Canon EOS 5D Mark III im Vorab-Test: Vollformat-Kamera für Foto- und Videofreaks

Canon hat heute endlich das lange erwartete Update der nicht nur in Foto-, sondern auch in Videokreisen legendären EOS 5D Mark II vorgestellt. Die Canon EOS 5D Mark III kommt nicht nur als inkrementelles Update daher, sondern präsentiert sich als fast komplett neue Kamera. Das professionelle Modell ist mit Funktionen vollgestopft, die sich sowohl an Fotografen als auch an Bewegtbild-Fans richten. Allerdings hat die 5D3 auch preislich einen deutlichen Sprung nach oben gemacht.

Es gibt zwei Arten von Fotografen: Die einen benutzen ihre Kamera, bis sie aus allen Löchern pfeift und in ihre Bestandteile zerfällt, bevor sie an eine Neuanschaffung denken. Die anderen dagegen kaufen sich immer die neuen Modelle und bleiben so Feature-technisch stets auf dem neuesten Stand. Die Canon EOS 5D Mark III dürfte beide Lager schier an den Rand der Verzweiflung getrieben haben. Denn schließlich hat es jetzt ganze dreieinhalb Jahre gedauert, bis die EOS 5D Mark II einen Nachfolger bekommen hat. Und so, wie es aussieht, dürften alle mit dem neuen Modell mehr zufrieden sein – vorausgesetzt, der Preis ist finanzierbar.

Aber auch für kleinere Geldbeutel besteht Hoffnung. Canon plant nämlich, die 5D Mark II weiterhin auf dem Markt zu halten und die Kosten weiter zu senken. Auf welchem Niveau sich die 5D2 eintrudeln wird, ist allerdings noch nicht bekannt. Die 2008 für eine unverbindliche Preisempfehlung von 2499 Euro auf den Markt gebrachte Kamera kostet derzeit immer noch deutlich über 1700 Euro und ist damit erstaunlich wertstabil. Zum Vergleich: Für die EOS 5D Mark III veranschlagt Canon stolze 3299 Euro. Alle Preis gelten ohne Objektiv.

Und auch der Blick zur Konkurrenz lässt die 5D Mark III nicht gerade günstiger wirken. Nikons Gegenstück namens D800 kommt demnächst zur unverbindlichen Preisempfehlung von 2899 Euro in die Läden. Und auch das Schwestermodell D800E, das zugunsten höherer Bildschärfe auf einen Tiefpassfilter verzichtet, ist mit 3219 Euro immer noch etwas günstiger. Die D800-Vorgängerin D700 bewegt sich derzeit übrigens bei rund 1900 Euro.

Design

Auf den ersten Blick scheint es zwischen der 5D Mark II und der 5D Mark III kaum Unterschiede zu geben. Beide Kameras fassen sich sehr ähnlich an, und auch beim Design hat Canon keine riesigen Sprünge gemacht. Stattdessen hat Canon über die letzten Jahre hinweg fleißig Feedback gesammelt und an allen Ecken und Kanten ein bisschen gefeilt.

Die wohl wichtigste Neuerung betrifft den Sucher. Er hat sich um 2 Prozent gesteigert und bietet jetzt eine 100-prozentige Sucherbild-Abdeckung. An der Vergrößerung hat sich nichts verändert. Die Spotmessung für die Belichtung wurde außerdem von 3,5 auf 1,5 Prozent der gesamten Bildfläche gedrosselt und lässt sich nun präziser einsetzen. Der optische Sucher verfügt über ein optionales Gittermuster und zeigt zahlreiche nützliche Informationen an, beispielsweise die ISO-Erweiterungen.

Das Modusrädchen auf der linken Schulter der Kamera ist jetzt nicht mehr frei drehbar und so vor versehentlicher Verstellung geschützt. Canon setzt hier auf dasselbe, etwas gewöhnungsbedürftige Prinzip wie bei der kleinen Schwester 60D: Oben auf dem Drehelement sitzt ein Knopf. Drückt man diesen hinein, lässt sich das Modusrädchen bewegen. Allerdings klappt das einhändig und auf die schnelle nicht so flüssig, wie wir uns das wünschen würden. Bei der 5D Mark II bot Canon genau diese Funktion übrigens aufgrund der hohen Nachfrage irgendwann zum Nachrüsten an – für rund 100 Euro.

