Samsung NX200 im Test: EVIL-Kamera mit neuem 20-Megapixel-APS-C-Sensor

Auch wenn Samsung sehr früh – sogar noch vor Sony – bei den Systemkameras dabei war, sind die Koreaner mit ihrem NX-System bislang noch nicht so wirklich in die Gänge gekommen. Die NX200 soll das nun ändern, mit einem neuen 20-Megapixel-Bildsensor, einem überarbeiteten, erwachseneren Design und nicht zuletzt auch einer Reihe von neuen Objektiven. Ob Samsung mit der NX200 der große Wurf gelungen ist, verrät der Testbericht.

Waren die spiegellosen Systemkameras vor zwei Jahren noch völlige Exoten, so hat inzwischen jeder namhafte Hersteller mindestens ein System auf dem Markt – der Kamera-Gigant Canon ist derzeit (noch) die einzige Ausnahme. Dementsprechend sieht sich Samsung einer mächtigen Konkurrenz gegenüber: von Olympus die E-P3, von Panasonic die GX1, von Sony die NEX-5N, von Pentax die K-01, von Nikon die 1 V1 und so weiter. Aber auch Samsung war nicht untätig – und hat den Marktbegleitern einiges entgegenzusetzen.

Design

Die Samsung NX200 sieht deutlich eleganter und erwachsener aus als ihre direkte Vorgängerin NX100 – und ist ein ganzes Stück kompakter als ihre Schwestern NX10, NX11 und NX5. Auch haptisch haben die Koreaner einer Sprung nach vorne gemacht: Die Kamera ist gleichzeitig kompakter und liegt dennoch besser in der Hand als die NX100. Das Gehäuse ist aus Metall gefertigt und fühlt sich solide sowie hochwertig verarbeitet an.

Das rückseitige 3,0-Zoll-Display ist hell und bietet gute Kontraste sowie nahezu unbegrenzte Blickwinkel – was auf die AMOLED-Technologie zurückzuführen ist. Außerdem macht der Bildschirm auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch eine gute Figur – solange sich Spiegelungen vermeiden lassen. Leider ist die Anzeige nicht dreh- und schwenkbar aufgehängt. Außerdem fehlt der kleine Anschluss zwischen Display und Zubehörschuh, der bei der NX100 dazu diente, einen elektronischen Aufstecksucher mit Bilddaten zu versorgen. Damit steht diese Option hier leider nicht zur Verfügung. Pfui.

Schade: Der Anschluss für den elektronischen Aufstecksucher zwischen Display und Zubehörschuh ist verschwunden.
Schade: Der Anschluss für den elektronischen Aufstecksucher zwischen Display und Zubehörschuh ist verschwunden.

Die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Auf der Oberseite des Gehäuses bringt der Hersteller den Auslöser unter, der von einem Ein/Aus-Schalter eingefasst ist. Dahinter sitzen ein Einstellrädchen sowie der Moduswahlschalter. Weiter links findet der Zubehörschuh seinen Platz, der rechts und links von zwei Stereomikrofonen flankiert ist.

Auf der Rückseite des Gehäuses dominiert das Display. Rechts oben gibt es eine Daumenablage, die zwar griffig aussieht, in der Praxis aber nicht so viel Halt bietet, wie wir es uns wünschen würden. Links daneben findet sich eine dedizierte Taste zum Starten der Videoaufnahme, darunter ein Button für die Belichtungskorrektur. Weiter unten folgen schließlich ein Menüknopf und eine mit Fn markierte Taste, die die wichtigsten Aufnahmeparameter auf das Display bringt. Leider lassen sich die hier angebotenen Optionen nicht durch andere austauschen. Eine Möglichkeit, benutzerspezifische Einstellungen abzuspeichern, gibt es hier ebensowenig wie eine Erklärung, wieso manche Parameter aufgrund bereits getroffener Einstellungen nicht zur Verfügung stehen beziehungsweise ausgegraut sind.

Weiterhin sitzt auf der Rückseite ein Vier-Wege-Pad mit mittiger Ok-Taste, das von einem zweiten Einstellrädchen eingefasst ist. Damit hat der Fotograf für Blende und Belichtungszeit jeweils ein Drehelement zur Verfügung. Das Pad dient neben der Navigation durch die Menüs auch zum Aufrufen der Einstellungen von Autofokusmodus, Selbstauslöser und Serienbild, ISO-Empfindlichkeit sowie zum Anpassen der auf dem Bildschirm dargestellten Informationen. Mit der mittigen Ok-Taste wählt der Fotograf außerdem auch das Fokusfeld aus. Ganz unten gibt es schließlich noch einen Button zum Wechseln in den Wiedergabemodus sowie eine Funktionstaste, die sich mit einer Reihe von verschiedenen Funktionen belegen lässt: Abblenden, One-Touch-Weißabgleich, One-Touch-RAW+JPEG und Reset. Bei der Wiedergabe dient die Funktionstaste auch zum Löschen von Fotos.

Rechts am Gehäuse befindet sich eine kleine Klappe, die HDMI- und USB/AV-Port beherbergt.
Rechts am Gehäuse befindet sich eine kleine Klappe, die HDMI- und USB/AV-Port beherbergt.

Auf der rechten Seite des Gehäuses befindet ein kleines Türchen, hinter dem sich HDMI- und USB-Anschluss verbergen. Die Fächer für Speicherkarte und Akku verbergen sich hinter einer kleinen Klappe auf der Unterseite der Kamera. Mit 320 Fotos pro Ladung kann die Reichweite des Stromspeichers leider nicht ganz überzeugen. Die Vorgängerin NX100 hatte hier noch 100 Aufnahmen mehr zu bieten. Eine Klinkenbuchse zum Anschließen eines externen Mikrofons gibt es leider nicht.

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