Carrier IQ Detector für Android: Spionage-Software auf dem Smartphone erkennen

Eine Analyse-Software des US-amerikanischen Unternehmens Carrier IQ sorgt derzeit für Aufregung und große Verwirrung. Sie soll auf über 130 Millionen Smartphones und Tablets vorinstalliert sein und ohne das Wissen der Nutzer persönliche Informationen ausspionieren – ja sogar jeglichen Tastendruck aufzeichnen können. Darunter finden sich auch Inhalte von Kurznachrichten, gewählte Telefonnummern, Suchanfragen und mehr. Entdeckt hatte die Carrier-IQ-Software der Android-Entwickler Trevor Eckhart auf einem Gerät des Herstellers HTC. In seinem Blog und einem siebzehnminütigen Video berichtet er über seinen Fund und heizte die Gerüchteküche um die vermeintliche Schnüffel-Software an.

Ob die Software tatsächlich all diese Daten aufzeichnet und in welchem Ausmaß, war allerdings unklar. Eigentlich soll sie Geräteherstellern oder Mobilfunkbetreibern Informationen liefern, die beim Verbessern der Mobiltelefone und der Netze helfen. In einer Pressemitteilung weist Carrier IQ die Beschuldigungen des Android-Entwicklers auch strickt zurück. Demnach werden keine Inhalte von SMS, E-Mails und so weiter ausgelesen, gespeichert oder übertragen. Die Software soll der Pressemeldung nach beispielsweise lediglich erkennen, ob eine SMS korrekt versendet wurde und sich nicht für den Inhalt der Nachricht interessieren. Gestützt wird die Aussage von Dan Rosenberg, einem renommierten Sicherheitsexperten, der den Code der Carrier-IQ-Software ebenfalls unter die Lupe nahm. Er erklärte unseren amerikanischen Kollegen, dass es keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass die Software die Eingaben der Nutzer aufzeichnet. Derselben Meinung ist auch die Sicherheitsexpertin Rebecca Bace, der die Firma Carrier IQ Einsicht in ihre Interna gewährte.

Tatsache ist allerdings, dass die Carrier-IQ-Software ohne das Wissen der Nutzer auf zahlreichen Android-Smartphones und -Tablets installiert wurde und Mobilfunkprovider und Gerätehersteller in Erklärungsnot bringt. Denn laut Carrier IQ bleibt es ihnen selbst überlassen, ob sie die Software für Diagnose-Zwecke vorinstallieren oder nicht, welche Daten erhoben werden und was mit ihnen passiert. Hauptsächlich sollen amerikanische Smartphone- und Tablet-Besitzer betroffen sein, die ihre Geräte bei den US-amerikanischen Mobilfunkprovidern AT&T und Sprint gekauft haben. Die Gerätehersteller weisen die Schuld ebenfalls von sich und schieben sie den Mobilfunkbetreibern zu. HTC erklärte beispielsweise, dass es bei einigen Netzbetreibern Pflicht sei, die Carrier-IQ-Software auf den Geräten zu installieren. Für Deutschland gibt es zum Großteil Entwarnung von den Mobilfunkbetreibern. Sie beteuern, die Software nicht zu verwenden.

Wer trotzdem selbst überprüfen will, ob auf seinem Smartphone oder Tablet die Carrier-IQ-Software installiert ist, dem hilft die App Carrier IQ Detector. Ist das Tool installiert und gestartet, zeigt es direkt an, ob sie Carrier IQ auf dem Gerät gefunden hat oder nicht. Wie zuverlässig die Ergebnisse sind, ist jedoch noch umstritten. Außerdem kann die App die Software nur erkennen und nicht entfernen, denn Carrier IQ ist in der Regel tief ins System verwurzelt und nicht allzu einfach loszuwerden. Wer Roote-Rechte auf seinem Android-Smartphone besitzt, findet jedoch Anleitungen im Netz, wie man die Software vom Smartphone herunterwirft.

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