Fujifilm LX: erste Bilder von spiegelloser Systemkamera aufgetaucht – aber kein Vollformat

Anfang Oktober hat Fujifilm eine Pressemitteilung veröffentlicht, die an Aussagekraft kaum zu unterbieten sein dürfte. „FUJIFILM wird im Frühjahr 2012 ein spiegelloses Kamerasystem mit Wechselobjektiven einführen. Die klare Zielsetzung bei der Entwicklung der Objektive, des Sensors und der Prozessor-Technologie ist es, die höchste Bildqualität zu erreichen“ – dieses Zitat von Shigetaka Komori, CEO der Fujifilm Corporation war im Wesentlichen der einzige Inhalt. Ihren Zweck hat die Nachricht dennoch erfüllt: Fotobegeisterte rund um den Globus fiebern der Consumer Electronics Show im Januar entgegen, auf der der Hersteller erstmals einen Prototypen zeigen möchte.

Ganz so lange müssen wir nicht warten, bis es Neuigkeiten gibt. Gestern sind in dem chinesischen Forum Xitek Bilder von der mysteriösen Kamera aufgetaucht – und wurden kurze Zeit später wieder entfernt. Das angeblich unter dem Namen Fuji beziehungsweise Fujfilm LX geführte Modell sieht der X100 sehr ähnlich, bietet allerdings die Möglichkeit zum Objektivwechsel. Allem Anschein nach setzt Fujifilm dabei auf ein eigenes Bajonett und nicht auf einen bestehenden Standard.

Welche Größe der Sensor hat, ist derzeit noch nicht bekannt. Allerdings war im Zusammenhang mit der Kamera von vier Objektiven die Rede: 18 Millimeter F2.0, 35 Millimeter F1.4, 60 Millimeter mit unbekannter Lichtstärke und ein Zoomobjektiv. Falls diese Brennweiten korrekt sind, darf man von einem Formatfaktor von 1,5 ausgehen, was dem APS-C-Format entspräche. Damit würde in der Fujifilm-Kamera die gleiche Sensorgröße zum Einsatz kommen wie in Sonys NEX-Modellen und Samsungs NX-Serie. Auf die Vollformat-EVIL-Kamera müssen Fotoenthusiasten also wohl weiterhin warten.

Die Fujifilm LX sieht der älteren X100 zum Verwechseln ähnlich.
Die Fujifilm LX sieht der älteren X100 zum Verwechseln ähnlich.

Allerdings hat CEO Shigetaka Komori der Kamera eine Bildqualität bescheinigt, die die von Vollformat-Sensoren übertreffen soll. Wie man das erreichen möchte, darüber gibt es wilde Spekulationen im Internet. So ist im Zusammenhang mit Fujifilm bereits seit über fünf Jahren immer wieder die Rede von sogenannten organischen Sensoren, die selbst rückseitig belichtete Chips in Sachen Lichtausbeute in den Schatten stellen sollen. Außerdem sollen die Pixel hier wie bei den von Sigma eingesetzten Foveon-Sensoren volle Farbinformationen einfangen und nicht nur einen Helligkeitswert wie bei den heutzutage weitverbreiteten Chips mit Bayer-Maske. Wir sind gespannt.

Was Design und Bedienung angeht, scheint sich die Kamera sehr nah an der X100 zu halten. Die Chancen stehen gut, dass bei der LX derselbe Hybrid-Sucher zum Einsatz kommt, den auch das ältere Modell mitbringt. Jedenfalls ist auf den Fotos der gleiche Umschalter für den Suchermodus zu sehen, neben dem Okular findet sich etwas, das wie ein Näherungssensor aussieht, und es gibt eine mit View Mode beschriftete Taste auf der Rückseite. Ein Problem hat Fujifilm allerdings noch zu lösen beziehungsweise idealerweise bereits gelöst: Die X100 verfügt über eine nicht austauschbare Festbrennweite, und damit muss der Sucher nur für eine Brennweite konzipiert werden. Der Sucher der LX dagegen muss sich auf verschiedene Optiken anpassen. Möglicherweise zoomt er dann für einen gewissen Brennweitenbereich mit, und bei Weitwinkel- und Telezoom-Objektiven steht dann ausschließlich das Mini-Display in dem Guckloch zur Verfügung. (Bilder: CNET.com / CNET Asia)

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Fujifilm LX: erste Bilder von spiegelloser Systemkamera aufgetaucht – aber kein Vollformat

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *