Helm-Kamera HD Hero 2 von GoPro im Test

Während der Ausübung von Sportarten wie Surfen, Skifahren, Mountain-Biking oder Moto Cross lässt sich ein handelsüblicher Camcorder kaum sinnvoll bedienen – und wäre danach wahrscheinlich auch noch kaputt. Mit der HD Hero 2 liefert GoPro genau für diese extremen Einsatzzweck eine interessante Alternative. Wir haben das Gerät beim Skifahren getestet.

Mit der HD Hero 2 liefert GoPro eine zum Vorgängermodell deutlich verbesserte Action-Kamera. Mit einem 11-Megapixel-Sensor bietet sie deutlich mehr Auflösung als die bisherige Variante, deren Sensor auf 5 Millionen Pixel begrenzt war. Außerdem arbeitet der integrierte Bildprozessor doppelt so schnell wie im bisherigen Modell. In Verbindung mit dem verbesserten Objektiv dürfen sich Anwender laut Hersteller über schärferer Videos freuen. Der Hersteller verspricht zudem bessere Aufnahmen bei wenig Licht. Ebenfalls hat GoPro an der Soundaufnahmetechnik gefeilt. Laute Windgeräusche, die noch beim Vorgänger auftraten, sollen mit der neuen Hero 2 der Vergangenheit angehören. Die Akkulaufzeit soll ebenfalls gestiegen sein.

Die Kamera gibt es für 349 Euro in drei verschiedenen Varianten, nämlich als Outdoor-, Motorsports- und Surf-Edition. Der Unterschied zwischen den einzelnen Modellen zeigt sich im Zubehör. So werden beispielsweise die entsprechenden Halterungen zum Anbringen der Kamera an Helm, Lenker, Surfboard oder ähnlichem auf drei Bereiche aufgeteilt. Die eigentliche Kamera ist bei jeder Variante dieselbe.

Mit optional erhältlichem Zubehör will der Hersteller die Attraktivität der Kamera weiter steigern. So soll es beispielsweise mit dem Wi-Fi-BacPac und den Wi-Fi Remote-Produkten möglich sein, die HD Hero 2 über Wi-Fi-Remote, Smartphones, Tablet-PCs und Computer fernzusteuern sowie Livesendungen von überall da wo es Wi-Fi oder mobile Hotspots gibt, zu übertragen. Allerdings soll dieses Zubehör erst Ende April erscheinen. Im Fachhandel ist weiteres Zubehör verfügbar. Neben GoPro liefern inzwischen auch Drittanbieter Erweiterungen für die Hero. Mit dabei ist beispielsweise eine Halterung für zwei Kameras, wodurch die Aufnahme von 3D-Videos möglich ist. Eine kostenlose Videobearbeitungssoftware steht auf der GoPro-Webseite zum Download bereit.

Bereits verfügbar ist das LCD-BackPak, mit dem wir die HD Hero 2 Outdoor Edition eine Woche lang beim Skifahren in den Dolomiten Ende Januar getestet haben. Mit der Erweiterung erhält die Action-Cam einen LCD-Monitor, mit dem man Videos nach und während der Aufnahme ansehen kann. Ist man zu Zweit unterwegs, erleichtert der LCD-Screen die korrekte Einstellung des Blickwinkels, wenn die Kamera am Helm befestigt ist. Nach ein paar Skiabfahrten und gleichzeitiger Aufnahme bekommt man dies aber auch ohne LCD-Monitor hin. Praktisch ist der Screen aber zweifellos. Kleiner Tipp: Kamera eher parallel zum Boden ausrichten als leicht nach unten gebeugt.

Ein LCD-Bildschirm ist nur optional erhältlich.
Ein LCD-Bildschirm ist nur optional erhältlich.

Montage am Ski-Helm

In der Regel ist die Montage am Skihelm kein Problem. Dafür verwendet man eine der mitgelieferten vier Klebehelmhalterungen. Je zwei stehen mit gebogener und gerader Klebefläche zur Verfügung. Bei manchen Helmen könnte es allerdings wegen Verstrebungen schwierig werden, eine glatte Fläche für die Befestigung der Halterungen zu finden. Dann kann man sich mit der im Lieferumfang befindlichen Kopfhalterung behelfen. Diese lässt sich so einstellen, dass sie auch um einen Helm passt. Steigt man nach dem Winter von den Skiern aufs Rad, lässt einen GoPro ebenfalls nicht im Stich. Denn im Lieferumfang befindet sich noch ein zweiter Gurt, der für die Montage der Kamera am Fahrradhelm gedacht ist. Wer die Kamera zur Montage am Motorrad oder Surfbrett benötigt, sollte sich die beiden anderen Varianten ansehen.

Mit dem Zubehör lässt sich die HD Hero 2 problemlos an einem Helm befestigen. Aufgeladen wird die Kamera über ein USB-Kabel. Hierfür kann ein handelsübliches Smartphone-Aufladegerät oder ein Computer genutzt werden.
Mit dem Zubehör lässt sich die HD Hero 2 problemlos an einem Helm befestigen. Aufgeladen wird die Kamera über ein USB-Kabel. Hierfür kann ein handelsübliches Smartphone-Aufladegerät oder ein Computer genutzt werden.

