Sony Alpha SLT-A77 im Test: blitzschnelle 24-Megapixel-Kamera mit transluzentem Spiegel

Die Sony Alpha SLT-A77V dürfte eine der wichtigsten Kameras des japanischen Herstellers überhaupt sein. Das unterstreicht nicht zuletzt auch die Tatsache, dass es bereits vor über einem Jahr Mockups der Semi-Profi-Knipse auf diversen Messen zu sehen gab. Jetzt ist es endlich soweit, der 24-Megapixel-Bolide kommt in den Handel. Wir haben die digitale Spiegelreflexkamera mit dem starren Spiegel bereits ausführlich getestet.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Kamera nicht von einer gewöhnlichen DSLR. Im Inneren des Gehäuses läuft allerdings einiges anders ab als bei herkömmlichen Spiegelreflexkameras. Zwar verfügt auch die Sony Alpha SLT-A77V über einen Spiegel vor dem Bildsensor, doch dieser ist im Gegensatz zu Standard-DSLRs nicht beweglich aufgehängt. Stattdessen ist das optische Bauteil teildurchlässig ausgeführt. Der Großteil des Lichts dringt stets zum Bildsensor durch, während ein kleiner Teil – zwischen einem Drittel und einem Viertel – zum Phasenvergleichs-Autofokussensor umgeleitet wird. Für einen optischen Sucher reicht die vom Bildsensor weggeleitete Lichtmenge nicht – die A77V verfügt über einen elektronischen Sucher. Hinter dem Okular auf der Rückseite der Kamera befindet sich also ein kleines Display.

Mit diesem Ansatz erspart sich Sony die komplexe Spiegelmechanik, die einen der begrenzenden Faktoren bei der Serienbildgeschwindigkeit darstellt. So schafft die Alpha SLT-A77V im Vollgas-Betrieb bis zu zwölf Fotos pro Sekunde. Nachdem der Phasenvergleichs-Autofokussensor nicht bei jedem Spiegelschlag kurz „blind“ ist, kann der Fokus auch bei dieser Geschwindigkeit noch mit veränderlichen Aufnahmebedingungen mithalten und passt die Schärfe kontinuierlich an. Die einzige Kamera, die hier mithalten kann, ist die für Anfang 2012 angekündigte und rund fünfmal so teure Canon EOS 1D X.

Design

Die Sony Alpha SLT-A77V ist deutlich massiver als ihre kleineren SLT-Schwestern A33, A35 und A55V. Und auch die A65, die ebenfalls über den neuen 24-Megapixel-Sensor verfügt, macht einen merklich kleineren Eindruck. Außerdem ist die A77V die erste SLT-Kamera, die sich wirklich nach ernsthaft fotografischem Werkzeug anfühlt. Das Gehäuse aus Magnesiumlegierung macht den Eindruck, als könne man Häuser daraus bauen. Der Handgriff ist großzügig geformt und dürfte lediglich Fotografen mit sehr großen Händen vor Probleme stellen. Wer den kleinen Finger nicht mehr auf dem Gehäuse unterbringt, sollte sich dann eventuell den optional erhältlichen Batteriegriff ansehen – allerdings ist der VG-C77AM mit 329 Euro allerdings nicht gerade ein Schnäppchen.

Auch in Sachen Haptik machen Sonys SLT-Kameras mit der A77V einen gehörigen Sprung nach vorne. Der Body fühlt sich wertiger gefertigt und ergonomisch ausgefeilter an. Ganz so feingeschliffen in der Hand wie eine Canon- oder Nikon-DSLR liegt das Modell zwar noch nicht, aber gegenüber den eher grobschlächtig wirkenden Vorgänger-SLTs hat der japanische Hersteller einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Das gleiche gilt übrigens auch für das neue 16-bis-50-Millimeter-Objektiv. Die Linse wirkt, als könne man damit Nägel in die Wand schlagen. Die Mechanik macht einen wertigen Eindruck.

Auf der Rückseite der Kamera dominiert das 3,0 Zoll große Display. Es löst 640 mal 480 Bildpunkte (921.000 Subpixel) auf und wirkt sehr hell und scharf. Außerdem ist es in mehreren Achsen flexibel aufgehängt. Der Bildschirm lässt sich nach hinten oben von dem Gehäuse wegziehen, als Ganzes nach oben und unten klappen sowie in der horinzontalen um die eigene Achse drehen. Klingt kompliziert? Das folgende Bild sagt mehr als tausend Worte.

Die Sony Alpha SLT-A77V verfügt über ein in drei Achsen bewegliches Display.
Die Sony Alpha SLT-A77V verfügt über ein in drei Achsen bewegliches Display.

Oberhalb des Bildschirms befindet sich der elektronische Sucher – definitiv eines der Highlights dieser Kamera. Er ist extrem groß. So groß, dass man die Augen schon fast etwas verdrehen muss, um beispielsweise die Aufnahmeparameter am oberen und unteren Bildrand zu sehen. Außerdem ist die Auflösung bombastisch: genau 2.359.296 Subpixel sitzen auf dem Mini-Display, also 1024 mal 768 Pixel. Während des Knipsens bei guten Lichtverhältnissen kann man glatt vergessen, dass man auf einen Bildschirm und nicht direkt durch das Objektiv der Kamera guckt. Wer daran zweifelt, dass elektronische Sucher ihre optischen Pendants irgendwann einmal ablösen könnten, dem sei ein Blick durchs Okular der A77V empfohlen.

Schade: Hebt man die A77V vors Auge, genehmigt sich die Kamera eine kurze Gedenksekunde, bevor sie den elektronischen Sucher einschaltet.
Schade: Hebt man die A77V vors Auge, genehmigt sich die Kamera eine kurze Gedenksekunde, bevor sie den elektronischen Sucher einschaltet.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Sony Alpha SLT-A77 im Test: blitzschnelle 24-Megapixel-Kamera mit transluzentem Spiegel

  • Am 17. November 2011 um 11:42 von Mr.Burns

    Video?
    Hallo,

    wurde in dem Test die Videofunktion nicht getestet?
    Warum nicht?

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