Huawei Vision im Test: attraktiv, hochwertig, fairer Preis

Nach dem Debut des chinesischen Smartphone-Herstellers mit dem 99-Euro-Androiden Ideos X3 bringt das Unternehmen mit dem Vision nun sein zweites Android-Smartphone unter eigenem Namen auf den deutschen Markt – und zeigt: Wir können nicht nur billig, wir können auch gut. Wir haben das Vision bereits ausführlich getestet.

Das erste Handy des hierzulande so unbekannten Mobilfunkspezialisten Huawei war ein absoluter Verkaufsschlager. Für knapp 100 Euro wurde das Gerät zunächst bei Lidl verkauft – und ist noch immer zu diesem Preis beim O2-Discounter Fonic zu haben. Für den Preis hat es Maßstäbe gesetzt und ist im Einsteigersegment die erste Wahl. Aber der Hersteller hat noch einiges vor – und bringt mit dem Vision sein zweites Gerät auf den deutschen Markt. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 349 Euro (und einem realistischen Marktpreis von gut 300 Euro) ist es zwar deutlich teurer als sein kleiner Bruder, muss sich aber in den Punkten Design und Ausstattung keinesfalls vor der etablierten Konkurrenz verstecken.

Wir hatten die Möglichkeit, ein Vorseriengerät mit finaler Hardware bereits ausführlich zu testen.

Design

Würde das Gerät auf seiner Vorder- und Rückseite nicht den Huawei-Schriftzug tragen, würden wir es wohl für einen neuen HTC-Androiden halten. Das Vision sieht attraktiv aus. Es ist an seiner dicksten Stelle – der Linse der Kamera – 12 Millimeter hoch, ansonsten 11. Aufgrund der stark abgerundeten Form wirkt es allerdings deutlich flacher. Es ist 6,0 Zentimeter breit und knapp 12,0 Zentimeter hoch. Unsere Waage zeigt ein Gewicht von 122 Gramm. Damit ist das Gerät fast exakt genauso groß wie das aktuelle iPhone, aber ein gutes Stück – nämlich 15 Gramm – leichter. Aufgrund der verwendeten Materialien wirkt es aber trotz des geringeren Gewichts nicht billig. Ganz im Gegenteil: Huawei setzt auf ein Unibody-Alu-Gehäuse, Glas und ein wenig gummierten Kunststoff. Aber der Reihe nach.

Von oben betrachtet ist uns das Vision gleich sympatisch. Die Front ist vollständig bedeckt von einer Scheibe aus echtem Glas, um das sich ein dünner Rahmen aus silbernem, matt eloxierten Aluminium zieht. Die Scheibe ist leicht gewölbt. Nicht nach innen, wie beim Nexus S von Samsung, sondern nach außen: Die Mitte liegt also etwas höher als der Rand. Das verstärkt den schlanken Eindruck des Gerätes noch, und es liegt auch deswegen gut in der Hand. Der Nachteil daran ist natürlich, dass das Smartphone immer mit dem Glas Kontakt zur Hosentasche, zu Kleingeld, zu Salz und Sand auf dem Tisch hat – und damit potentiell schnell verkratzt. In der Praxis macht das verwendete Material allerdings einen guten Eindruck. Mit einem Schlüssel oder einer Münze bekommt man hier ohne weiteres keinen Kratzer rein. Sand, Steine & Co. sind aber der Todfeind der glatten Oberfläche – nicht nur hier, sondern bei allen Smartphones.