Die HD Helmet Hero lässt sich stabil am Helm befestigen. Auch nach der Befestigung kann man die Kamera justieren.
Die HD Hero 2 lässt sich stabil am Helm befestigen und kann dank eines feststellbaren Gelenks trotzdem leicht justiert werden.

Bedienung

Die Kamera findet in einem Plastikgehäuse Platz, das bis 60 m Tiefe wasserdicht ist. Für scharfe Unterwasseraufnahmen empfiehlt sich allerdings ein spezielles Gehäuse. Die im Lieferumfang befindliche offene Verschlussklappe soll ab Geschwindigkeiten von 100 km/h für leisere Windgeräusche sorgen. An der Unterseite des Gehäuses sitzt eine wechselbare und justierbare Schnellverschlusshalterung, die in Verbindung mit den mitgelieferten Befestigungsklipps einen optimalen Halt des Geräts bietet. Durch die Justierbarkeit der Halterung lässt sich die Kamera optimal positionieren.

Die beiden Bedienknöpfe des Geräts sind nach außen geführt. Der vordere dient zum Ein- und Ausschalten und zur Auswahl der Aufnahmemodi. Mit dem oberen starten und stoppen Sportler die Aufnahme. Die HD Hero 2 bietet zudem akustische Signaltöne: Das Einschalten wird mit drei Tönen signalisiert. Zum Ausschalten drückt man den vorderen Schalter bis zum ersten Signalton – anschließend folgen vier weitere. Dann ist das Gerät ausgeschaltet. Man kann zudem die Kamera so einstellen, dass sie sich bei Inaktivität automatisch ausschaltet. Zur Auswahl stehen die Intervalle 60, 120 und 300 Sekunden.

Für den Start der Aufnahme wird der obere Schalter betätigt. Ist die Aufnahme aktiv, blinkt zudem die vordere rote LED neben dem Objektiv. Ein nochmaliges Drücken des oberen Schalters beendet die Aufnahme, was akustisch mit drei kurzen Tönen signalisiert wird. Im Vergleich zum Vorgängermodell gelingt das Ein- und Ausschalten, sowie die Aktivierung und Beendigung der Aufnahme dank der akustischen Signale deutlich besser.

Aufnahme von Videos und Fotos

Die HD Hero 2 bietet mehrere Aufnahmemodi: Maximal nimmt sie Videos mit 1920 mal 1080 Pixeln bei 25 Bildern pro Sekunde (fps) auf (NTSC: 30 fps). Der maximal sichtbare Winkel der Fixed-Fokus-Kamera liegt in dieser Betriebsart bei 170 Grad. In der Auflösung 1280 mal 960 Pixel bietet die Kamera mit ebenfalls 170 Grad den größten vertikalen und horizontalen Bildbereich. Zudem kann sie in diesem Modus bis zu 50 Bilder pro Sekunde bei Einstellung PAL aufnehmen. Mit NTSC sind es 48 fps. Spielt man einen solchen Clip später mit weniger Bilder pro Sekunde ab, was zum Beispiel mit VLC Media Player möglicht ist, lässt sich ein toller und ruckelfreier Zeitlupeneffekt erzeugen. In der Auflösung 1280 mal 720p nimmt sie sogar Videos mit 60 fps auf.

Fotos nimmt die 11-Megapixel-Kamera im 4:3-Format mit einer Auflösung von bis zu 3840 mal 2880 Pixeln auf, auf Wunsch aber auch niedrigere Auflösungen (8 Megapixel: 3200 mal 2400 Pixel, 5 Megapixel: 2592 mal 1944 Pixel). Für die Aufnahme von Fotos stehen verschiedene Betriebsarten zur Verfügung: 10-Sekunden-Selbstauslöser, automatische Aufnahmen alle 2, 5, 10, 30 oder 60 Sekunden sowie Einzel- und Dreifach-Fotoaufnahmen (drei Fotos in zwei Sekunden).

Ein Mini-LCD-Screen an der Vorderseite der Kamera informiert über die gewählte Auflösung und die bisherigen Aufnahmen.
Ein Mini-LCD-Screen an der Vorderseite der Kamera informiert über die gewählte Auflösung und die bisherigen Aufnahmen. Anders als beim Vorgängermodell muss man sich keine Kürzel mehr für Auflösungen merken. Diese werden nun direkt angezeigt (960 – 50).

