Inzwischen hat fast jeder Digicam-Hersteller eine solche EVIL-Kamera im Angebot – von Sony und Samsung über Panasonic und Olympus bis hin zu Pentax und Ricoh. Lediglich die Giganten Canon und Nikon hielten sich bislang zurück. Bislang. Denn jetzt, zwei Jahre nach dem Auftauchen der ersten spiegellosen Systemkameras, ist Nikon ebenfalls mit von der Partie. Der japanische Hersteller hat sich den Markt definitiv in Ruhe angesehen. Und auch wenn wir nicht mit allen Entscheidungen einverstanden sind, die Nikon getroffen hat, so müssen wir doch zugeben: Anstelle eines Me-Too-Produkts sind unterm Strich zwei wirklich einzigartige Kameras herausgekommen: die Nikon 1 J1 und die Nikon 1 V1.

Klammert man Pentax aus, so setzt das Nikon-1-System von allen derzeit im Markt befindlichen System auf den kleinsten Sensor: Der lichtempfindliche Chip hat einen Crop-Factor von 2,7. Damit ist es theoretisch möglich, kompaktere Kameras und Objektive zu bauen als die Konkurrenz. Auf der anderen Seite bedeutet ein kleinerer Sensor jedoch auch weniger lichtempfindliche Fläche und damit eine schlechtere Bildqualität – jedenfalls in der Theorie. Um die Pixel nicht zu klein werden zu lassen, hat der Hersteller die Auflösung deshalb bei lediglich 10 Megapixeln belassen, was für die allermeisten Einsatzgebiete allerdings auch völlig ausreichen sollte. Außerdem verfügt der Chip über einen integrierten Phasenvergleichs-Autofokus, was – jedenfalls auf dem Papier – für eine Geschwindigkeit sorgen dürfte, wie sie sonst nur DSLRs bieten.

Zusammen mit den beiden Kameras hat Nikon vier Objektive angekündigt. Es gibt zwei einigermaßen kompakte Zoomobjektive mit 10 bis 30 und 30 bis 110 Millimetern Brennweite, eine sperrige Superzoom-Optik mit 10 bis 100 Millimetern und eine 10-Millimeter-Pancake-Linse. Die folgende Tabelle zeigt die Preise für die Hardware auf einen Blick.

  Nikon 1 J1 Nikon 1 V1
Mit 10-30mm 599 Euro 869 Euro
Mit 10mm 649 Euro 919 Euro
Mit 10-30mm und 30-110mm 759 Euro 1029 Euro
Mit 10-30mm und 10mm 759 Euro 1029 Euro

Design

Das Design gehört mit zu den Schwachstellen der Nikon 1 J1. Die Kamera ist einen Hauch kleiner als die Konkurrenten Panasonic Lumix DMC-GF3 und Olympus E-PM1 und wirkt wie eine etwas aufgedunsene Kompaktkamera mit abgerundeten Ecken und praktisch leerer Frontplatte. Was Nikon leider nicht von der Konkurrenz gelernt hat, ist, dass einer solchen Kamera ein kleiner Handgriff sehr gut steht. Zwar ist das glänzende Gehäuse nicht so glitschig wie es aussieht, aber besonders sicher fühlen wir uns beim einhändigen Fotografieren nicht.

Auf der Oberseite des Gehäuses befinden sich ein kleiner Ein/Aus-Schalter sowie zwei große Tasten für Auslöser und Videoaufnahme. Im Gegensatz zur Schwester V1 verfügt die J1 über einen Popup-Blitz, der im ausgefahrenen Zustand etwas an die roten Fähnchen von alten US-Briefkästen erinnert. Soweit gibt es keine Überraschungen.

Die Nikon J1 wird in den Farben Silber, Weiß, Pink, Rot und Schwarz erhältlich sein. Der Marktstart soll Ende Oktober erfolgen.
Die Nikon J1 wird in den Farben Silber, Weiß, Pink, Rot und Schwarz erhältlich sein. Der Marktstart soll Ende Oktober erfolgen.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Nikon 1 J1 im Test: blitzschnelle Schnappschuss-Systemkamera mit Wechselobjektiven

  • Am 3. Oktober 2011 um 11:24 von Michael Nebel

    Nikon 1
    Hmmm…. irgendwie kommt es mir so vor, als ist Nikon da nicht wirklich was Vernünftiges eingefallen. Was nützen 60B/s, wenn der Puffer schon nach 15 Bildern voll ist!? Auf der Suche nach einer "Kompakten" für HD-Filmen als Begleiter für mein System D700s jedenfalls ist das Teil unbrauchbar.
    Und selbst für Neueinsteiger nicht zu empfehlen, da ich davon ausgehe, dass dieses Nischenprodukt in der Nische bleiben wird.

    Gruss Michael Nebel

    • Am 12. November 2011 um 20:24 von Jürgen

      AW: Nikon 1
      also ich hab sie seit vier Tagen im Betrieb und eine echte Freude mit dem Handling und den Bildern. echt klasse Ding. Sehr tragbar und einfach, trotzdem ein wenig "DSLR-Feeling". Und ich fnde sie auch sehr stylisch.

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