Nikon Coolpix P510 im Test: gelungene Allround-Kamera mit 42-fach-Zoom

„Was, Deine Kamera zoomt nur 24-fach?“, „Ich hab den längsten Zoom“ – und so weiter. Wer ganz sicher gehen möchte, alle anderen auf diesem Planeten in Sachen Zoom auszustechen, kommt um die Nikon Coolpix P510 nicht herum: Die Bridgekamera verfügt über ein 42-fach-Zoomobjektiv. Ob die zoomgewaltige Optik auch abseits vom Pausenhof zu gebrauchen ist und was die Digicam sonst noch auf dem Kasten hat, verrät der ausführliche Testbericht.

Die Nikon Coolpix P510 tritt die Nachfolge der P500 an, die bereits über einen 36-fachen optischen Zoom mit einem Brennweitenbereich von 22,5 bis 810 Millimetern verfügte. Die P510 steigt sich jetzt auf 42-fach beziehungsweise 24 bis 1000 Millimeter. Das Problem ist allerdings, dass es eigentlich gar nicht so viel gibt, was man mit einem so vergrößerungsstarken Objektiv an einer Kompaktkamera anstellen kann. Bei voller Ausnutzung des Telebereichs ist es sehr schwer, die Digicam ruhig zu halten und das Motiv nicht aus den Augen zu verlieren. Außerdem ist der Autofokus hier sehr langsam, was das Einfangen von bewegten Objekten zur echten Herausforderung macht. Und so gut der Bildstabilisator auch arbeitet, bei hohen Brennweiten empfiehlt sich trotzdem ein Stativ, um Verwackler oder hohe ISO-Empfindlichkeiten zu vermeiden.

Dennoch: Es gibt definitiv auch Situationen, in denen der Zoombereich Sinn ergibt. Und zudem wartet die Nikon Coolpix P510 mit massig anderen Ausstattungsmerkmalen auf, die sie zu einer empfehlenswerten Kamera machen.

Design

In puncto Optik und Haptik hat sich die Nikon Coolpix P510 kaum von ihrer Vorgängerin P500 verändert. Angesichts des gewaltigen Objektivs ist die Kamera beeindruckend Kompakt. Allerdings macht die Optik einen großen Teil des Gewichts aus, und der Rest des Gehäuses wirkt etwas leicht und billig gebaut. Immerhin: Der Handgriff ist tief und sorgt mit seiner griffigen Texturierung für einen sicheren Sitz in der Hand. Außerdem bietet das große Objektiv massig Platz für die linke Hand, die die Kamera beim Fotografieren stabilisieren sollte. Die Bedienelemente sind allesamt günstig positioniert und lassen sich gut bedienen.

Auf der Rückseite der Kamera befindet sich ein kleiner, aber feiner elektronischer Sucher. Darunter sitzt ein flexibel aufgehängtes Display, das bei Aufnahmen über Kopf oder aus der Hüfte eine große Hilfe ist. Leider lässt es sich nur nach unten und oben, nicht aber zur Seite klappen. Wie bei allen Displays und elektronischen Suchern werden auch bei der Nikon P510 die Anzeigen kurz dunkel, wenn man ein Bild eingefangen hat – die Auszeit ist hier jedoch erfreulich kurz. Links neben dem Sucherokular gibt es ein Rädchen für die Dioptrienkorrektur sowie einen Button zum Wechseln zwischen Bildschirm und elektronischem Sucher. Rechts des Suchers bringt Nikon eine Taste zum Anpassen der auf den Displays dargestellten Informationen sowie einen dedizierten Knopf zum Starten der Videoaufnahme unter.

Die Tasten und Rädchen der Nikon Coolpix P510 sind logisch angeordnet und überzeugen in puncto Haptik.
Die Tasten und Rädchen der Nikon Coolpix P510 sind logisch angeordnet und überzeugen in puncto Haptik.

Die üblichen Bedienelemente haben sich nur unwesentlich von denen der P500 verändert – und auch bei der P510-Vorgängerin gab es schon keine Überraschungen. Erfreuleich ist noch anzumreken, dass es auf dem Objektivtubus selbst einen Wippschalter zum Steuern des optischen Zooms gibt, was insbesondere im Videomodus praktisch ist. Auf Wunsch bedient das Hebelchen auch den manuellen Fokus. Die einzige weitere Neuerung ist eine programmierbare Funktionstaste, die direkt hinter dem Auslöser sitzt. Mit den Werkseinstellungen dient sie zum Anpassen des Serienbildmodus, alternativ ruft sie die Einstellungen von ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, Belichtungsmessung, Autofokusbereich, Farbprofil oder Bildgröße auf.

Das Akkufach und der Speicherkartenslot befinden sich hinter einem Türchen auf der Unterseite der Kamera. Mit vollem Stromspeicher schafft die P510 laut CIPA-Bewertung 240 Fotos, was für ein Modell in dieser Klasse recht gewöhnlich ist. Allerdings dauert es ganze vier Stunden, bis der Akku mit Hilfe des mitgelieferten Netzadapters aufgeladen ist. Wer einen ganzen Tag unterwegs ist und kräftig zoomt, die Serienbildmodi ausnutzt sowie in Full-HD filmt, sollte definitiv einen Ersatzakku einpacken.

