CES 2012: Asus Memo 370T bietet vier Kerne für den Preis von zweien

Auf der CES 2012 haben Asus und Nvidia ein Produkt vorgestellt, dass einen Paradigmenwechsel auslösen könnte: Ein Quad-Core-basiertes 7-Zoll-Tablet mit Tegra-3-Prozessor, das in Kürze für rund 250 US-Dollar (knapp 200 Euro) auf den Markt kommen soll.

Das fragliche Tablet, dass erstmals auf der Nvidia-Pressekonferenz am Montag gezeigt wurde, ist das Asus Eee Pad Memo 370T. Dabei handelt es sich um den aufgebohrten Nachfolger des ebenfalls 7-zölligen, aber per Stylus bedienten Memo, das Asus auf der letztjährigen CES zeigte.

Während der Vorgänger den 1,2 GHz schnellen Dual-Core-Prozessor Qualcomm 8260 integrierte und Honeycomb als Android-Betriebssystem nutzte, wird das Memo 370T mit Ice Cream Sandwich in den Handel kommen und auf Nvidias Quad-Core-CPU Tegra 3 basieren. Wie schnell dieser getaktet sein wird, bleibt derzeit allerdings noch unklar. Den weiter oben erwähnten Stylus des Vorgängers gibt es übrigens nicht mehr.

Das 370T integriert außerdem 1 GByte RAM und bietet mindestens 16 GByte Festspeicher. Das Display ist ein 7 Zoll großer IPS-Touchscreen mit einer Auflösung von 1280 mal 800 Bildpunkten. Das Tablet selbst erinnert größenmäßig stark an das Acer Iconia Tab A100 und liegt mit einem Gewicht von knapp 400 Gramm auch voll im typischen Gewichtsbereich eines 7-Zöllers.

Das Gerät bietet außerdem je einen Micro-USB- und Micro-HDMI-Port sowie einen Slot für microSD-Speicherkarten und wird die gleiche 8-Megapixel-Kamera mitbringen, die man auch im Transformer Prime findet.

Angesichts dieser Eckdaten muss jedes derzeit neu angekündigte Tablet neu eingestuft werden. Letztes Jahr setzte Amazons Tablet Kindle Fire mit einem Preis von rund 200 US-Dollar eine ähnliche Marke, indem es ein qualitativ gutes Tablet mit einem absolut günstigen Preis kombinierte.

Die Existenz des Memo 370T beweist nun, dass hohe Qualität und hohe Performance nicht zwangsläufig mit einem hohen Preispunkt einhergehen müssen. Während dies wahrscheinlich einen spürbaren Effekt auf die Tablet-Preise haben wird, dürften die Auswirkung im Bereich portables Gaming wohl noch größer sein.

Besonders viele Anschlüsse bietet das Memo nicht. Aber bei einer Quad-Core-CPU für 250 Dollar wollen wir uns nicht beschweren.
Besonders viele Anschlüsse bietet das Memo nicht. Aber bei einer Quad-Core-CPU für 250 Dollar wollen wir uns nicht beschweren.

Angesichts Sonys kommender Markteinführung der PlayStation Vita zu Preisen ab 250 Euro kann es dem Unternehmen nicht egal sein, was Nvidia und andere Tablet-CPU-Hersteller wie Texas Instruments oder Samsung so anstellen. Wenn man das Memo 370T als Maßstab für die Performance von Tablets dieser Klasse heranzieht, dann ist die Leistung des Quad-Core-Tegra 3 nicht zu unterschätzen.

Und es ist nicht einmal so, dass das 370T das beeindruckendste Gerät ist, mit dem wir jemals herumgespielt haben. Es ist einfach nur ein, nun, Android-Tablet. Abgesehen von seiner potenziellen Killer-Gaming-Performance (wir haben bisher aber keine Spiele darauf gesehen) macht es eigentlich nichts wirklich anders als andere Highend-7-Zoll-Tablets.

Aber das ist letztlich nicht wichtig. Wichtig ist die Kombination von „Tegra 3“ und „250 US-Dollar“ und die Vorbildwirkung, die diese Kombination hat. Dies wird wahrscheinlich nicht das letzte niedrigpreisige Tegra-3-basierte Tablet bleiben, und bei diesem Preispunkt wird es sicherlich seine Kundschaft finden. Wenn nun genügend Interessenten solche Mini-Tablets kaufen, wird es für Spieleentwickler noch interessanter, Titel für die Android-Plattform zu schaffen. Und je mehr Killer-Apps es gibt, desto besser kann die Plattform mit Spezialisten wie Vita und 3DS oder den iOS-Geräten konkurrieren.

Außerdem hat Google mit Ice Cream Sandwich das einst fragmentierte Android-Betriebssystem zusammengeführt – und auch das macht die Entwicklung von Spielen interessanter. Die Sicherheit ist natürlich immer noch ein Problem: Angesichts des offenen Charakters der Plattform ist es unter Android einfach wahrscheinlicher als unter iOS, dass die Ergüsse der Entwickler gecrackt werden. Das bleibt also weiterhin eine Hürde.

Auf der letztjährigen CES hat jedermann wie wild Tablets angekündigt. Dieses Jahr scheint es so, als hätten die meisten Hersteller durchdachte Entscheidungen getroffen, was und wie gelauncht werden soll. Und obwohl es schwierig ist, anhand der auf der CES vorgestellten Produkte vorherzusagen, wie sich der Tablet-Markt entwickeln wird, ist die Kombination aus schneller Performance und niedrigem Preis auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

Das Asus Memo 370T soll übrigens im zweiten Quartal 2012 auf den Markt kommen. (Bilder: CNET)

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