Fujifilm FinePix X-S1 nun offiziell: die beste Megazoom-Bridgekamera aller Zeiten?

Die bereits vor drei Wochen angeteaserte Fujifilm X-S1 ist da – heute hat der Hersteller die Bridgekamera endlich offiziell vorgestellt. Die Digicam sieht auf den ersten Blick zwar nicht besonders aus, hat aber ein großes Alleinstellungsmerkmal, das insbesondere ambitionierte Fotografen aufhorchen lässt.

In der X-S1 steckt nämlich nicht wie in allen derzeit erhältlichen Bridgekameras ein 1/2,3-Zoll-Sensor, wie er in Schnappschusskameras zum Einsatz kommt. Stattdessen setzt Fujifilm einen lichtempfindlichen CMOS-Chip im 2/3-Zoll-Format ein, der mehr als die doppelte Fläche bietet. Und je größer die Fläche ist, desto mehr Licht fängt der Sensor ein und kann damit mit geringerer Empfindlichkeit ausgelesen werden. Das wiederum sorgt für weniger Fehler in Form von Bildrauschen und damit für eine bessere Bildqualität. Bei der Schwester Fujifilm X10 konnte uns der 2/3 Zoll große Bildsensor bereits mächtig beeindrucken.

Der 12-Megapixel-EXR-Chip hat außerdem ein paar besondere Tricks auf Lager. Es gibt drei verschiedene EXR-Betriebsmodi, die je nach Motiv den Sensor unterschiedlich nutzen. Mit Hohe Auflösung fotografiert die Kamera mit 12 Megapixeln und ist auf optimale Detailwiedergabe ausgerichtet. Erweiterter Dynamikumfang dagegen unterteilt die zwölf Millionen Bildpunkte auf dem Sensor in zwei Gruppen und schießt zwei unterschiedlich hell belichtete 6-Megapixel-Fotos. Diese werden dann von der Elektronik in der Kamera miteinander kombiniert, um eine Aufnahme mit verbessertem Kontrast zu erhalten – es entsteht quasi ein HDR-Bild mit nur einer einzigen Aufnahme. Im Modus Hohe Lichtempfindlichkeit und geringes Bildrauschen fasst die X-S1 jeweils zwei benachbarte Pixel zusammen, um die lichtempfindliche Fläche pro Bildpunkt zu vergrößern und so bei schlechten Lichtverhältnissen eine bessere Bildqualität zu erzielen.

Die maximale Empfindlichkeit der Fujifilm X-S1 beträgt bei voller Auflösung ISO 3200. Bis ISO 6400 fotografiert die Kamera mit 6 Megapixeln, für Notfälle steht auch noch ISO 12.800 mit auf 3 Megapixel reduzierter Auflösung zur Verfügung. Der CMOS-Sensor bietet außerdem eine beachtliche Geschwindigkeit: Die Digicam schießt bei voller Auflösung bis zu sieben Fotos pro Sekunde. Außerdem ist eine Schwenkpanorama-Funktion an Bord, bei der der Fotograf einfach die Digicam über das Motiv schwenkt, und schon ist ein Ultrabreitbild im Kasten. Die maximale Auflösung beträgt hier 11520 mal 1624 Pixel.

Neben Fotos fängt der 2/3-Zoll-Sensor auch Videos in 1920 mal 1080 Pixeln mit 30 Bildern pro Sekunde ein. Der optische Zoom steht während des Filmens zur Verfügung, und es gibt eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschließen eines externen Mikrofons. Die Clips speichert die Kamera im H.264-Format. Fotos landen wahlweise als JPEG oder als RAW auf der Speicherkarte.

Den vergleichweise großen Chip kombiniert Fujifilm mit einem 26-fach vergrößernden Zoomobjektiv, das einen Brennweitenbereich von 24 bis 624 Millimetern abdeckt. Das maximale Öffnungsverhältnis beträgt im Weitwinkel F2,8 und sinkt im Telebereich auf F5,6 ab. Im Objektiv steckt eine Irisblende mit neun Lamellen. Mit einer Naheinstellgrenze von einem Zentimeter spricht die Kamera auch Fans von Makroaufnahmen an. Gegen zittrige Fotografen-Hände ist im Objektiv ein optischer Bildstabilisator integriert.

Mach' Dich lang: Das Objektiv der Fujifilm X-S1 ist sehr flexibel, aber auch entsprechend groß.
Mach‘ Dich lang: Das Objektiv der Fujifilm X-S1 ist sehr flexibel, aber auch entsprechend groß.

Wie es sich für eine Kamera in dieser Klasse gehört, gibt es volle manuelle Einstellungsmöglichkeiten zu Blende, Belichtungszeit & Co. Außerdem finden sich am Gehäuse jede Menge direkte Zugriffstasten für wichtige Funktionen wie ISO-Empfindlichkeit und Weißabgleich. Auf der Rückseite des Gehäuses befindet sich ein 3,0 Zoll großes Display, das schwenkbar aufgehängt ist, mit 480 mal 320 Pixeln (460.000 Subpixeln) allerdings nur eine durchschnittliche Auflösung bietet. Oberhalb des Bildschirms sitzt ein elektronischer Sucher, der 800 mal 600 Pixel (1.440.000 Subpixel) auflöst. Sehr schön.

So viele Features gibt es allerdings nicht umsonst. Erst einmal muss der Fotograf bei den Abmessungen und beim Gewicht der Kamera bluten. Das 14,9 mal 13,5 mal 10,7 Zentimeter große Gehäuse bringt nämlich bereits ohne Akku und Speicherkarte 905 Gramm auf die Waage. Und auch bei den Anschaffungskosten macht sich die beeindruckende Ausstattung bemerkbar. Der Hersteller veranschlagt für die Fujifilm X-S1 eine unverbindliche Preisempfehlung von 699 Euro. Lieferbar ist die Kamera ab Januar 2012. Wir sind extrem gespannt.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Fujifilm FinePix X-S1 nun offiziell: die beste Megazoom-Bridgekamera aller Zeiten?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *