Olympus XZ-1 im Test: anspruchsvolle Digicam mit lichtgewaltigem F1,8-Objektiv

Die Olympus-Kompaktkameras der letzten Jahre fallen allesamt in die Schublade namens „Schnappschuss-Modelle“. Das ändert sich mit der XZ-1, die einen vergleichsweise großen Bildsensor und ein extrem lichtstarkes F1,8-Objektiv mitbringt. Wie sich die anspruchsvolle Digicam in der Praxis schlägt, verrät der Testbericht.

Die Olympus XZ-1 findet sich in dem Marktsegment der anspruchsvollen Kompaktkameras wieder, das zwischen den „gewöhnlichen“ Schnappschusskameras und den sogenannten EVIL-Kameras (Electronic Viewfinder, Interchangeable Lens) sitzt. Die Schnappschusskameras bieten im Vergleich zu den anspruchsvollen Kompaktkameras fürs gleiche Geld zumeist deutlich stärkere Zooms und unzählige Spielereien wie 3D-Foto, Schwenkpanorama & Co. Dafür können sie aber in puncto manuelle Einstellungsmöglichkeiten, Lichtstärke und Sensorgröße – also letztendlich in puncto Bildqualität – nicht mit der XZ-1 und ihren Marktbegleitern mithalten.

Auf der anderen Seite der kompakten Olympus finden sich die EVIL-Kameras wieder. Sie bringen deutlich größere Bildsensoren mit und überflügeln die XZ-1 mühelos in Sachen Bildqualität. Außerdem verfügen sie über die Möglichkeit zum Objektivwechsel und sind damit deutlich flexibler. Der Nachteil der EVIL-Kameras ist allerdings, dass sie – insbesondere mit Kit-Zoomobjektiv – deutlich sperriger sind. Noch.

Design

Der Olympus XZ-1 ist ihre Neigung zur ernsthaften Fotografie auf den ersten Blick anzusehen. Sie verzichtet auf Schnörkel und Spielereien beim Design, sieht aber dennoch schick aus. Wie alle Kameras in dieser Kategorie ist auch dieses Modell nicht wirklich kompakt, passt aber immerhin problemlos in die Jackentasche. Die einzige Ausnahme ist hier wohl derzeit die Canon PowerShot S95.

Auf der Front ist lediglich der Name des Herstellers, ein stolzer „F1.8″-Schriftzug sowie ein HD-Label zu sehen. Den restlichen Platz nimmt das Objektiv ein, das von einer abnehmbaren Linsenkappe geschützt wird. Hier wäre uns zwar eine automatisch öffnende Abdeckung lieber gewesen, aber immerhin: Wenn man die Kamera anschaltet, schiebt die herausfahrende Optik den Deckel von selbst beiseite. Wenn man danach nicht im Gras nach der Kappe suchen möchte, sollte man sie mit dem mitgelieferten Gummiband an der Kamera befestigen. Bei den allermeisten Konkurrenten muss man die Linsenabdeckung händisch vom Objektiv abnehmen. Aber kommt hier nicht einfach eine elektronische Linsenabdeckung zum Einsatz – das können schließlich auch spottbillige Kompaktkameras.

Um das Objektiv herum bringt der Hersteller einen Einstellring an, der zum Konfigurieren diverser Parameter herhält – je nachdem, welches Aufnahmeprogramm gerade gewählt ist. Fotografiert man etwa im Modus Blendenpriorität, so lässt sich mit dem Ring die Blendenöffnung verstellen. Das Bedienelement fühlt sich gut an und rastet beim Drehen spürbar. So ist es kein Problem, die gewünschte Einstellung schnell und sicher zu treffen. Canon hat bei seiner Powershot S95 ein ganz ähnliches System integriert.

Mit dem um das Objektiv herum angebrachten Drehring lassen sich wichtige Aufnahmeparameter schnell konfigurieren.
Mit dem um das Objektiv herum angebrachten Drehring lassen sich wichtige Aufnahmeparameter schnell konfigurieren.

Ganz rechts auf der Oberseite befindet sich der Moduswahlschalter mit den üblichen PASM-Modi, diversen Motivprogrammen und den von anderen Olympus-Kameras bekannten Art Filtern. Im Gegensatz zu den aktuellen EVIL-Kameras des Hersteller gibt es hier leider keine Möglichkeit, die Effekte feinzutunen oder übereinanderzulegen. Außerdem findet sich hier noch ein mit benutzerspezifischen Einstellungen belegbarer Custom-Slot. Das Modusrädchen ist dank zahlreichen horizontalen Rillen sehr griffig und rastet solide bei den verschiedenen Aufnahmeprogrammen ein. Wer sehr große Hände hat, wird sich vermutlich ein großzügigeres Bedienelement wünschen – ansonsten sind wir aber glücklich.

