The Artist is present: das langweiligste Computerspiel der Welt

"The Artist is present" - Das langweiligste Spiel der WeltComputerspiele sind schnell, laut und bunt. Und natürlich sind sie realistisch. Das ist immer so. Das ist das Geheimnis. Immer? Nein, nicht immer. Mit „The Artist is present“ tritt ein Computerspiel an, die Gamer-Welt auf den Kopf zu stellen. „The Artist is present“ ist das wohl langweiligste Spiel der Welt – mit voller Absicht. Der Spieler hat nichts anderes zu tun, als zu warten, bis er sein Ziel erreicht. Trotzdem ist das Spiel in aller Munde. Vielleicht, weil es wenigstens eine der obengenannten Regeln erfüllt. Es ist realistisch.

Pippin Barr, der Erfinder des Spiels, fand die Inspiration dafür im realen Leben. „The Artist is present“ hieß eine Performance der Künstlerin Marina Abramovic, die im Frühjahr 2010 weltweit Aufsehen erregte: Sie setzte sich im New Yorker Museum of Modern Art einfach nur schweigend an einen Holztisch. 75 Tage lang. Wer Lust hatte, konnte gegenüber Platz nehmen. Dafür stand ein einziger Stuhl bereit. Was jetzt nicht unbedingt spannend klingt, wurde ein Renner. Die Menschen standen stundenlang an, nur um sich kurz auf den Stuhl vor der Serbin zu setzen.

Genau das baute Barr nach.

Gesteuert wird das Spiel, dessen grafischer Level eher in den frühen 80er Jahren angesiedelt ist, per Tastatur. Cheats gibt es angeblich nicht. Dafür pixlelige Aufseher, die verhindern, dass man sich vordrängelt. Wer erwischt wird, muss zurück zum Anfang. Ach ja, ein Schritt aus der Schlange wird auch sofort bestraft. Die hinter einem wartenden Figuren schließen die Lücke sofort. Also zurück zum Glück. In der Ruhe liegt die Kraft. Und weil Barr sich auch noch an die echten Öffnungszeiten des MoMA hält, wird das Spiel zu einer echten Nervenprobe. Von Mittwoch bis Montag von 16:30 bis 23:30 Uhr deutscher Zeit haben wir die Chance, uns bis zu Frau Abramovic durchzustehen. Barr arbeitet übrigens am Zentrum für Computerspielforschung der IT-Universität von Kopenhagen. Wir hoffen, er hat noch bessere Ideen auf Lager.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu The Artist is present: das langweiligste Computerspiel der Welt

  • Am 22. September 2011 um 19:46 von Tristan Panssen

    Boring Game
    Schon mal was von Desert Bus gehört?

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