Sonys Alpha SLT-A35 unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von klassischen Spiegelreflexkameras: Der Spiegel vor dem Bildsensor ist starr angeordnet. Damit der lichtempfindliche Chip dennoch das Motiv einfangen kann, ist der Spiegel teildurchlässig ausgeführt – ein Großteil des Lichts gelangt auf den Sensor. Der reflektierte Anteil dagegen gelangt zu einem Phasenvergleichssensor, der für ein schnelles Fokussieren sorgt. Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass die aufwändige Spiegelmechanik wegfällt. Außerdem haben sowohl Bild- als auch Autofokus-Sensor das Motiv stets im Blick. Das sorgt im Serienbildmodus für ein schnelleres Scharfstellen. Zudem funktioniert der Phasenvergleichs-Autofokus so auch im Videomodus.

Wo Licht ist, da ist allerdings auch Schatten. So reicht die vom teildurchlässigen Spiegel reflektierte Lichtmenge nicht aus, um einen hellen optischen Sucher zu ermöglichen. Stattdessen sitzt hinter dem Okular auf der Rückseite der Kamera ein kleines Display. Und leider kommen diese elektronischen Sucher in puncto Qualität immer noch nicht ganz an ihre optischen Pendants heran, was die verzögerungsfreie Darstellung angeht.

Design & Ausstattung

Die Sony Alpha SLT-A35 ist für ihre Größe relativ leicht und fühlt sich dementsprechend auch etwas nach Plastik an. Das Design ist funktional, aber eher langweilig. Auf der Rückseite der Kamera dominiert das 3,0 Zoll große Display, das mit 640 mal 480 Pixeln (921.000 Subpixeln) erfreulich hoch auflöst. Oberhalb des Bildschirms befindet sich der elektronische Sucher mit einer Auflösung von 800 mal 480 Bildpunkten (1.150.000 Subpixel). Beide Anzeigen sind ordentlich scharf, weisen allerdings etwas unterschiedliche Kontraste auf. So ist es unter Umständen nicht ganz einfach, Nuancen bei der Belichtung korrekt zu beurteilen. Der Sucher bietet dafür im Vergleich zu Spiegelreflexkameras in diesem Preisbereich eine sehr gute Vergrößerung und ist ordentlich dimensioniert. Im Gegensatz zur Vorgängerin A33 verfügt die A35 leider nicht mehr über ein dreh- und schwenkbar aufgehängtes Display.

Beim Layout der Bedienelemente gibt es keine großen Überraschungen. Rechts neben dem Bildschirm befindet sich ein Vier-Wege-Pad mit mittiger Autofokus-Taste. Neben der Navigation durch die Menüs dient das Pad auch zum direkten Aufrufen der Einstellungen von Serienbildmodus/Selbstauslöser, ISO-Empfindlichkeit und Weißabgleich sowie zum Anpassen der auf dem Bildschirm und im Sucher dargestellten Informationen. Unterhalb des Vier-Wege-Pads sitzen zwei Buttons zum Wechseln in den Wiedergabemodus und zum Löschen von Fotos. Oben gibt es eine mit Fn beschriftete programmierbare Funktionstaste.

Keine Schönheit, aber funktional: So sieht die Sony Alpha SLT-A35 von oben aus.
Keine Schönheit, aber funktional: So sieht die Sony Alpha SLT-A35 von oben aus.

Oben auf dem Handgriff der Kamera sitzt der von einem Ein/Aus-Schalter umgebene Auslöser. Dahinter folgt eine mit D-Range beschriftete Taste, die zum Aktivieren einer Funktion zum Verbessern des Dynamikbereichs und zum Einschalten der HDR-Automatik dient. Schräg links dahinter sitzt ein Button zum Umschalten zwischen elektronischem Sucher und rückseitigem Display. Versetzt dahinter befinden sich noch je eine dedizierter Taste zum Starten der Videoaufnahme, zum Anpassen der Belichtungskorrektur und für den Belichtungsspeicher.

Links auf der Oberseite bringt Sony eine Menü-Taste unter. Daneben sitzt das Modusrädchen, das neben den üblichen PASM-Modi zwei Automatiken bereithält: Auto und Auto+. Im Wesentlichen unterscheiden sich die beiden Betriebsarten darin, dass die Kamera im Modus Auto+ bei Bedarf noch auf Mehrfachaufnahme-Funktionen wie HDR-Automatik zurückgreift. Hier muss der Fotograf dann gegebenenfalls mit längeren Speicherpausen zwischen zwei aufeinanderfolgenden Aufnahmen rechnet. Außerdem arbeiten viele Multishot-Modi bei bewegten Motiven nicht fehlerfrei und bringen seltsame Artefakte auf die Bilder. Dann bietet die A35 auf dem Modusrädchen noch eine Automatik, die auf die Verwendung des Blitzes verzichtet, einen Auswahlpunkt, der die Szenenprogramme beinhaltet, einen Schwenkpanoramamodus sowie eine Highspeed-Serienbildfunktion für sieben Fotos pro Sekunde.

Mit der Position der Videoaufnahme-Taste sind wir nicht ganz zufrieden – der Knopf befindet sich vergleichsweise weit links und ist mit dem rechten Daumen nicht besonders gut zu erreichen. Außerdem gibt es keine unkomplizierte Möglichkeit, Bildqualität und Auflösung anzupassen. Wer viel zwischen JPEG-Serienbildmodus und RAW+JPEG-Einzelbildaufnahme wechselt, wird diese Taste vermissen – der Weg führt jedes Mal durchs Hauptmenü. Die Fn-Taste lässt sich nicht mit dieser Funktion belegen.

Sowohl das Display als auch der elektronische Sucher überzeugen mit hohen Auflösungen.
Sowohl das Display als auch der elektronische Sucher überzeugen mit hohen Auflösungen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Sony Alpha SLT-A35 im Test: sehr gute Spiegelreflexkamera mit starrem Spiegel

  • Am 18. November 2011 um 15:54 von mike

    sony alpha slt-35
    ja..und wird in einer kleinen Filmproduktion verwendet…
    dannach dann halt eine Red Epic..oder P+S oder Arri21..

    der Pionier denkt wie SERGIO LEONE…

    das Ding liefert genug um…

    grüsse out h9

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