Für Videofans gibt es – wie zu erwarten war – ebenfalls ein paar Neuerungen beim Design. Die 5D Mark III bringt denselben Live-View- und Aufnahme-Knopf mit wie die ältere Schwester 7D. Außerdem verfügt das Einstellrädchen rechts neben dem Bildschirm über einen kapazitiven Touch-Bereich und lässt sich so im Videomodus geräuschlos bedienen.

Außerdem gibt es bei der Bildwiedergabe einen Modus zum direkten Vergleichen von Fotos. Ebenfalls hinzugekommen ist eine dedizierte Taste zum Bewerten von Bildern. Die Menüs sind denen der EOS 1D X sehr ähnlich: extrem breit aufgefächert und dennoch tief und bis zum Gehtnichtmehr mit Einstellungen vollgestopft. Ein gutes Beispiel für die Vielfalt ist die flexible Konfigurierbarkeit von Autofokussystem und Tracking.

Zu guter Letzt hat Canon der 5D Mark III noch ein etwas outdoor-tauglicheres Gehäuse verpasst. Sowohl die Dichtungen als auch das Magnesiumgehäuse selbst mit dem Objektivanschluss aus rostfreiem Stahl wurden verbessert. So robust, wie man es bei einer DSLR in dieser Preisklasse erwarten würde, ist die Kamera dennoch nicht. Den meisten Hochzeits-Fotografen dürfte das egal sein, doch insbesondere in den Händen von Videografen müssen aktuelle Spiegelreflexkameras doch mehr aushalten, als man meinen möchte.

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Canon EOS 5D Mark III im Vorab-Test: Vollformat-Kamera für Foto- und Videofreaks

  • Am 6. März 2012 um 09:09 von Seppl

    Die 2008 für eine unverbindliche Preisempfehlung von 2499 Euro auf den Markt gebrachte Kamera kostet derzeit immer noch deutlich über 1700 Euro und ist damit erstaunlich wertstabil….
    Was für ein Quatsch.. Die 5D MKIII kostet NEU unter 1700€!! Gebraucht ist sie oft schon um 1200-1300€ zu bekommen.

  • Am 6. März 2012 um 20:50 von paparazzo

    Wieso Quatsch?
    Günstigster Preis in der Suchmaschine liegt bei 1698,99,- €…
    also so ein Quatsch ist es nun auch nicht, denn alle anderen Shops liegen über 1700 Euro. Außerdem sind die günstigsten Modelle oft EU-Ware ohne deutsche Anleitung!
    Und Gebrauchtware ist ja nun ein ganz anderes Feld!
    Aber egal, die neue 5D Mark III ist schon echt Klasse!
    Am wichtigsten finde ich den neuen Autofocus, den übrigens die 1D X auch drin hat. Denn da hatte die alte 5D ihre Schwächen, denn dort saß der Autokocus oft nicht so perfekt, vor allem bei weniger Licht gabs oft Probleme.
    Und natürlich die jetzt höhere Serienbildfunktion ist Klasse, die auch eine Nutzung im Sportbereich ermöglicht.
    Die Bildqualität sollte ja das hohe Niveau halten, schon durch den neuen Prozessor sehe ich da eigentlich nur Vorteile.
    Ich hoffe der Preis wird sich noch etwas niedriger einpendeln, klar jetzt die ersten Modelle gehen natürlich zum empfohlenen Preis weg, das ist bei allen neuen Modellen so gewesen. Holen werde ich sie mir auf jeden Fall, früher oder später!

  • Am 23. März 2012 um 17:39 von Pet

    must have
    ich habe noch die 5D M2 aber die neue ist schon im Fokus. Die Neuerungen sind genau DIE, die ich immer an der M2 vermißt habe. Besserer AF, schnellere Bildfolge, 2 Karteneinschübe, höhere ISO, Silentmodus (hat noch nicht mal die Große) und und und…das Teil hol ich mir auf jeden Fall.
    Freu mich jetzt schon.

  • Am 4. Mai 2012 um 15:39 von Wolf

    Canon EOS 5D Mark III
    Es gibt zwei Arten von Fotografen: Die einen benutzen ihre Kamera, bevor sie aus allen Löchern pfeift und in ihre Bestandteile zerfällt, bevor sie an eine Neuanschaffung denken.

    Lesen Sie Ihre eigenen Texte zuweilen durch?

  • Am 4. Mai 2012 um 15:47 von Wolf

    Canon EOS 5D Mark III
    Was soll das sein? Ein Test?

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