Tomografie trifft YouTube: Videos direkt aus dem Gehirn auslesen

Wissenschaftlern vom Gallant Lab der Universität Berkeley in Kalifornien ist es gelungen, kürzlich angesehenes Bildmaterial anhand feiner Veränderungen im Blutfluss der für das Sehen zuständigen Hirnareale zu rekonstruieren. Es ist jedoch eine deutliche Abweichung vom Original vorhanden. Das Original des Bilds oder Videos wird vielmehr erahnt als einfach nur wiedergegeben.

Die Forscher erklären, dass ein direktes Auslesen der Bilder aus den Neuronen zur Zeit noch nicht möglich ist. Beim verwendeten Hirnscan beziehen sich die Wissenschaflter auf den Sauerstoffgehalt der roten Blutkörperchen. Dieser soll von der neuralen Aktivität abhängen und wirkt sich direkt auf das fMRT-Bild aus. Ein Nachteil ist jedoch das fehlende Bildsignal. Somit werden Bilder mit ähnlichem Material verglichen, um auf das Bild im Hirn des Probanden zu schließen. Als Quelle dienen dabei 18 Millionen Sekunden zufälliges Videomaterial von YouTube.

Ein Mensch ist so zwar immer noch als Mensch zu erkennen, jedoch stimmen Details wie Kleidung, Haarfarbe oder Hintergrund mit dem Original nicht überein. Als mögliche Einsatzgebiete sehen die Forscher neue Computermodelle, die auf den Hirnscans basieren. Diese sollen bei der Diagnose von Gehirnschlag oder Demenz sowie medizinischen Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen.

Ob sich irgendwann auch Träume oder Gedanken messen oder rekonstruieren lassen, wollen die Forscher nicht sagen. Es ist noch nicht bekannt, ob das Vorstellungsvermögen im Gehirn des Menschen funktionell ähnlich gestaltet ist wie die Wahrnehmung.

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