Akku

Zur Standardausstattung gehört ein Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 1100 mAh. Damit nimmt die HD Hero 2 Hero maximal 2,5 Stunden lang Videos auf. Das Laden des Akkus geschieht über den USB-Anschluss. Ein Kabel, das gleichzeitig als Datenverbindung dient, ist im Lieferumfang enthalten. Ein USB-Netzteil, wie man es von vielen Smartphones kennt, fehlt allerdings. Die Batterie wird an einem Computer-USB-Port in zwei Stunden zu 80 Prozent geladen. Für eine vollständige Aufladung sind vier Stunden nötig. Mit einem USB-Ladegerät mit 1000 mAh gelingt das Befüllen in der Hälfte der Zeit. An der Rückseite der Kamera sitzt eine Halterung für einen optionalen Zusatzakku. Der ist aber nur unter extremen Bedingungen wirklich nötig. Trotz eiskalter Temperaturen von bis zu Minus 20 Grad während der Testphase hat die Kamera erstaunlich lange durchgehalten. Pro Tag haben wir etwa 10 Videos mit unterschiedlicher Länge aufgenommen, was den Akku nicht mal zu 50 Prozent in die Knie gezwungen hat.

Videoqualität, Praxis

Die Qualität der aufgenommenen Videos ist sehr gut. In der Praxis überzeugt vor allem der Modus 960p mit 50 fps. Die Datenrate liegt in diesem Betriebsmodus bei gut 15 MBit/s und ist damit höher als beim HD-Programm von ARD und ZDF. Dank der hohen Auflösung des Geräts muss man anders als bei Videos mit niedriger Auflösung keine Abstriche in Sachen Qualität machen, wenn man sich die Aufnahmen auf einem HD-Fernseher ansieht. Im Gegenteil: Erst mit einem Großbild-TV kommt die exzellente Qualität der Videos voll zur Geltung. Stellt man die 60-fps-Videos auf Youtube zur Verfügung, muss man allerdings Qualitätseinbußen in Kauf nehmen. Der Google-Dienst konvertiert die Clips und spielt sie nur mit 30 Bildern pro Sekunde ab.

Im Vergleich zum Vorgängermodell sind die Videos mit der Hero 2 deutlich schärfer, kontrastreicher und die Farbbalance wirkt besser abgestimmt. Das lässt sich anhand zweier Videos, aufgenommen mit altem und neuem Modell (siehe nächste Seite), sehr leicht überprüfen.

Fazit

Für die Aufnahme von Action-Videos ist die knapp 170 Gramm leichte HD Hero 2 von GoPro sehr gut geeignet. Auch ohne Bildstabilisation und nicht immer optimal funktionierenden Weißabgleich ist die Qualität der Videos sehr gut. Durch die verbesserte Kameraoptik gelingen Videos schärfer und kontrastreicher als mit dem Vorgängermodell. Zudem ist das Handling und die Akkuleistung deutlich verbessert worden. Die überzeugendsten Resultate gelingen mit dem Aufnahmemodus 960p, der Clips mit einer Auflösung von 1280 mal 960p und bis zu 50 Bildern pro Sekunde aufzeichnet und ein Sichtfeld von 170 Grad bietet.

Die Aufnahme von Fotos gehört nicht zu den Stärken der Kamera. Wegen des großen Sichtfelds sind die Aufnahmen an den Rändern stark verzerrt, wobei die Kamera nicht primär wegen der Fotofunktion gekauft werden dürfte. Als Sport-Action-Cam ist sie hingegen sehr empfehlenswert, wobei der Funktionsumfang dank optional erhältlichen Zubehör noch erweitert werden kann. Besonders interessant verspricht das Wifi-BacPack zu werden, mit dem man die Kamera fernsteuern kann und bei WLAN-Verbindung Live-Übertragungen ins Internet durchführen kann. Die Erweiterung soll ab Ende April 2012 für knapp 130 Euro lieferbar sein. Für Experimentierfreudige ist sicher auch die Möglichkeit zur Aufnahme von 3D-Videos interessant.

Den Vertrieb in Deutschland organisiert der Großhändler Grofa, der den Kauf bei einem autorisierten Händler empfiehlt, da bei den im Internet aufgetauchten Grau-Importen die einwandfreie Funktion der Kamera nicht gewährleistet ist.

Wie populär die Action_Cams von GoPro geworden sind, zeigt sich auch an den zahlreichen Foren, wo sich Nutzer gegenseitig Hilfestellung geben und Erfahrungen austauschen. Auch GoPro-Webseite bietet im Support-Bereich zahlreiche Tipps & Tricks zur HD Hero 2 und den Vorgänger-Modellen.

Fernbedienung und Streaming ermöglicht das Wi-Fi-BacPac in Verbindung mit der Wi-Fi-Remote (verfügbar ab März 2012)
Fernbedienung und Streaming ermöglicht das Wi-Fi-BacPac in Verbindung mit der Wi-Fi-Remote (verfügbar ab März 2012)

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Helm-Kamera HD Hero 2 von GoPro im Test

  • Am 17. Februar 2012 um 16:00 von mycrocam

    MycroCam 720HD
    Hallo liebes Cnet Team,

    vielen Dank für die ausführliche Vorstellung der GoPro Hero 2. Vielleicht habt ihr Lust ein innovatives in Deutschland designtes Produkt ebenso ausführlich unter die Lupe zunehmen. Unter http://www.mycrocam.de/index.php/de/mycrocam-720hd findet ihr das Produkt welches wir euch auch gerne zu Testzwecken zukommen lassen – Mail genügt!

    Gruß das Mycrocam Team

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