Highspeed-Hybrid von JVC: GC-PX10 stemmt 50 fps im Foto- und 250 fps im Videomodus

JVC baut Autoradios, Kopfhörer, Audio-Systeme, Beamer und Camcorder. Jetzt wagt sich der japanische Konzern in ein neues Feld vor: digitale Fotokameras – allerdings mit außergewöhnlichem Design. Die GC-PX10 erinnert an eine NEX-Systemkamera von Sony, vor die man anstelle eines Objektivs einen kleinen Camcorder geschraubt hat. Und dementsprechend fließend ist interessanterweise auch der Übergang zwischen den beiden Produktklassen. Die Digicam wartet nämlich sowohl im Foto- als auch im Videobereich mit interessanten Features auf. Hauptverantwortlich für die Leistung ist jeweils der rechenstarke Falconbrid-Prozessor, der auch in professionellen Kameras oder im 3D-Camcorder Everio GS-TD1 des Herstellers Verwendung findet.

Im Fotomodus schießt die Kamera bis zu 50 Fotos pro Sekunde – und das mit einer Auflösung von 8,3 Megapixeln. Die Pufferspeicher der Digicam bieten Platz für bis zu 130 Fotos. Die Kamera braucht also nach gut zweieinhalb Sekunden Serienbilddauerfeuer mit voller Geschwindigkeit eine Verschnaufpause. Im „normalen“ Fotomodus beträgt die Auflösung übrigens 12 Megapixel. Es kommt ein rückseitig belichteter Bildsensor zum Einsatz, der eine maximale Lichtempfindlichkeit von ISO 6400 erlaubt.

Auch bei der Videoaufnahme hat die GC-PX10 Äußergewöhnliches zu bieten. Die Kamera fängt Full-HD-Videos mit 1920 mal 1080 Pixeln und 50 Vollbildern pro Sekunde ein. Die Datenrate beträgt dabei 36 MBit pro Sekunde und liegt damit deutlich über dem, was vergleichbar teure Camcorder oder Fotokameras schaffen. Und die Rechnung ist einfach: Mehr Datenrate bedeutet – grob gesagt – mehr Details und damit mehr Bildqualität. Wer sich mit auf 640 mal 360 Pixel reduzierter Auflösung zufrieden gibt, wird mit einer zeitlupentauglichen Bildrate von 250 fps belohnt. 250 fps bedeuten, dass eine aufgenommene Sekunde bei der Wiedergabe zehn Sekunden dauert. Die maximale Aufnahmedauer liegt hier übrigens bei zwei Stunden. Genug, um ein ganzes Fußballspiel am Stück aufzunehmen und anschließend in Zeitlupe zu analysieren. Auf der anderen Seit gibt es auch eine Zeitraffer-Funktion, die wahlweise einmal pro Sekunde oder alle fünf beziehungsweise 40 Sekunden ein Foto einfängt.

Das 3,0 Zoll große Display ist beweglich aufgehängt, löst mit 320 mal 240 Pixeln allerdings nicht besonders hoch auf.
Das 3,0 Zoll große Display ist beweglich aufgehängt, löst mit 320 mal 240 Pixeln allerdings nicht besonders hoch auf.

Als Objektiv kommt eine Kinoca-Minolta-Linse mit einem zehnfachen optischen Zoom zum Einsatz. Der Brennweitenbereich beginnt im Weitwinkel bei 37,4 Millimetern im Kleinbildäquivalent und endet im Telebereich bei 374 Millimetern. Nachdem im Videomodus ein kleinerer Bereich auf dem Bildsensor ausgelesen wird, verschiebt sich hier der Brennweitenbereich auf 43,3 bis 433 Millimeter. Die größten Blendenöffnungen betragen F2,8 im Weitwinkel und F4,5 im Telebereich. JVC hat übrigens bereits auf der CES 2011 in Las Vegas ein ähnliches Modell gezeigt. Allerdings hat es die GC-PX1 niemals nach Deutschland geschafft und ist nur in Japan in den Handel gekommen.

Einen ganz ähnlichen Foto-Video-Highspeed-Hybriden wie die GC-PX10 haben wir übrigens vor gut drei Jahren schon einmal gesehen, damals von Casio. Die Exilim EX-F1 war Anfang 2008 mit die erste Digicam, die über eine Full-HD-Videofunktion verfügte und schaffte im Serienbildmodus 60 Aufnahmen pro Sekunde. Im Videomodus waren bei reduzierter Auflösung sogar maximal 1200 fps möglich. Allerdings war die Kamera mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 800 Euro alles andere als ein Schnäppchen und konnte dem Hersteller keine großen Erfolge bescheren. Wir sind gespannt, wie sich die mit einer UVP von 899 Euro noch etwas teurere JVC GC-PX10 schlagen wird.

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