Philips Cinema 21:9 Gold 50PFL7956K im Test: 3D-Breitbild-Kinoerlebnis mit Polfilterbrillen

Mit preiswerten 3D-Polfilterbrillen und dem bislang immer noch sehr seltenen Kinobild-Displayformat 21:9 bietet Philips einen sehr reizvollen Flat-TV, der mit 50 Zoll Bilddiagonale durchaus noch in normale etwas kleinere Wohnzimmer passt. Wir haben getestet, ob das ungewöhnliche Breitbild-Display der einzige Kaufgrund ist, oder ob das Gerät auch mit Bild-, Ton- und 3D-Qualitäten überzeugt.

Vor drei Jahren hat Philips erstmals einen Fernseher mit einem Display im Breitbildformat 21:9 auf den Markt gebracht: den 56PFL9954 mit 56 Zoll Bilddiagonale. Auf so einem Display mit einer Auflösung von 2560 mal 1080 Pixel wirken Kinofilme ganz anders als auf den üblichen Flachbildfernsehern im 16:9-Format, denn es gibt oben und unten keine dunklen Balken. Natürlich konnte dieser Fernseher aber noch kein 3D. 2010 folgte mit dem 58PFL9955 der erste 3D-Kinobildfernseher und bekam auch noch ein um zwei Zoll auf 58 Zoll Diagonale vergrößertes Bild. Inzwischen wurde dieses Gerät vom etwas aufgepeppten und ebenso großen Cinema 21:9 Platinum 58PFL9956 abgelöst. Allerdings hat beileibe nicht jeder zuhause Platz für ein so großes Gerät und mit einem Listenpreis von knapp 4200 Euro ist dieser Spaß immer noch für viele Privathaushalte ein zu teures Vergnügen.

Genau für diese Zielgruppe ist der seit Spätsommer lieferbare Cinema 21:9 Gold 50PFL7956 gedacht. Er hat eine durchaus noch Wohnzimmer-gerechte Bilddiagonale von 127 cm (50 Zoll) und einen deutlich erschwinglicheren Listenpreis von circa 2200 Euro. In der Praxis ist das Gerät problemlos für unter 2000 Euro erhältlich. Die Hinterleuchtung des LC-Displays erfolgt auf Basis von in die Displayränder integrierten EDGE-LEDs und sorgt für eine halbwegs gleichmäßige Ausleuchtung. Zugunsten des sehr attraktiven Preis-Leistungsverhältnisses hat Philips bei diesem Gerät allerdings nur eine konventionelle EDGE-Technologie realisiert, mit der keine gezielte Bildzonen-Helligkeitsansteuerung möglich ist.

Die Höhe des Displays entspricht mit 49,5 Zentimetern der eines normalen 40-Zoll-Geräts, die Anzeige ist aber mit 117 Zentimetern um 32 Prozent breiter. Schade ist nur, dass man auch mit diesem neuesten Kinobild-Fernseher von Philips nicht die volle Displayauflösung per PC erschließen kann. Obwohl ja inzwischen so manche PC-Grafikkarte 2560 Pixel horizontal per DVI- oder HDMI-Schnittstelle ausgibt, muss man dem Philips ein Signal mit 1920 mal 1080 Pixel anbieten. Und auch bei der Wiedergabe von Blu-ray-Filmen werden üblicher Weise nur 1920 mal 1080 Pixel genutzt – der Fernseher skaliert also bei 21:9 Bildformaten immer das zwischen den dunklen Balken liegende Kinobild vertikal und horizontal hoch. Im Praxistest wirkten aber dennoch entsprechende Blu-ray-Kinofilme recht scharf.

Leichte Polfilterbrillen

Die 3D-Darstellung erfolgt beim Cinema Gold nicht mit Hilfe von Shutterbrillen, sondern per Polfilterbrillen. Die Polfiltertechnologie – auch Easy3D-Technologie genannt – unterscheidet sich grundlegend von der Shuttertechnologie. Bei der Shuttertechnologie wird blitzschnell abwechselnd jeweils ein Bild in voller HD-Auflösung für das linke Auge und danach für das rechte Auge dargestellt. Und genau für diesen Zeitraum dunkelt dann die Shutterbrille das entsprechende Glas für das jeweils andere Auge ab.

 Die Polfilterbrille des Philips wiegt lediglich 17 Gramm. Zum Lieferumfang des Fernsehers gehören zwei Brillen.
Die Polfilterbrille des Philips wiegt lediglich 17 Gramm. Zum Lieferumfang des Fernsehers gehören zwei Brillen. (Foto: Peter Pernsteiner)

Bei der Polfilter-Technologie ist beim Gucken von 3D-Filmen immer abwechselnd eine Displayzeile fest fürs linke Auge gedacht und die nächste Zeile fürs rechte Auge. Vor dem eigentlichen Display befinden sich hierzu übereinander nicht weniger als 1080 Polfilterstreifen, die dafür sorgen, dass das Licht des Displays zeilenweise linksherum bzw. rechtsherum zirkular polarisiert wird. Für die sehr preiswerten Polfilterbrillen ist auch keinerlei Elektronik erforderlich. Das Resultat: Polfilterbrillen brauchen keine Batterien oder Akkus und sind deshalb angenehm leicht. Die Polfilterbrille von Philips bringt beispielsweise lediglich 17 Gramm auf die Waage, während die Shutterbrille von Philips für die anderen 3D-Fernseher des Herstellers stolze 57 Gramm wiegt. Und für Brillenträger hat Philips in Kooperation mit Carrot 3D im Herbst Polfilterbrillen mit Korrekturgläsern angekündigt, die mittlerweile über Euronics, ElectronicPartner und Expert vermarktet werden.

Es gibt noch weitere Vorteile bei der Polfilter-Technik. Der 3D-Effekt bleibt auch sichtbar, wenn man den Kopf stark neigt, während sich das Bild in einer Shutterbrille bereits ab etwa 20 Grad Kopfneigung massiv abdunkelt. Bei manchen Modellen ändern sich sogar ab etwa 5 Grad Kopfneigung massiv die Bildfarben. Außerdem gibt es bei Polfilterbrillen keinerlei Flimmereffekte, während die Shuttertechnik mit sich bringt, dass Fensterflächen und helle von der Sonne angestrahlte Wände hinter dem Display mitunter stark flimmern. Schließlich können auch Energiesparlampen beim Blick durch eine Shutterbrille flimmern.

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2 Kommentare zu Philips Cinema 21:9 Gold 50PFL7956K im Test: 3D-Breitbild-Kinoerlebnis mit Polfilterbrillen

  • Am 6. Februar 2012 um 15:45 von Ficticio

    "Weitere USB-Schnittstelle", die HDMI3 heißt?
    Wieso steht neben der "weiteren USB-Schnittstelle" HDMI3?

    • Am 23. Februar 2012 um 11:47 von Daniel Schraeder

      AW: "Weitere USB-Schnittstelle", die HDMI3 heißt?
      Hallo Ficticio,

      vielen Dank für den Hinweis. Sie haben natürlich vollkommen recht, dabei handelt es sich nicht um einen USB-, sondern um einen HDMI-Eingang. Wir haben den Beitrag entsprechend aktualisiert.

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