OliveOfficeEditor für Android: Was taugen kostenlose Office-Anwendungen?

Um unterwegs auf dem Smartphone mit Word-Dokumenten, Powerpoint-Präsentationen oder Excel-Tabellen zu arbeiten, können Android-Nutzer auf kostenpflichtige Apps wie Documents To Go oder QuickOfficePro zurückgreifen. Aber muss man denn gleich Geld ausgeben, um auf dem Smartphone Word-Dokumente zu erstellen, Excel-Tabellen zu bearbeiten oder Powerpoint-Präsentationen den letzten Schliff zu verpassen – oder sind kostenlose Office-Suites wie die Android-App OliveOfficeEditor ein gute Alternative zu den teuren Office-Anwendungen?

Auf den ersten Blick hat auch die Umsonst-Variante alles Nötige im Gepäck. Wie ihre kostenpflichtige Konkurrenz unterstützt OliveOffice die gängigen Office-Formate, also Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien mit den Endungen DOC und DOCX, XLS und XLSX sowie PPT und PPTX. Auch PDF-Dokumente lassen sich mit der App betrachten. Ist das Programm gestartet, haben Nutzer nicht nur die Möglichkeit, über den integrierten File-Browser Dokumente von der microSD-Karte zu öffnen, sondern auch Zugriff auf ihre Google-Docs-Files sowie auf in der Dropbox gespeicherte Dateien. Zudem sind erst kürzlich bearbeitete oder als Favoriten markierte Dokumente über die Menüpunkte Recent Files und Starred Files schnell wieder auf den Schirm geholt. Mit einem Klick auf das Plus-Symbol in der linken unteren Ecke können Smartphone-Besitzer dann neue Dokumente erstellen. Eigentlich gibt es hier kaum einen Unterschied zu den kostenpflichtigen Anwendungen. Doch schon beim Öffnen von bestehenden Dokumenten hat OliveOffice so seine Probleme und spuckt gerne einmal eine Fehlermeldung aus.

Beim Betrachten von Word-Dokumenten, die ausschließlich aus Text bestehen, erledigt OliveOffice allerdings einen akzeptablen Job und stellt die Formatierungen im Großen und Ganzen korrekt dar. Wer jedoch Word-Dateien mit eingebetteten Bildern öffnet, wird enttäuscht sein. Denn die Grafiken oder Fotos sucht man im Text vergeblich, und es lassen sich auch keine hinzufügen – beispielsweise von der SD-Karte des Mobiltelefons. Auch mit Hyperlinks kommt die App nicht klar. Zum Bearbeiten der Dokumente sind die grundlegendsten Funktionen vorhanden. Über die Bedienleiste am oberen Bildschirmrand sind die Tools zum Markieren von Textpassagen oder zum Ändern der Inhalte sowie der Formatierung auch schnell ausgewählt. Per langem Fingertipp lassen sich dann markierte Abschnitte kopieren, ausschneiden und wieder einfügen. Darüber hinaus ist es möglich, die Schriftgröße- sowie -farbe zu ändern und dem Text die einfachen Formatierungen fett, kursiv und unterstrichen zuzuweisen. Eine Möglichkeit, die Schriftart zu verändern, fehlt jedoch.

Beim Öffnen von Powerpoint-Präsentationen treten kaum Probleme auf – bei der Darstellung dann allerdings schon. Mit reinem Text und der Formatierung hat OliveOffice zwar keine großen Mühen, und Bilder zeigt das Tool auch noch an. Doch alles, was über einfache Pfeil-Symbole hinausgeht, kann die App dann nicht mehr darstellen. Beim Bearbeiten beziehungsweise Erstellen von Präsentationen beschränkt sich die Funktionalität des Programms auf das Kopieren, Einfügen und Löschen von Folien sowie das Editieren von Text.

Das Excel-Modul wirkt noch am ausgereiftesten und kommt der kostenpflichtigen Konkurrenz relativ nah, obwohl sich auch hier OliveOffice beim Öffnen von aufwendigeren Excel-Dokumenten gerne mit einer Fehlermeldung verabschiedet. Einfache Excel-Tabellen stellt die App überwiegend gut dar. Mit Umlauten scheint OliveOffice nicht zu rechnen und zeigt nur ein Fragezeichen an. In Sachen Funktionsumfang hält der Excel-Part von OliveOffice einige einfache Formeln wie Sum oder AND, IF oder MIN und MAX bereit. Zudem lassen sich verschiedene Formate für Zahlen auswählen. Zum Beispiel kann der Nutzer einstellen, dass die App Werte in Prozent, als Datum oder mit zwei Nachkommastellen darstellt. Die Zellinhalte selbst lassen sich auch grundlegend formatieren. So ist es beispielsweise möglich, die Schriftgröße zu ändern oder die Zellen farblich zu markieren. Zellen und Spalten einfügen, kopieren oder löschen funktionieren ebenfalls. Die selbst erstellten Dokumente speichert die App dann übrigens im Office-2007-Format ab.

Alles in allem bieten die kostenpflichtigen Anwendungen dann doch mehr an Funktionsumfang und schneiden auch im Handling besser ab. Denn bei OliveOffice ist die Bedienung teilweise etwas umständlich. So lässt sich beispielsweise die Bildschirmausrichtung nur über das Hauptmenü und die Einstellungen ändern. Dafür ist OliveOffice aber auch kostenlos und kommt ohne Werbung. Wer wirklich nur die grundlegendsten Arbeiten an Office-Dokumenten durchführen möchte, wird mit OliveOffice vielleicht noch glücklich. Zum Bearbeiten und Erstellen von reinen Text-Dokumenten ist die App einigermaßen geeignet. Mit den sehr einfachen Powerpoint-Präsentationen wird man allerdings niemanden beeindrucken. Am funktionalsten wirkt da noch das Excel-Modul. Einfache Formeln sind vorhanden und Tabellen schnell erstellt. Mehr sollte man dann allerdings auch nicht erwarten.

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