Touch-Mäuse: PC-Steuerung mit Multitouch-Gesten à la Smartphone

1968 wurde die erste Computer-Maus der Weltöffentlichkeit präsentiert. Und auch im Jahr 2012 sind die Dinosaurier des Computer-Zeitalters immer noch auf so ziemlich jedem Schreibtisch zu finden – fragt sich mit Blick auf die Smartphone- und Tablet-Entwicklung bloß, wie lange noch. Einige Mäuse spannen den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart und verfügen über eine berührungsempfindliche Fläche auf der Oberseite. Wir stellen in diesem Artikel die drei wichtigsten Touch-Mäuse mit ihren Stärken und Schwächen vor.

Den Anfang bei den berührungsempfindlichen Mäusen machte Apple im Jahr 2009 mit der Magic Mouse. Im vergangenen Jahr folgte Microsoft schließlich mit seiner eigenen Touch Mouse. Und Anfang Februar hat schließlich Logitech mit der M600 seine eigene Version ins Rennen geschickt.

Eines vorweg: So intuitiv wie ein Smartphone arbeitet keine der Mäuse. Dennoch verfügen sie jeweils über ein einfaches Gestensystem, das sich recht einfach erlernen lässt. Wir sind auf jeden Fall schon einmal gespannt, ob das im weiteren Verlauf des Jahres 2012 erscheinende Windows 8 mit seiner Touch-Ausrichtung für mehr Leben in dieser noch recht exotischen Kategorie sorgen wird.

Apple Magic Mouse: ab 60 Euro

(6,7 von 10 Punkten)

Was uns gefällt:
+ elegantes Design
+ beidhändig
+ nahtlose Zusammenarbeit mit Mac OS X
+ vertikales Scrollen funktioniert wie mit mechanischem Scrollrad

Was uns nicht gefällt:
- gewöhnungsbedürftige Haptik
- funktioniert nur mit Gefrickel unter Windows
- Gesten nicht mit Bordmitteln konfigurierbar
- kein Pinch-to-Zoom
- eher rückständiger Sensor

Wir meinen: Die Magic Mouse von Apple hat die Multitouch-Gesten von den berührungsempfindlichen Displays auf die Maus gebracht. Allerdings eignet sie sich mit ihrem etwas dürren Design und der einzigen, etwas gewöhnungsbedürftigen Taste weniger für Power-User und mehr als kompakte Notebook-Begleitung.

Wie bereits gesagt: Apple hat mit seiner Touch-Maus im Jahr 2009 die Vorreiter-Rolle eingenommen. Inzwischen ist das Zeigegerät bei den iMacs im Lieferumfang enthalten. So schick und edel sie auch aussieht und so gut sie optisch zu den anderen Apple-Komponenten passt, leider fühlt sich die Maus mit ihrem winzigen Gehäuse etwas verkrampft an. Im Großen und Ganzen leistet sie sich allerdings keine echten Schwächen. Sowohl das horizontale als auch das vertikale Scrollen fühlen sich natürlich an, und das anschubsbare und dann elastisch weiterlaufende virtuelle Mausrädchen überzeugt.

Darüber hinaus bietet die Magic Mouse dieselben grundlegenden Wischgesten an wie die Trackpads von Apples MacBooks. Die Gesten funktionieren überall auf der Oberfläche des Gadgets. Ein Wisch mit zwei Fingern springt im Browser vor und zurück oder spult durch Medieninhalte. Ganz so empfindlich wie auf dem iPhone oder iPad reagiert das Touch-Panel hier jedoch nicht, und es wir vermissen die Zwei-Finger-Geste zum Zoomen schmerzlich. Mit den Bordmitteln von Apple ist es außerdem nicht möglich, die Wischgesten zu konfigurieren. Es gibt lediglich die Möglichkeit, die Position der virtuellen Maustasten für Linkshänder zu vertauschen. Unterm Strich funktioniert alles wie versprochen.

Die Verbindung zum Rechner stellt die Maus übrigens via Bluetooth her. Die Stromversorgung wird mit zwei AA-Batterien gesichert. Ihre Position ermittelt die Maus mit Hilfe eines Standard-Laser-Sensors, der auf den meisten Oberflächen funktioniert. Auf Stoff oder glänzenden Oberflächen wie Glas, Spiegeln oder Marmor guckt der Magic-Mouse-Besitzer jedoch in die Röhre. Maustasten sucht man auf der Oberseite der Maus vergeblich. Diese gibt es lediglich in virtueller Form.

Apple verkauft die Magic Mouse für 69 Euro. Wer den Preisvergleich seines Vertrauens bemüht, findet das Multitouch-Zeigegerät jedoch bereits ab 50 Euro. Für 10 Euro mehr wechselt übrigens das Magic Trackpad den Besitzer, das ein Multitouch-Trackpad auf den Schreibtisch bringt.

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