Weiter links folgt der Auslöser mitsamt umliegendem Zoomring, dahinter der Ein/Aus-Schalter. Mittig oberhalb des Objektivs befindet sich der Blitzschuh, der etwas unterhalb den selben Port aufweist, der auch bei Olympus‘ EVIL-Kameras zu finden ist. Dieser versorgt beispielsweise einen elektronischen Aufstecksucher mit Bilddaten. Ganz links versteckt sich der Ausklappblitz im Gehäuse.

Auf der Rückseite der Kamera dominiert das 3,0 Zoll große OLED-Display. Es ist auch in direktem Sonnenlicht noch erfreulich gut abzulesen. Allerdings eignet es sich nicht besonders gut, um Belichtung oder Farbwiedergabe zu beurteilen. Denn leider hat der Hersteller die Anzeige eher auf knallige und beeindruckende Farben optimiert anstatt auf Genauigkeit. Und damit wirken die Bilder auf dem Digicamdisplay kälter, gesättigter und kontrastreicher, als sie in Wirklichkeit sind.

Hübsch, aber leider nicht ganz farbecht: Das OLED-Display auf der Rückseite der Kamera löst 640 mal 480 Pixel (610.000 Subpixel) auf.
Hübsch, aber leider nicht ganz farbecht: Das OLED-Display auf der Rückseite der Kamera löst 640 mal 480 Pixel (610.000 Subpixel) auf.

Links oben auf der Rückseite befindet sich ein Schieber, der den integrierten Blitz nach oben schießen lässt. Rechts oben auf der Rückseite sitzt eine dedizierte Aufnahmetaste für den Videomodus. Direkt unter dem Record-Button gibt es eine Daumenablage, die mit ihrer gummierten Beschichtung für einen sicheren Halt in der Hand sorgt. Weiter unten folgen Taste zum Aufrufen des Wiedergabemodus, Vier-Wege-Pad mit umliegendem Einstellrädchen sowie zwei Tasten zum Aufrufen des Menüs und zum Ändern der auf dem Display dargestellten Informationen.

Seitlich an der Kamera befinden sich ein HDMI-Ausgang sowie ein kombinierter USB-, AV- und Lade-Port. Der Akku lässt sich nur in der Kamera selbst mit Strom betanken. Zwar gibt es auch ein externes Ladegerät, doch dieses ist nicht im Lieferumfang enthalten und muss für gut 10 Euro separat gekauft werden. Auf der Unterseite gibt es eine Klappe, hinter der sich das Akkufach und der Slot für SD-, SDHC- und SDXC-Speicherkarten befinden.

Wer schon einmal eine Kamera von Olympus in den Fingern hatte, wird sich bei der XZ-1 sofort zurechtfinden. Im Automatikbetrieb kommt ein vereinfachtes Interface zum Einsatz. In den anderen Aufnahmemodi konfiguriert der Fotograf die Kamera über ein Schnellmenü und die Direktwahltasten auf dem Gehäuse.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Olympus XZ-1 im Test: anspruchsvolle Digicam mit lichtgewaltigem F1,8-Objektiv

  • Am 14. September 2011 um 10:04 von Martin

    Effektfilter
    Servus,
    die Berichte sind sehr hilfreich, aber dennoch vermisse ich eine genaue Ausstattungsliste was die Kreativ-Filter oder Sonderfunktionen betrifft.
    Ich fotografiere berufllich gelegentlich mit einer Spiegelreflexkamera und möchte daher eine Kompakte mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten sowie einem Lichtstarken Opjektiv, da ich ungern blitze und gerne mit Tiefen-Unschärfe spiele Da ich viel Landschaft fotografiere ist bei mir ein Muss-Kriterium die Panorama-Funktion oder zumindest ein 16:9 Format. Bis hierher wäre die ideale die Nikon P300 – hat aber leider kein RAW, was echt toll ist. Weiters mag ich die Kreativ-Filter wie High-Key oder Tilt/Shift-Effekt. Was davon bietet die Olympus X-1 und wie ist die Bildqualität z.B. im Vergleich zur Nikon P300?

    lg, Martin

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