Das zentrale Element auf der Oberseite ist das 3,7 Zoll große Display mit einer Auflösung von 800 mal 480 Pixeln. Das ist in der Android-Welt auch heute noch guter Durchschnitt – eine höhere Auflösung bekommt man bei dieser Bildschirmgröße derzeit nur beim iPhone 4 (960 mal 640 Pixel). Wir halten die Diagonale von 3,7 Zoll für den Alltagseinsatz für den besten Kompromiss, da das Gerät in der Hosentasche nicht zu dick aufträgt, jeder Punkt auf dem Display mit den Fingern gut zu erreichen ist und weil man sich auch bei leichter Sehschwäche noch problemlos den einen oder anderen Youtube-Clip ansehen kann. Unterhalb der Anzeige haben die vier Android-Tasten Menü, Home, Zurück und Suche ihren Platz gefunden. Sie sind berührungsempfindlich ausgelegt. Das kann beispielsweise in der Hektik beim Spielen schon mal zu Fehleingaben führen, hat sich aber inzwischen durch fast alle Klassen als Standard durchgesetzt. Mechanische Knöpfe würden eben die glatte Oberfläche und den sauberen Look stören. Oberhalb der Anzeige trägt das Handy den Huawei-Schriftzug sowie die frontseitige Kamera, eine silberfarbene Aussparung, hinter der sich der Lautsprecher verbirgt, und Sensoren für Umgebungshelligkeit und Annäherung.

Vor allem die Rückseite erinnert uns stark an das HTC Legend – abgesehen vom HTC-typischen Knick zumindest. Den Großteil der Fläche nimmt das matt eloxierte Aluminium ein. Oben und unten gibt es Kappen aus gummiertem Kunststoff, unter denen die Antennen sitzen. In der oberen Kunststoff-Abdeckung haben darüber hinaus noch der rückwärtige Lautsprecher für Klingeltöne und die Freisprechfunktion sowie die Linse der 5-Megapixel-Kamera samt Foto-LED ihren Platz gefunden. Die untere Abdeckung lässt sich nach unten abziehen und gibt dann den Zugang zu SIM- und microSD-Speicherkarte frei. An den Akku kommt der Anwender aber nicht heran – im Schadfall ist wohl der Service-Techniker gefragt.

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Huawei Vision im Test: attraktiv, hochwertig, fairer Preis

  • Am 28. Oktober 2011 um 19:05 von wilmue

    Bewertung
    Das der Hersteller hier noch nicht so bekannt ist, als negatives
    kriterum zu werten ist für mich unverständlich

  • Am 31. Oktober 2011 um 15:55 von curious

    Schreibfehler
    Im allerletzten Satz fehlen beim Wort "Markenaffin" die Umlautpunkte auf dem zweiten "a".
    Außerdem sollte nicht vergessen werden, daß es auch männliche Exemplare dieser Spezies gibt.

  • Am 11. November 2011 um 03:55 von Markenaffe

    Haha
    Gib ruhig mal Affinität oder affin in eine Suchmaschine ein. Das muss der lustigste Kommentar seit langem sein. Wobei ich mir noch nicht sicher bin, ob der ironisch oder ernst gemeint bin.

    @ cnet: Eure Seite ist eigentlich super. Aber dass bei jeder Aktualisierung, bei jedem neuen Bild oben die Werbung aufpoppt, die auch nur zeitverzögert auf Knopfdruck verschwindet, macht das Navigieren zur Qual. Wenn das so bleibt – so sehr ich auch verstehe, dass Ihr Möglichkeiten ausschöpfen wollt, Geld zu generieren – lass ich mich hier in Zukunft nicht mehr blicken.

  • Am 22. November 2011 um 17:09 von mirc

    Branding
    Auf vielen Seiten kann man lesen, dass das Vision kein Branding hat. Hier steht dass die UI von SPB Software verändert wurde. Heißt das, es hat doch ein Branding oder verwechsle ich hier Begriffe? Ich bin davon ausgegangen dass Handys ohne Branding auch auf neue Androidversionen upgedated werden können und hätte mir u.a. auch deswegen das Vision gekauft. Trifft das auf das Vision zu?

  • Am 23. November 2011 um 17:44 von Jaques

    Preisvorteil Huawei Vision?
    Es gibt das Samsung Galaxy S Plus aktuell für um die 270 Euro, ist also billiger und schlägt das huawei Vision um längen…

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