Bluetooth 4.0 im iPhone 4S: was der neue Funkstandard kann und wofür man ihn braucht

Letzte Woche hat Apple mit Pauken und Trompeten sein neues iPhone 4S vorgestellt – mit gleichem Gehäuse, gleichem Display und gleicher Auflösung. Unter der Haube hat sich allerdings einiges geändert: Der Prozessor ist schneller geworden, der Grafikchip bietet mehr Leistung, die Software verfügt über zahlreiche neue Funktionen, die Kamera soll bessere Fotos schießen und Full-HD-Videos einfangen, und es ist Bluetooth 4.0 an Bord.

Bluetooth 4.0? Dabei gibt es doch noch nicht einmal besonders viele Geräte mit Bluetooth 3.0. Wofür brauchen wir denn schon wieder eine neue Version?

Die Antwort ist recht einfach: für mobile Geräte, bei denen es streng mit den begrenzten Energiereserven hauszuhalten gilt. Bluetooth 4.0 soll nämlich deutlich weniger am Akku nagen als die vorherigen Versionen. Das wiederum soll zahlreiche Hersteller dazu ermutigen, den universellen Standard anstelle einer proprietären, stromsparenderen Lösung einzusetzen. Und damit könnten dann alle nur erdenklichen Sensoren und Geräte miteinander kommunizieren.

Ein Beispiel wären diverse Schrittzähler, Pulsmesser oder Blutzuckermessgeräte. Diese Sensoren kommunizieren derzeit über proprietäre Wege mit einem Kontrollmonitor oder einer Jogging-Armbanduhr. Käme hier der offene Standard Bluetooth 4.0 zum Einsatz, ließen sich die Daten auch mit dem Smartphone oder dem Notebook abfragen. Eines der ersten dieser Geräte wird wohl ein gerade einmal 46 Gramm schwerer Pulsmess-Brustgurt von Dayton Industrial werden, der Bluetooth-Chips von Nordic Semiconductor einsetzt.

Mit 46 Gramm wiegt das Bluetooth-4.0-Pulsmessgerät weniger als zwei AA-Batterien. Eine CR2032-Knopfzelle soll es 1,5 Jahre lang mit Energie versorgen - bei einer Stunde Nutzung am Tag.
Mit 46 Gramm wiegt das Bluetooth-4.0-Pulsmessgerät weniger als zwei AA-Batterien. Eine CR2032-Knopfzelle soll es 1,5 Jahre lang mit Energie versorgen – bei einer Stunde Nutzung am Tag.

Braucht man also unbedingt sofort Bluetooth 4.0? Nicht unbedingt. Auch wenn die vierte Version des Funkstandards bereits vor knapp zwei Jahren verabschiedet wurde, kann man die Anzahl der damit ausgestatteten Geräte noch an einer Hand abzählen. Bis es eine nennenswerte Verbreitung auf dem Markt gibt, wird noch einiges Wasser die Isar hinunterfließen. Ein Killer-Argument für das iPhone 4S ist der energiesparende Funk also nicht. Aber in den nächsten zwei bis vier Jahren könnten mit Bluetooth 4.0 ausgestattete Sensoren und Gadgets sowie mit dazu passenden Apps bestückte Smartphones für mächtig Furore sorgen.

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