Lichtfeld-Kamera von Lytro: ohne Auslöseverzögerung 3D-Fotos knipsen, später fokussieren

Wenn es nach dem kalifornischen Startup-Unternehmen Lytro geht, dann können konventionelle Kameras bald einpacken, ganz egal, wie viele Megapixel sie haben. Denn die heute offiziell vorgestellten Light Field Cameras nehmen 11 Megarays auf – also Strahlen statt Pixel und somit nicht nur die Lichtmenge, die pro Pixel ankommt, sondern auch die Richtung der eintreffenden Photonen. Damit fängt die Kamera anstelle eines zweidimensionales Bilds eine 3D-Landkarte des Geschehens vor der Linse ein.

Das bedeutet nicht nur, dass man die Fotos später am Fernseher in drei Dimensionen bewundern kann. Die Aufnahmen lassen sich sogar nachträglich fokussieren – ein Scharfstellen ist bei der Aufnahme nicht erforderlich. Und damit gibt es logischerweise auch keine Auslöseverzögerung. Das klingt ja zu schön, um wahr zu sein.

Update: Wir haben an anderer Stelle ein ausführlicheres Preview zur Lytro-Kamera veröffentlicht.

Auf den ersten Blick sieht die Light Field Camera von Lytro nicht gerade nach Kamera aus. Die revolutionäre Technik steckt in einem 11,2 mal 4,1 mal 4,1 Zentimeter kleinen Gehäuse, das eher an eine Überwachungskamera, als an eine tragbare Digicam erinnert. Auf der Vorderseite befindet sich das Objektiv, das einen achtfachen Zoom bei einer konstanten Blendenöffnung von F2,0 bietet – klingt ja gar nicht schlecht. Einen Blitz gibt es nicht, aber laut Lytro braucht man den dank der Lichtempfindlichkeit der Kamera in den allermeisten Situationen auch nicht. Hinten am Gehäuse sitzt ein 1,46 Zoll großer Multitouch-Touchscreen, der zum Festlegen von Aufnahmeeinstellungen und zum Bearbeiten der Fotos dient.

Das 1,46 Zoll große Display auf der Rückseite ist Multitouch-fähig.
Das 1,46 Zoll große Display auf der Rückseite ist Multitouch-fähig.

Mit wie vielen Megapixeln sich 11 Megarays vergleichen lassen? Wie viel Rechenpower erforderlich ist, um die Aufnahmen zu verarbeiten? Wie schnell sich das Internet auf das neue proprietäre LFP-Bildformat einschießen wird? Ob Hobbyfotografen bereit sind, alle 200 auf einer Geburtstagsfeier geschossenen Fotos nachträglich mühsam neu zu fokussieren?

Wir hoffen, dass wir in absehbarer Zeit eine Lytro-Digicam in die Finger bekommen und zumindest ein paar dieser Fragen beantworten können. Anfang 2012 soll die Light Field Camera in den USA erhältlich sein. Für die 8-GByte-Version, die Platz für 350 Lichtfeld-Fotos bietet, veranschlagt der Hersteller 399 Dollar. Die 16-GByte-Ausführung für 750 Aufnahmen soll für 499 Dollar den Besitzer wechseln. Zunächst wird die Kamera nur in den USA auf den Markt kommen, soll aber schließlich die ganze Welt revolutionieren, so der Hersteller.

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