Sharps Foto-Handy-Revolution: 12-Megapixel-BSI-Sensor mit Bildstabilisator

Die beliebteste Kamera auf Flickr ist nicht etwa die Nikon D90 oder die Canon EOS 5D Mark II. Nein, die meisten Fotos auf dem Bilderportal stammen von einem Smartphone – dem iPhone 4. So wenig das den etablierten Digicam-Herstellern gefallen mag, Fotohandys gewinnen als Kameras zunehmend an Bedeutung. Nachdem das iPhone 4S in puncto Bildqualität wieder einen ordentlichen Sprung nach vorne gemacht hat, dürfte dieser Trend auch nicht so schnell nachlassen.

Sharp hat jetzt einen neuen Bildsensor vorgestellt, der die Handyknipsen noch einmal ein Stück nach vorne bringen soll. Der Bildsensor ist mit einer Diagonale von 1/3,2 Zoll ähnlich groß wie die lichtempfindlichen Chips von aktuellen Smartphone-Kameras – und rund 50 Prozent kleiner als die bei Kompaktkameras üblichen 1/2,3-Zoll-Sensoren.

Außerdem verfügt der CMOS-Bildsensor von Sharp über eine rückseitige Belichtung – wie der Sensor von iPhone 4 und 4S. Das bedeutet, dass die Verdrahtung der einzelnen Fotozellen auf dem Chip nicht über, sondern unter der lichtempfindlichen Fläche steckt. Und dadurch gibt es mehr Platz für einfallendes Licht, was wiederum für eine bessere Bildqualität sorgt. Insbesondere bei kleinen Bildsensoren, bei denen verhältnismäßig viel Verdrahtung auf recht wenig Fläche trifft, ist der Unterschied deutlich.

Im Gegensatz zu den in den iPhones verbauten Digicams hat Sharp allerdings die Auflösung nach oben geschraubt: Der neue Sensor mit dem wenig eingängigen Namen RJ63YC100 löst 12,1 Megapixel auf. Mehr Megapixel bedeuten mehr notwenige Verdrahtung und reduzieren die Qualität der einzelnen Pixel, da die Fläche pro Bildpunkt sinkt. Das äußert sich insbesondere in Form von Rauschen bei schlechten Lichtverhältnissen.

Der Clou an dem 1,1 mal 1,1 Zentimeter großen und 5,5 Millimeter tiefen Kameramodul ist jedoch der integrierte optische Bildstabilisator. Das integrierte Objektiv ist nämlich beweglich aufgehängt und kompensiert so Verwackler des Fotografen. Üblicherweise verfügen Handy-Kameras lediglich über einen digitalen Verwacklungsschutz, der weit weniger effektiv arbeitet als die optischen Pendants. Neben hochauflösenden Fotos fängt der Sensor auch Full-HD-Videos mit 1080p-Auflösung ein. Hier dürfte der Bildstabilisator ebenfalls für einen deutlichen Unterschied sorgen. Der horizontale Blickwinkel der Optik von 61 Grad entspricht einer Kleinbildäquivalent-Brennweite von etwa 30,5 Millimetern. Das Öffnungsverhältnis beträgt 1:2,5.

Bereits seit dem 2. Dezember verschickt Sharp Samples der Mini-Kameramodule an Hersteller, die diese in ihren Smartphones verbauen möchten. Größere Mengen sind schließlich ab dem 10. Januar 2012 lieferbar – Sharp produziert bis zu 100.000 Stück pro Monat. Die ersten Smartphones, die den neuen Sensor einsetzen, dürften also etwa zum Mobile World Congress im Februar zu erwarten sein. Wir sind gespannt, ob die Kamera-Handys zumindest den kompakten Einsteiger-Digicams bald den Rang ablaufen werden. Was meint Ihr? Wir freuen uns über Kommentare. (Bild: Sharp)

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