Canon PowerShot S100 im Vorab-Test: Winz-Kamera mit toller Bildqualität

Die Canon PowerShot S100 sieht aus wie eine gewöhnliche Schnappschuss-Kamera aus. Nachdem das über 400 Euro teure Modell „nur“ einen fünffachen optischen Zoom verfügt, werden ambitionierte Fotografen hier bereits hellhörig. Denn der Sensor in der Kamera ist deutlich größer als bei üblichen Digicams, und das Objektiv bietet eine bessere Lichtstärke. Bildqualität statt Megazoom lautet hier die Devise. Und damit will die S100 eine anspruchsvolle Alternative sein, wenn die Spiegelreflex- oder EVIL-Kamera zu sperrig ist. Unsere Kollegen von CNET Australien haben sich die kompakte Digicam näher angesehen.

Größerer Sensor und bessere Lichtstärke schön und gut, aber was bedeutet das wirklich? Das fünffach vergrößernde Objektiv der Canon PowerShot S100 bietet im Weitwinkel eine maximale Blendenöffnung von F2,0 und ist damit mindestens eine Blende lichtstärker als „gewöhnliche“ Digicams. Eine Blende mehr Lichtstärke bedeutet, dass der Kamera wahlweise die halbe Verschlusszeit oder die halbe ISO-Empfindlichkeit ausreicht, um ein ebenso gut beleuchtetes Foto zu erzielen. Und das wiederum sorgt für weniger Verwacklungsgefahr respektive geringeres Bildrauschen und damit bessere Bildqualität. Leider ist der Vorteil beim Einsatz des optischen Zooms schnell dahin: Bei maximaler Brennweite sinkt das Öffnungsverhältnis auf F5,9.

Update: Wir haben inzwischen an anderer Stelle einen ausführlichen Testbericht der Canon PowerShot S100 veröffentlicht.

Der Bildsensor ist ein weiterer Punkt, in dem S100 den anderen Kompaktkameras etwas voraus hat: Der 1/1,7 Zoll große Sensor ist nämlich um gut 50 Prozent größer als die bei Digicams üblichen 1/2,3-Zoll-Chips. Mehr Fläche bedeutet, dass der Sensor mehr Licht einfängt und eine geringere Ausleseempfindlichkeit ausreicht, um ein korrekt belichtetes Foto zu schießen. Eine geringere Ausleseempfindlichkeit wiederum heißt, dass weniger Störungen – also weniger Rauschen – auftreten, was einer besseren Bildqualität gleichkommt.

Zudem ist die S100 die erste anspruchsvolle Kompaktkamera mit einem Sensor in diesem Format, die auf die schnellere CMOS- anstelle der CCD-Technologie setzt. Damit könnte es Canon endlich gelingen, die anspruchsvollen, aber notorisch langsamen Kameras etwas auf Trab zu bringen. Hier könnte auch der neue Digic-5-Bildprozessor einiges bewirken. Aber der Reihe nach.

Design & Ausstattung

Was das Design angeht, unterscheidet sich die Canon PowerShot S100 nicht besonders von ihrer Vorgängerin S95. Die wohl größte Neuerung ist der kleine Griff auf der Vorderseite des Gehäuses. Wir freuen uns darüber, denn das komplett glatte Gehäuse der Vorgängerin bot nicht besonders viel Halt. Außerdem ist auch die Schale der Kamera mit einer griffigeren Beschichtung versehen als das alte Modell. Auf der Rückseite befindet sich ein kleine Daumenablage, die zusätzlich für mehr Halt sorgt.

Im Gegensatz zur S95 (links) verfügt die S100 (rechts) über einen kleinen Handgriff auf der Vorderseite.
Im Gegensatz zur S95 (links) verfügt die S100 (rechts) über einen kleinen Handgriff auf der Vorderseite.

Auf der Oberseite des Gehäuses sitzen nach wie vor Popup-Flash, Ein/Aus-Schalter, Auslöser mitsamt Zoomring und Modusrädchen. Die Taste zum Aktivieren des das Objektiv umgebenden Einstellrings befindet sich jetzt allerdings nicht mehr auf der Ober-, sondern auf der Rückseite der Kamera. Der Ring dient zum Konfigurieren diverser Aufnahmeparameter wie ISO-Empfindlichkeit oder Weißabgleich und lässt sich auf Wunsch auch zum Steuern des optischen Zooms verwenden. Ebenfalls neu hinzugekommen ist eine dedizierte Taste zum Starten der Videoaufnahme auf der Rückseite.

Das Objektiv der Kamera verfügt über einen fünffachen optischen Zoom und ist mit einer kleinsten Brennweite von 24 Millimetern im Kleinbildäquivalent erfreulich panoramatauglich und flexibler als die Linse der Vorgängerin. Weitere neue Features sind ein GPS-Receiver und eine Full-HD-Videofunktion, die Clips mit 1920 mal 1080 Pixeln und 24 Bildern pro Sekunde aufnimmt. Der optische Zoom steht während der Aufnahme zur Verfügung. Wie bei der S95 gibt es auch bei der S100 eine RAW-Aufnahmefunktion und einen eingebauten Neutraldichtefilter. An Anschlüssen bietet die Kamera einen Mini-HDMI- und einen Mini-USB-Port. Als Speichermedien kommen SDXC-, SDHC- und SD-Karten zum Einsatz.

Die Belegung der Tasten auf der Rückseite des Gehäuses hat sich zum Teil geändert.
Die Belegung der Tasten auf der Rückseite des Gehäuses hat sich zum Teil geändert.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Canon PowerShot S100 im Vorab-Test: Winz-Kamera mit toller Bildqualität

  • Am 7. Dezember 2011 um 09:28 von wb

    Canon S100 – ausgezeichnete Bildqualität?
    Nach eingehender Betrachtung der Beispielbilder auf diversen Fotoseiten und dem Vergleich mit anderen Kameras kann ich nur feststellen, dass die Bildqualität für ISO80 – 200 OK ist, alles mit höheren ISO-Werten ist schlecht. Was nutzt eine Einstellmöglichkeit von ISO 3200 oder 6400, wenn die Bilder unbrauchbar für alles sind! Von Canon mit einem neuen Prozessor und dem Preis kann ich Besseres erwarten.

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