CES 2012: Canon PowerShot G1 X mit großem Sensor – ohne Wechselobjektive gegen den Strom

Die sogenannten EVIL-Kameras liegen groß im Trend. EVIL steht für Electronic Viewfinder, Interchangeable Lens. Es geht dabei also um Kameras mit Wechselobjektiven, die sich im Gegensatz zu den Spiegelreflexkameras den sperrigen Spiegelkasten sparen und so anstelle eines optischen einen elektronischen Sucher einsetzen. Unterm Strich soll so die Bildqualität von DSLRs mit den Abmessungen von Kompaktkameras unter einen Hut gebracht werden.

Seit Panasonic und Olympus zur Photokina 2008 mit dem Micro-Four-Thirds-Standard die ersten spiegellosen Systemkameras auf den Markt gebracht haben, ist so ziemlich jeder Hersteller gefolgt: von Samsung und Sony über Ricoh und Pentax bis hin zu Nikon und Canon. Nein, Canon ist nicht dabei. Zwar gab es von dem japanischen Fotogiganten eine Antwort, doch die sah etwas anders aus, als erwartet. Canon hat mit der PowerShot G1 X nämlich eine Kompaktkamera mit großem Bildsensor, aber fixem Objektiv vorgestellt.

Der 1,5-Zoll-Sensor misst 18,7 mal 14,0 Millimeter und ist damit einen Hauch größer als die in Olympus‘ und Panasonics Micro-Four-Thirds-Kameras eingesetzten lichtempfindlichen Chips. Damit dürfte sich die Kamera in Sachen Bildqualität auf Augenhöhe mit beispielsweise der Panasonic Lumix DMC-GX1 und der Olympus E-P3 befinden – und ihre Schwester PowerShot G12 deutlich abhängen. Denn der Sensor der G1 X ist rund sechsmal so groß und bietet damit mehr Platz für einfallendes Licht, was in einer besseren Fotoqualität resultiert – insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen. Die vom Bildsensor anfallenden Daten verarbeitet der neue Digic-5-Bildprozessor.

Mit dem festen Objektiv opfert der japanische Fotogigant allerdings Flexibilität. Während sich mehr Zoom oder mehr Weitwinkel durchaus noch nachträglich durch entsprechende Konverter erkaufen lassen, wird es mit lichtstarken Objektiven schwierig. Und in Sachen Lichtstärke ist die fest montierte Linse der G1 X nur durchschnittlich. Im 28-Millimeter-Weitwinkel ist die größte Blendenöffnung von F2,8 zwar noch recht ordentlich. Doch bei der höchsten Brennweite lässt die Lichtstärke mit einem maximalen Öffnungsverhältnis von F5,8 dann doch deutlich nach.

Wie ihre Schwester PowerShot G12 bringt die Canon G1 X einen optischen Sucher mit, der mit dem Objektiv mitzoomt. Ob sich das kleine Guckloch allerdings nur für Notfälle eignet oder tatsächlich eine vollwertige Alternative zum rückseitigen 3,0-Zoll-Display darstellt, werden wir versuchen, in den nächsten Tagen noch herauszufinden. Der Bildschirm löst jedenfalls 640 mal 480 Pixel auf und ist dreh- und schwenkbar aufgehängt.

Weitere Ausstattungsmerkmale der G1 X sind ein integrierter Neutraldichte-Filter, ein optischer Bildstabilisator, Full-HD-Videomodus, ein 4,5 fps schneller Serienbildmodus sowie eine HDR-Automatik. Die Akkulaufzeit ist mit gerade einmal 250 Fotos allerdings etwas enttäuschend. Und die unverbindliche Preisempfehlung von 750 Euro, zu der die Kamera ab Februar im Handel erhältlich sein soll, fällt ebenfalls ganz schön heftig aus. (Foto: Canon)

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