Amazon macht der Konkurrenz die Hölle heiß: Nicht nur soll sich sein Tablet Kindle Fire in den USA verkaufen wie hierzulande der Glühwein, sondern auch eine deutschsprachige Version des Kindle hat der Onlinehändler mittlerweile am Start. Während Thalia und Medion mit dem 139 Euro teuren Oyo mäßige Erfolge feiern, versuchen Weltbild und Hugendubel, mit einem unschlagbaren Preis dagegen zu halten – und haben eine neue Generation ihres Lesegeräts herausgebracht: den eBook Reader 3.0. Produziert wird er im Gegensatz zum Vorgänger nicht von Aluratek, sondern von Trekstor. Weltbild hat uns das Gerät freundlicherweise zum Testen zur Verfügung gestellt.

Design

Plastik hin oder her: Der Weltbild-Reader gehört bestimmt zu den eleganteren seiner Art. Die angeraute Oberfläche fühlt sich wertig an, und mattschwarz ist selten eine schlechte Wahl. Bis auf den Ausschaltknopf im Rahmen sind alle mechanischen Tasten rechts neben dem Bildschirm untergebracht – je eine für Menü, Schriftgröße, Audio und Zurück. Zusätzlich gibt es Buttons zum Umblättern und ein Steuerkreuz-Ensemble, das an ältere Nokia-Handys erinnern: Navigieren funktioniert nach oben, unten, rechts, links sowie bestätigen – allerdings mäßig genau und mit verbummelter Reaktion.

Für Choleriker und Menschen mit ernstzunehmenden Pranken ist der Weltbild-Reader nichts. Erstere finden ihn zu launisch und schmeißen ihn spätestens nach zehn Minuten an die Wand; Zweitere treffen die Tasten nicht. Zumindest nicht so, wie es das Lesegerät gerne möchte.

Ja, es gibt eine bestimmte Art und Weise, wie der eBook Reader 3.0 seine relativ winzigen Knöpfchen gedrückt haben will. Kurz, aber nicht zu kurz, mittig und mit Nachdruck. Alles andere führt zu – rein gar nichts. Dasselbe gilt, wenn ihm zu kalt ist. Zwar lässt der Winter rein temperaturtechnisch noch etwas auf sich warten, aber ein kühles Windchen reicht durchaus aus, um den Reader zu verstimmen – und dann reagiert er nicht mehr.

Auch wie die Tasten angeordnet sind, ist gewöhnungsbedürftig. Hält man das Lesegerät nämlich normal in der Hand, lässt sich nicht einmal umblättern: Der Daumen landet auch bei kleinen Händen automatisch zu weit oben. Zudem ist das Gerät mit 270 Gramm einen Tick zu schwer, um es dauerhaft in einer statt zwei Händen zu halten. Etwas ungeschickt gelöst ist auch der Akku-Verbau auf der Rückseite: Der Reader ist links und rechts unterschiedlich dick. Wo der Akku aufhört, verläuft eine Kante, wodurch sich das Gerät aber nicht angenehmer halten lässt.

Im 17,5 mal 12,7 mal 1,3 Zentimeter großen Gehäuse versteckt befinden sich neben dem besagten Ausschaltknopf ein Micro-SD-Slot, eine Klinkenbuchse und ein Micro-USB-Anschluss. Ein USB-Kabel zum anschließen an den Computer ist im Lieferumfang enthalten, ebenso wie In-Ohr-Kopfhörer. Was fehlt, ist ein Netzteil. Am PC dauert es nämlich relativ lang – rund vier Stunden – bis sich das Gerät voll aufgeladen hat, was bei einer im Praxistest nicht wirklich erreichten Akkulaufzeit von acht Stunden relativ viel ist.

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