Übrigens ist Sony mit dem WLAN-Camcorder nicht allein auf weiter Flur. Samsung hat auf der CES in Las Vegas gleich vier Digicams mit Funkmodul vorgestellt, von Fujifilm und Kodak gab es jeweils ein Modell zu sehen, und Polaroid bringt eine Kompaktkamera, die nicht nur WLAN, sondern gleich auch ein Android-Betriebssystem mitbringt.

Die schlechte Nachricht zuerst: Den Sony Bloggie Live HD mit dem Beinamen MHS-TS55 gibt es bei uns noch nicht zu kaufen. Das Gerät ist auf dem US-amerikanischen Markt bereits in diesen Tagen gestartet, ein Erscheinungsdatum für Deutschland steht noch nicht fest. Wer nicht warten möchte, kann den Camcorder auch direkt aus Übersee importieren. Zu den Anschaffungskosten von umgerechnet knapp 200 Euro kommen dann allerdings noch einmal etwa 30 bis 40 Euro Versandkosten und gegebenenfalls Zoll und Steuern hinzu.

Design

Der Sony Bloggie Live HD sieht schick aus. Das Gehäuse besteht aus gebürstetem Metall, und abgesehen von der Linse und einer LED ist die Vorderseite völlig blank. Auf der Rückseite befinden sich ein 3,0 Zoll großer Touchscreen und eine große Aufnahmetaste. Bei der Videoaufnahme will der Camcorder im Querformat gehalten werden – dann steht die gesamte Displayfläche für das Sucherbild zur Verfügung. Der Bloggie Live HD verfügt allerdings über einen integrierten Lagesensor. Dreht der Kameramann das Gadget vor dem Starten der Aufnahme ins Hochformat, so erhält er entsprechend ein schmales, hohes Video. Ist die Aufnahme dagegen allerdings im Querformat gestartet, kippt ein Drehen des Geräts das Video lediglich auf die Seite.

Der Sony Bloggie Live HD ist für die Bedienung im Querformat konzipiert.
Der Sony Bloggie Live HD ist für die Bedienung im Querformat konzipiert.

Hält man den Camcorder im Querformat, befinden sich unter dem Zeigefinger der rechten Hand der Ein/Aus-Schalter sowie ein Auslöser für die Aufnahme von Fotos. Die Tasten schließen beide bündig mit dem Gehäuse ab. Wer nicht hinsieht oder aufpasst, schaltet den Bloggie Live schnell versehentlich aus, anstelle ein Bild aufzunehmen. Wenn es sich nur um ein Foto handelt, ist das kein großes Problem. Möchte man allerdings ein Standbild schießen, während die Videoaufnahme gerade läuft, schon eher.

Rechts unten an der Kamera gibt es einen ausklappbaren USB-Stecker, der sowohl zum Datenaustausch mit dem Rechner als auch zum Aufladen des integrierten Akkus dient. Neben dem Stecker befindet sich ein Stativgewinde. Das ist an sich lobenswert, hier aber etwas unglücklich positioniert – denn schließlich muss man den Camcorder ja im Querformat halten, um ein normales Breitbild-Video einzufangen. Hier hat Sony wohl Form über Funktion bevorzugt, denn neben dem Mini-HDMI-Port auf der Unterseite des Gehäuses sähe der Stativanschluss wohl einfach nicht so schick aus.

Hoch- statt Querformat: Das Stativgewinde ist hier etwas fehl am Platze.
Hoch- statt Querformat: Das Stativgewinde ist hier etwas fehl am Platze.

Eine Anmerkung noch zum Akku: Der Stromspeicher ist fest im Gehäuse integriert. Macht die Batterie also irgendwann einmal die Grätsche, lässt sie sich nur vom Service austauschen. Um den Akku von leer auf voll zu betanken, dauert es am USB-Port des Rechners mehr als drei Stunden. Der Netzadapter benötigt nur halb so lange. Wer sich den Camcorder für das Live-Streaming von ganztägigen Festivals anschaffen möchte, sollte bedenken, dass ein aktives WLAN-Modul deutlich an den Energiereserven zehrt.

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