Für die meisten Käufer eines Notebooks dürfte am Ende eben doch der Preis ausschlaggebend sein. Das Medion Erazer 6815 spielt trotz umfangreicher Ausstattung mit 769 Euro in einer sehr interessanten Liga. Viele Geräte, die ähnlich konfiguriert sind, kosten mehr als 1000 Euro. Aber gibt es am Ende nicht doch einen großen Haken bei der Medion-Maschine?

Design

Während man sich über die gute Ausstattung wundert, erfüllt das Chassis schon eher die Erwartungen – leider im negativen Sinne. Die schnellen Komponenten stecken in einem Kunststoffgehäuse Marke Plastikbomber. Die vielen in schwarzem Hochglanzlack getauchten Flächen ziehen Fingerabdrücke geradezu magisch an. Deswegen liefert Medion gleich ein Putztuch mit. Zwar sieht das Gerät jetzt nicht besonders schick aus, die Verarbeitung geht aber in Ordnung. Auch an der Stabilität gibt es nichts auszusetzen. Insofern erfüllt das Chassis schon seinen Zweck. Das Notebook misst 38,5 mal 38,2 Zentimeter und ist 2,6 bis 3,78 Zentimeter dick. Das Gewicht beträgt 2,7 Kilo. Das sind sicher keine Bestwerte – LGs 15-Zöller ist beispielsweise satte 500 Gramm leichter – bewegt sich aber immer noch im Rahmen des Erträglichen.

Tastatur und Touchpad

Das Medion hat eine Chicklet-Tastatur, zwischen den einzelnen Tasten sind kleine Abstände. Das Keyboard mit Ziffernblock lässt aber zu wünschen übrig: Es fühlt sich billig an und klingt auch nicht besser. Die Tasten haben keinen eindeutig definierten Anschlag, das heißt: Es tippt sich relativ schwammig. Für Anwender, die nicht gerade ihre Memoiren oder einen Roman darauf schreiben wollen, reicht die Tastatur aber vermutlich aus. Eine Webadresse bekommt man damit allemal hin.

Das Touchpad besteht aus demselben Material wie die Handballenauflage. Es hebt sich durch eine kleine Vertiefung ab. Man würde sich wünschen, dass sich der Finger ein wenig geschmeidiger darüber bewegen lässt. An den Maustasten gibt es nichts auszusetzen. Oben links sitzt ein Fingerabdruckscanner. Dieses Feature kennt man nur von Business-Maschinen. Aber auch im Consumerumfeld leistet es gute Dienste: Der Login geht damit einfach deutlich schneller.

Display

Der 15,6-Zoll-Screen löst 1920 mal 1080 Pixel auf, also Full-HD. Das ist deutlich mehr als die 1366 mal 768 Pixel, die die meisten Consumer-15-Zöller bieten. Leider hat das Panel eine glänzende Beschichtung, deutlich sichtbare Reflexionen sind also vorprogrammiert. Horizontal und vertikal hat der Screen eine mäßige Blickwinkelstabilität, das Bild ändert sich also relativ schnell, wenn man nicht direkt auf den Screen sieht. Durch die hohe Pixeldichte hat der Screen eine sehr scharfe Darstellung. In Verbindung mit dem Blu-ray-Laufwerk fungiert das Gerät als mobiles Kino. Die integrierte Webcam löst 1,3 Megapixel auf.

Schnittstellen

Auf der linken Seite befinden sich die Schublade des Blu-ray-Laufwerks, das die neuen Silberscheiben aber nur liest und nicht beschreibt, zwei USB-2.0-Ports, eine Gigabit-Ethernet-Buchse sowie der Stromanschluss. Rechts sitzen Mikrofoneingang, Kopfhörerausgang, zwei USB-3.0-Ports, HDMI und VGA. Leider sind die Schnittstellen rechts weit vorne auf Höhe der Handballenauflage positioniert, eingesteckte Kabel sind den Händen schnell im Weg. Auf der Vorderseite ist ein Kartenleser zu finden, der die Formate SD, SDHC, SDXC, MMC, MS und MS-Pro beherrscht.

Komponenten und Leistung

Das Erazer wird von einem Core i7-2630QM angetrieben, Intels Basis-Vierkern. Er hat Hyperthreading, 6 MByte L2-Cache und läuft mit 2 GHz Basistakt. Turbo Boost übertaktet einzelne Kerne innerhalb der thermischen Grenzen zeitweise bis auf 2,9 GHz. Die bei den größeren Modellen integrierte Hardwarebeschleunigung für AES-Verschlüsselung ist nicht integriert. Davon profitieren Anwendungen wie Truecrypt oder Winzip 14 beim Packen verschlüsselter Archive.

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