls etwas einfallen lassen. Die Coolpix S100 verfügt nämlich als eine der ersten Kompaktkameras über einen kapazitiven Touchscreen. Die kapazitive Touchscreen-Technik kommt beispielsweise beim iPhone und anderen modernen Smartphones zum Einsatz und ist unter anderem dafür verantwortlich, dass man sich mit dem Finger so elegant und federleicht durch das Interface wischen kann. Die meisten Kameras setzen dagegen resisitve Touchscreen-Panel ein. Diese reagieren nicht auf Berührung, sondern auf Druck – und erfordern daher immer etwas Nachdruck bei der Bedienung.

Für die Bedienung ist der kapazitive Touchscreen zuständig - Platz für mechanische Bedienelemente gibt es auf dem Gehäuse praktisch nicht.
Für die Bedienung ist der kapazitive Touchscreen zuständig – Platz für mechanische Bedienelemente gibt es auf dem Gehäuse praktisch nicht.

Hinzu kommt, dass kapazitive Touchscreens im Gegensatz zu ihren resistiven Kollegen Multitouch-Gesten unterstützen. Damit ist es auf der Nikon Coolpix S100 also theoretisch möglich, mit Zwei-Finger-Gesten elegant durch die Fotos zu zoomen. Wie gut das Interface wirklich ist und welche Funktionen es bietet, wissen wir noch nicht – aber wir sind gespannt auf ein Testgerät. Beim Display setzt Nikon übrigens auf eine 3,5 Zoll große OLED-Anzeige mit einer Auflösung von 640 mal 480 Pixeln (820.000 Subpixel).

Die Nikon Coolpix S100 soll bereits Anfang September im Handel erhältlich sein. Die gerade einmal 1,8 Zentimeter dicke und mit Technik vollgestopfte Kamera soll gerade einmal 269 Euro kosten – angesichts der Ausstattung klingt das nach einer deutlichen Kampfansage an die Konkurrenz. Der einzige offensichtliche Haken der Kamera ist die mit 150 Fotos sehr niedrige Akkulaufzeit. Die folgende Tabelle zeigt noch einmal die wichtigsten technischen Daten auf einen Blick.

Hersteller Nikon
Modell Coolpix S100
Preis 269 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS
Auflösung 16 Megapixel
Optischer Zoom 5-fach
Brennweitenbereich 28 – 140 mm
Lichtstärke F3,9 – F4,8
Bildstabilisator optisch
Empfindlichkeiten ISO 125 – 3200
Max. Fotoauflösung 4608 x 3456 Pixel
Max. Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel @ 30 fps
Display 3,5 Zoll, 640 x 480 Pixel, OLED, Touchscreen
Stromversorgung Lithium-Ionen-Akku
Akkulaufzeit (CIPA) 150 Fotos
Anschlüsse USB, HDMI
Mikrofon stereo
Abmessungen 9,9 x 6,5 x 1,8 cm
Gewicht 138 g

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