Fujifilm X10: anspruchsvolle Kompaktkamera mit CMOS-Sensor und Full-HD-Video

Man kann die Fujifilm FinePix X10 von zwei Seiten her betrachten: Einmal als Versuch, eine abgespeckte Version der sehr begehrten, aber ebenso teuren X100 auf den Markt zu bringen – der allerdings alles fehlt, was ihre große Schwester bei ihren Fans so begehrt macht. Andererseits kann man die FinePix X10 auch als ernsthaften Versuch seitens Fujifilm betrachten, sich im Segment der anspruchsvollen Kompaktkameras zu etablieren, um das sich derzeit die Alteingesessenen Hersteller Canon, Nikon und Panasonic mit den Newcomern Samsung und Olympus streiten. Und dann steht die X10 gar nicht mal so schlecht da, was Ausstattung und Design angeht. Wir nehmen den zweiten Fall.

Allerdings muss man im Hinterkopf behalten, dass Fujifilm noch keinen Preis bekanntgegeben hat. Und so ist es leider unmöglich, die Kamera irgendwo verlässlich einzuordnen. Wir formulieren es mal so: So lange die FinePix X10 nicht eine unerwartet gewaltige Bildqualität oder unfassbar revolutionäre Features mitbringt, ist alles über einer unverbindlichen Preisempfehlung von 600 Euro zu viel.

Update: Wir hatten auf der IFA die Gelegenheit, die Kamera in die Finger zu bekommen. Unsere ersten Eindrücke und Erfahrungen gibt es in der folgenden Fotostrecke zu sehen und zu lesen.

Fangen wir mit dem Sensor an. Der 2/3-Zoll-Chip ist etwas größer als die 1/1,7- beziehungsweise 1/1,63-Zoll-Chips, die in den übrigen anspruchsvollen Kompaktkameras zum Einsatz kommen. Allerdings ist die Auflösung mit 12 Megapixeln einen Tick höher, was den Größenvorteil, rechnet man ihn auf die Größe der einzelnen Pixel herunter, in etwa wieder wettmachen dürfte. Interessanter ist dagegen, dass Fujifilm einen CMOS-Sensor einsetzt, der den in sämtlichen Rivalen eingesetzten CCD-Chips in puncto Geschwindigkeit überlegen ist. Das zeigt sich beispielsweise im Full-HD-Videomodus, den kein anderer Konkurrent derzeit zu bieten hat. Die Serienbildgeschwindigkeit ist mit drei Fotos pro Sekunde bei voller und zehn Fotos pro Sekunde bei halber Auflösung nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt revolutionär.

Sehr schön: Der optische Zoom lässt sich mit dem um das Objektiv herum angebrachten Ring steuern.
Sehr schön: Der optische Zoom lässt sich mit dem um das Objektiv herum angebrachten Ring steuern.

Interessanter sind dagegen die drei sogenannten EXR-Modi, die der auch EXR-CMOS-Sensor genannte Chip ermöglicht. Es lassen sich nämlich die Bildpunkte auf dem Sensor gruppieren, und damit quasi zwei Fotos gleichzeitig mit unterschiedlichen Einstellungen einfangen. Im Modus Erweiterter Dynamikumfang beispielsweise schießt die Kamera mit jeweils sechs Megapixeln zwei unterschiedlich belichtete Aufnahmen und rechnet diese dann zu einem HDR-Bild zusammen. Hohe Lichtempfindlichkeit und geringes Bildrauschen fasst immer zwei benachbarte Pixel zusammen und verdoppelt damit deren Größe, was bei schlechten Lichtverhältnissen für eine bessere Bildqualität sorgen soll. Der Betriebsmodus Hohe Auflösung schließlich nutzt einfach die vollen 12 Megapixel des Sensors aus, um ein Fotos zu knipsen.

