CES 2012: Fujifilm X-Pro1 – Wechselobjektiv-Kamera im Leica-Stil ohne Tiefpassfilter

Nach der X100, der X10 und der X-S1 hat Fujifilm auf der CES in Las Vegas die vierte Kamera aus der X-Serie vorgestellt. Die X-Pro1 ist dabei das erste Modell, das die Möglichkeit zum Objektivwechsel bietet. Entgegen vorausgegangener Gerüchte setzt der japanische Hersteller allerdings beim Objektivanschluss nicht auf den von Panasonic und Olympus ins Leben gerufenen Micro-Four-Thirds-Standard, sondern auf ein eigenes System, den sogenannten X-Mount.

Wie der Name schon verrät, richtet sich die X-Pro1 an professionelle Fotografen – der Hersteller nennt Hochzeiten und Portraits als Beispiele. Dementsprechend hoch wird allerdings wohl auch der Preis angesiedelt sein. Eine endgültige Aussage gibt es noch nicht. Fujifilms Director of Marketing für die USA hat im Gespräch mit CNET jedoch für den Body einen Preis von 1700 Dollar – knapp 1350 Euro – geschätzt und setzt die Linsen bei umgerechnet gut 500 Euro an.

Update: Inzwischen haben wir an anderer Stelle ein ausführliches Preview zur Fujifilm X-Pro1 veröffentlicht.

Zum Start des Systems bringt Fujifilm vier Objektive an den Start. Interessanterweise handelt es sich dabei um drei Festbrennweiten, also Linsen ohne Zoom. Damit unterstreicht der Hersteller den professionellen Anspruch – ein Billig-Kitobjektiv mit variabler Blende kommt hier nicht in die Tüte. Die drei Optiken verfügen über Brennweiten und Blenden von 18 Millimeter und F2.0, 35 Millimeter und F1,4 sowie 60 Millimeter und F2,4. Bei letzterer Linse handelt es sich um ein Makroobjektiv. Schön und retro: Das Trio verfügt über einen Blendenring.

Außerdem hat Fujifilm angekündigt, im Jahr 2012 noch zwei weitere Objektive auf den Markt zu bringen: Eine 14-Millimeter-F2,8-Festbrennweite sowie eine Zoomoptik mit einem Brennweitenbereich von 18 bis 72 Millimetern und einer konstanten Blende von F4,0. Das Zoomobjektiv verfügt außerdem über einen optischen Bildstabilisator.

Für 2013 setzt das Unternehmen vier weitere Linsen an. Darunter finden sich zwei Festbrennweiten: Ein 28-Millimeter-Pancake mit Blende F2,8 und eine 23-Millimeter-F2,0-Optik. Außerdem sollen zwei bildstabilisierter Zoomobjektive mit Brennweitenbereichen von 70 bis 200 und 12 bis 24 Millimetern folgen, die jeweils eine konstante größte Blende von F4,0 bieten.

Eines der Highlights der Kamera ist der neue Bildsensor. Der 16-Megapixel-Chip im APS-C-Format verfügt laut Hersteller über eine neuartige Farbfilter-Anordnung. Im Gegensatz zur bei Digicams üblichen Bayer-Maske enthält sie in jeder Pixelzeile auf dem Sensor jede Farbe und soll so nach erfolgter Interpolation über eine bessere Farb- und Detailswiedergabe verfügen. Außerdem macht die Anordnung den Einsatz eines Tiefpass-Filters überflüssig, was für eine deutlich bessere Schärfe sorgen sollte. Fujifilm zufolge soll die X-Pro1 mit ihrem Bildsensor der einen oder anderen Vollformat-DSLR das Fürchten lehren.

Von ihrer älteren Schwester X100 erbt die X-Pro1 den Hybridsucher, der über einen Spiegel ein elektronisches Bild über eine optische Motivvorschau legen kann. Wie genau der Hersteller das bei dem neuen Modell gelöst hat, werden wir versuchen, morgen in Erfahrung zu bringen. Denn im Gegensatz zur X100 muss dieses nämlich mit dem Sucher mehrere Brennweiten abdecken. Wir sind gespannt. (Fotos: Fujifilm, CBS Interactive)

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