Analysten: Flut in Thailand führt zu Lieferengpässen bei Festplatten

Festplatte

Analysten von DisplaySearch und IHS iSuppli erwarten, dass die Hochwasserkatastrophe in Thailand zu Lieferengpässen bei Festplatten führen wird. Als Hauptgrund sehen sie Probleme beim Hersteller Nidec, der Motoren für Festplatten von Hitachi, Seagate, Western Digital und Toshiba liefert. Der Marktanteil von Nidec wird auf 70 bis 80 Prozent geschätzt.

Laut DisplaySearch-Analyst Richard Shim ist ein weiteres Problem, dass Hitachi, Toshiba und Western Digital in Thailand fertigen und ihre Produktion schon jetzt aufgrund fehlender Komponenten heruntergefahren haben. Laut iSuppli werden rund 25 Prozent aller Festplatten in dem Land produziert.

Shim rechnet allerdings erst langfristig mit Preiserhöhungen. „Normalerweise haben Notebook-Hersteller einen Lagerbestand für vier bis fünf Wochen, um auf Veränderungen am Markt und bei der Beschaffung reagieren zu können“, schreibt Shim in einem Blogeintrag. Bei einigen Anbietern reichten die Bestände aber auch nur für zwei bis drei Wochen. „Sollte sich die Nachfrage nach Festplatten erhöhen und die Flut die Produktion in Thailand weiter stören, dann könnten wir ein Problem bekommen“, sagte Shim in einem Interview mit ZDNet.

IHS iSuppli konzentriert sich bei seinen Überlegungen besonders auf Western Digital (WDC). „WDC ist in Bezug auf Stückzahlen der größte Festplatten-Hersteller der Welt, hat 37.000 Mitarbeiter in Thailand und produziert dort 60 Prozent seiner Festplatten“, so das Marktforschungsunternehmen. „Im zweiten Quartal fertigte WDC 53,8 Millionen HDDs, was einem Anteil von 32 Prozent am Weltmarkt entspricht.“

Schon vor knapp zwei Wochen hatte Western Digital die Fertigung von Festplatten in Thailand vorübergehend eingestellt. In der vergangenen Woche verschlimmerte sich die Lage nach Unternehmensangaben noch. „Wir erwarten, dass die Überflutung der Fabriken in Thailand, zusammen mit den Schäden bei Lieferanten in dem Land, erhebliche Auswirkungen auf unser Geschäft und unsere Fähigkeit haben wird, im Dezemberquartal die Nachfrage von Kunden zu erfüllen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Western Digital.

Auch Apple rechnet mit Problemen durch das Hochwasser. „Wie viele andere auch, kaufen wir viele Komponenten in Thailand und haben verschiedene Fabriken, die die Teile liefern“, sagte CEO Tim Cook bei der Vorstellung der Quartalszahlen seines Unternehmens. „Es gibt einige Betriebe, die derzeit nicht arbeiten können, und wir wissen nicht, in welchem Zeitrahmen die Produktion wiederhergestellt werden kann.“ Bei Apple seien in erste Linie die Mac-Computer betroffen. Er sei sich sicher, dass es branchenweit zu Lieferschwierigkeiten kommen werde.

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