Das Vierfach-Zoom-Objektiv macht ebenfalls einen recht interessanten Eindruck. Es bietet zwar nicht unbedingt den längsten Zoom von allen Kameras in diesem Segment, überzeugt dafür aber mit einer guten Lichtstärke. Im 28-Millimeter-Weitwinkel bietet die Optik ein maximales Öffnungsverhältnis von F2,0, bei 112 Millimetern sind immerhin noch respektable F2,8 drin. Den Zoom steuert der Fotograf übrigens mit einem um das Objektiv angebrachten Ring. Das gefällt uns auf den ersten Blick sehr gut und passt bestens zum Retro-Styling der gesamten Kamera. Vom optischen Sucher darf man sich allerdings nicht zu viel erwarten – hier kommt nicht die raffinierte Hybridkonstruktion der X100 zum Einsatz, sondern lediglich ein Notfall-Gucklock, wie es auch die Canon PowerShot G12 und die Nikon Coolpix P7100 bieten.

Leider bietet die X10 nicht den raffinierten Hybrid-Sucher der X100, sondern nur ein gewöhnliches Guckloch mit 85 Prozent Bildfeldabdeckung. Auf der anderen Seite dürfte sich das positiv auf den Preis auswirken.
Leider bietet die X10 nicht den raffinierten Hybrid-Sucher der X100, sondern nur ein gewöhnliches Guckloch mit 85 Prozent Bildfeldabdeckung. Auf der anderen Seite dürfte sich das positiv auf den Preis auswirken.

Der letzte wichtige Aspekt der Kamera wird ihre Leistung sein. Nachdem die Digicams in diesem Marktsegment grundsätzlich nicht besonders flott unterwegs sind und die große Schwester X100 ziemlich langsam ist, haben wir nicht allzu hohe Erwartungen, was die Performance der X10 angeht. Aber wir lassen uns hier gerne überraschen. Ein wenig enttäuschend ist dann schließlich noch das Display: Es ist vergleichsweise klein, löst nur 480 mal 320 Pixel auf und lässt sich weder schwenken noch drehen. Wir warten gespannt auf ein Testgerät.

Hersteller Canon Fujifilm Olympus Panasonic Samsung
Modell PowerShot S95 FinePix X10 XZ-1 Lumix DMC-LX5 EX1
Preis (UVP) 409 Euro noch nicht bekannt 479 Euro 529 Euro 549 Euro
Sensor 1/1,7-Zoll-CCD 2/3-Zoll-EXR-CMOS 1/1,63-Zoll-CCD 1/1,63-Zoll-CCD 1/1,7-Zoll-CCD
Auflösung 10 Megapixel 12 Megapixel 10 Megapixel 10 Megapixel 10 Megapixel
Optischer Zoom 3,8-fach 4,0-fach 4,0-fach 3,8-fach 3,0-fach
Brennweitenbereich 28 – 105 mm 28 – 112 mm 28 – 112 mm 24 – 90 mm 24 – 72 mm
Lichtstärke F2,0 – F4,9 F2,0 – F2,8 F1,8 – F2,5 F2,0 – F3,3 F1,8 – F2,4
Naheinstellgrenze 5 cm 1 cm 1 cm 1 cm 1 cm
Bildstabilisator optisch optisch mechanisch optisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 80 – 3200 ISO 100 – 12.800 ISO 100 – 6400 ISO 80 – 3200 ISO 100 – 3200
Display 3,0 Zoll, LCD, fest 2,8 Zoll, LCD, fest 3,0 Zoll, OLED, fest 3,0 Zoll, LCD, fest 3,0 Zoll, OLED, flexibel
Videoaufnahme 1280 x 720 Pixel @ 24 fps 1920 x 1080 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 640 x 480 Pixel @ 30 fps
Mikrofoneingang nein keine Angabe ja nein nein
Zubehörschuh nein ja ja ja ja
Abmessungen 10,0 x 5,8 x 3,0 cm 11,7 x 7,0 x 6,2 11,1 x 6,5 x 4,2 cm 11,0 x 6,6 x 4,3 cm 11,4 x 6,3 x 2,9 cm
Gewicht 193 g ca. 350 g 310 g 231 g 300 g

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