Griff ins Klo: Auf einem von sechs Handys finden sich Darmbakterien

Bakterien auf MobiltelefonenDas Londoner Institut für Hygiene und Tropenmedizin erzielte mit seiner jüngsten Studie beunruhigende Erkenntnisse: Auf jedem sechsten Mobiltelefon finden sich Spuren von Fäkalien. Laut Expertenmeinung ist der wahrscheinlichste Grund auch gleichzeitig der erschreckendste – die Leute waschen sich die Hände nicht, nachdem Sie auf der Toilette waren.

Obwohl 95 Prozent der Befragten angegeben haben, sich die Hände zu waschen, wurden auf 92 Prozent der Handys Bakterien gefunden. Auf 16 Prozent der Mobiltelefone fanden sich auch die besorgniserregenden E.-Coli-Bakterien. Einige Stämme dieses Bakteriums können tödlich sein. So hat beispielsweise ein Ableger von Escherichia coli, das EHEC-Bakterium, vergangenen Juni eine Krankheitswelle in Deutschland ausgelöst. Die EHEC-Epidemie hielt von Mai bis Ende Juli an und forderte 50 Menschenleben.

Die Darm-Bakterien, die auf vielen der Handys gefunden wurden, überleben Stundenlang auf der Oberfläche oder auch auf Händen. Gerade warme Temperaturen und wenig Sonnenlicht – sprich: Hosentaschen – bieten ideale Bedingungen für die Bakterien. Übertragen werden die Bakterien durch eine einfache Berührung zum Beispiel an Türgriffen, andere Telefonen oder einem einfachen Händeschütteln.

Das Ziel des Londoner Instituts für Hygiene und Tropenmedizin ist eine Verbesserung der weltweiten Gesundheit. Und selbst wenn das nur durch das Aufzeigen kleiner Mängel in der Bevölkerung geschieht, die durch ein simples Händewaschen beseitigt werden können. Nachdem wir das Zeitalter der Münzfernsprecher überlebt haben, dürften uns allerdings auch die Handys und die darauf nistenden Bazillen nicht ausrotten. (Bild: Marc Antón)

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