Endlich lassen sich Fernseher im Geschäft direkt miteinander vergleichen. Ein mindestens sechs mal zwölf Zentimeter großer Aufkleber mit bunten Balken und den Buchstaben A bis G zeigt sofort, wie effizient der entsprechende Fernseher mit der Energie umgeht und wie viele Kilowattstunden Strom er im Jahr verbraucht. Aber Vorsicht, denn ein direkter Vergleich ist nur mit größeren Einschränkungen möglich.
Laut Richtlinie 2010/30/EU müssen alle seit 30. November 2011 neu in Verkehr gebrachten Fernseher und Videomonitore das ENERG-Ettikett tragen. In Analogie zu Geschirrspülern, Kühlschränken, Waschmaschinen & Co. zeigt ein schwarzer Pfeil mit einem der Buchstaben A bis G die jeweilige Effizienz des Geräts. Steht der schwarze Balken ganz unten neben dem roten Balken mit dem Buchstaben G, dann ist dies ein Indiz für ein extrem stromfressendes Gerät. Je höher der Balken steht und je näher er zum Anfang des Alphabets rückt, um so ökologischer gilt der Fernseher. Ist ein Gerät noch besser, dann darf es sogar zusätzlich zum Buchstaben A ein oder mehrere Pluszeichen tragen.
Die Messung der Leistungsaufnahme erfolgt übrigens für jedes Gerät absolut einheitlich nach einer penibel festgelegten Prüfprozedur – deshalb kann man auch bei den Werten auf dem Label eigentlich nicht tricksen! Trotzdem sind diese Angaben etwas schwammig, weil man durchaus im übertragenen Sinne einen Apfel mit einer Birne vergleicht. Warum? Dazu später mehr – zunächst noch ein paar Grundlagen.

Seit Dezember muss an neuen Fernsehern im Handel am Display das ENERG-Label gut sichtbar angebracht sein. Hier im Bild am gigantischen 85-Zoll-Fernseher BeoVision 4-85 von Bang & Olufsen.
Wie sich die Energieeffizienzklasse errechnet
Vor den eigentlichen Kaufüberlegungen für einen sparsamen Fernseher sollte sich der Konsument erst einmal im Klaren sein, nach welchen Grundprinzipien die Energieeffizienzklassen zustande kommen. Nach langjährigen Verhandlungen wurde in der Europäischen Kommission ein Referenzwert Pref für die Leistungsaufnahme von Geräten festgelegt, der sich aus einer Basis-Leistungsaufnahme für die allgemeine Geräteelektronik Pbasic und einer Fläche-abhängigen Leistungsaufnahme addiert.
Pbasic beträgt 15 Watt für einen Videomonitor und 20 Watt für einen Fernseher mit einem Einfachtuner. Dieser Grundwert erhöht sich dann nochmals um 4 Watt für ein Gerät mit einem Mehrfachtuner zum gleichzeitigem Empfang von mehreren Programmen, beispielsweise für eine Bild-im-Bild-Darstellung oder für einen integrierten Rekorder zur Aufzeichnung. Und um weitere 4 Watt erhöht sich der Referenzwert, wenn der Fernseher eine Festplatte an Bord hat. Die flächenabhängige Komponente der Leistungsaufnahme beträgt laut Richtlinie 4,3224 Watt pro Quadratdezimeter sichtbare Bildschirmfläche.
Daraus errechnen sich beispielsweise für einen PC-Monitor, einen normalen Fernseher und einen Multimedia-Fernseher mit Harddisk und Doppeltuner jeweils mit einem klassischen 16:9-Bildformat folgende Referenzwerte in Abhängigkeit von gängigen Bilddiagonalen:
Energielabel Referenzwerte
| Bilddiagonale | Pref-Monitor | Pref-TV | Pref-Multimedia |
| 22 Zoll | 72,67 W | 77,67 W | 85,67 W |
| 24 Zoll | 83,64 W | 88,64 W | 96,64 W |
| 26 Zoll | 95,55 W | 100,55 W | 108,55 W |
| 32 Zoll | 137,02 W | 142,02 W | 150,02 W |
| 37 Zoll | 178,13 W | 183,13 W | 191,13 W |
| 40 Zoll | 205,65 W | 210,65 W | 218,65 W |
| 42 Zoll | 225,20 W | 230,20 W | 238,20 W |
| 46 Zoll | 267,14 W | 272,14 W | 280,14 W |
| 47 Zoll | 278,22 W | 283,22 W | 291,22 W |
| 52 Zoll | 337,20 W | 342,20 W | 350,20 W |
| 55 Zoll | 375,45 W | 380,45 W | 388,45 W |
| 60 Zoll | 443,97 W | 448,97 W | 456,97 W |
| 70 Zoll | 598,88 W | 603,88 W | 611,88 W |
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