Die Anschlüsse befinden sich hinter einer Abdeckung auf der rechten Seite des Gehäuses – hier bringt der Hersteller einen Mini-HDMI- und einen kombinierten Micro-USB- und AV-Ausgang unter. Einen Zubehörschuh für einen externen Blitz gibt es nicht – man muss sich also mit dem integrierten Aufklapp-Blitz anfreunden. Er klappt nicht bei Bedarf aus, sondern muss mit einem links an der Kamera angebrachten Button aktiviert werden. Der Blitz fällt recht kräftig aus, und die P510 hält eine Reihe von Optionen für die Blitzbelichtungskorrektur bereit.

Zu guter Letzt verfügt die Nikon P510 noch über einen integrierten GPS-Receiver. Er dient ausschließlich dazu, die geschossenen Fotos mit Ortsinformationen zu versehen. Spielereien wie Stadtkarten oder Reiseführer gibt es hier also nicht. Dafür findet die Kamera erfreulich schnell ihre Position – selbst in Häuserschluchten. Nachdem Nikon dem GPS-Feature einen eigenen Reiter in den Menüs spendiert hat, ist die Funktion schnell zu finden und einfach zu bedienen.

Neueste Kommentare 

10 Kommentare zu Nikon Coolpix P510 im Test: gelungene Allround-Kamera mit 42-fach-Zoom

  • Am 7. April 2012 um 14:21 von Seidler

    Nikon P510
    Es wäre interessant zu wissen, wie die P510 gegenüber dem Digiscoping abschneidet. Auch sind die Auslöseverzügerungen bei Brennweiten von 24/500/1000 mm bei gutem Licht nicht bekannt. Fernauslöser? Auch zur GPS Fuktion gibt es noch keine Hinweise. Die funktioniert bei der P 6000 nicht besonders gut (nur im freien Gelände).

  • Am 3. Juni 2012 um 10:55 von Nick

    exzellente Bildqualität Nikon P510???
    Wenn eine Kamera wie die Nikon P510 sehr starke Chromatische Aberrationen,mittelmässige Farbabweichung/Rauschen ,starke Detailverluste(Textur usw.),eher schlechte Auflösung im Telebereich usw. aufweist,kann da die Bildqualität exzellent sein?

    Mehrere Superzooms wie z.B. die Lumix Fz150 haben jedenfalls unzweifelhat eine bessere Bildqualität und an eine exzellente Mittelformatkamera Bildqualität wie z.B. die Leica S2 kommt die Nikon P510 nicht ran und zwar um Welten.

    • Am 16. Juni 2012 um 13:23 von Wolfgang

      AW: exzellente Bildqualität Nikon P510???
      Vergleichst Du immer Trabant mit Mercedes S-Klasse?

    • Am 26. Juni 2012 um 08:17 von Samoht

      AW: exzellente Bildqualität Nikon P510???
      Sorry aber eine Prosumer Kamera wie die P510 mit einer Leica S2 zu vergleichen… da reicht der Äpfel mit Birnen Vergleich nicht mehr aus… das ist dann eher Himbeeren mit Kokosnüssen zu vergleichen…

  • Am 19. Juni 2012 um 10:51 von netsrac

    NIKIN P510 NICHT KAUFEN!
    Hallo, ich habe die Kamera auf Herz und Nieren getestet.

    Die Kamera macht keine hochwertigen Fotos, es gibt besonders beim Tele extremste Lichtränder und Verwischungen, dies auch bei allen möglichen manuellen Einstellungen (mit oder ohne Bildstabilisator), die ich laut Nikon Support vorgenommen habe.

    Auch Bilder mit anderer Brennweite haben nur mittelmäßige Qualität.

    Ich kann nur von einem Kauf abraten!

    • Am 1. August 2012 um 04:15 von peter

      AW: NIKIN P510 NICHT KAUFEN!
      und wer bist du ? dass deine meinung relevant wäre ?

    • Am 5. Januar 2013 um 22:49 von Sonja

      welche Kamera würden sie mir empfehlen, mir ist der zoom und schöne Fotos wichtig

  • Am 18. September 2012 um 10:19 von Marcel Kopp

    Preis – Leistung
    Als Amateur, der Erinnerungsbilder macht und gelegentlich auch eine Filmsequenz drehen will ist die Kamera absolut in Ordnung. Ich habe den Apparat für 350.- SFr. gekauft. Den
    Apparat mit einer teureren Niken Spiegelreflex oder ähnlichem zu vergleichen ist absurd. Man sollte sich zuerst überlegen, wozu man eine Kamera benötigt. Ein teures "Supergerät". dass die meiste Zeit in der Schublade ruht zu kaufen ist meiner Ansicht nach sinnlos. Aber jedem dass seine.

  • Am 20. August 2013 um 21:26 von leon

    Ich habe bilder von contrail spotter gesehen die mit der kamera gefilmt bzw fotografiert haben und man hat bei flugzeugen in reiseflughöhe die fenster gesehen sieht man bei 42x zoom wirklich so detaliert
    danke

  • Am 12. November 2013 um 00:46 von günni

    Wenn man eine Kamera beurteilen will muss man sich erst einmal mit ihren Funktionen vertraut machen.ich habe schon etliche Bilder auf Format 60*90 ausdrucken lassen.einwandfreie Qualität.bei diesem kleinen Sensor muss man eben etwas nacharbeiten.ansonsten….diese Nikon immer wieder.gruss…

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