Sony SmartWatch Android-Handy-Uhr angetestet: nicht perfekt, aber viel Potential

Sony Ericsson hat schon in der Vergangenheit mehrfach die Möglichkeit ausgetestet, ein Handy um eine Uhr mit Display zu erweitern. Die letzte Version namens Live View war nicht schlecht, aber in der Praxis zu unzuverlässig und zu billig. Mit der SmartWatch startet Sony nun einen neuen Versuch. Unsere Kollegen aus den USA haben sich ein Vorserienmodell im Detail angesehen.

Zum ersten Mal gab es die SmartWatch auf der CES in Las Vegas zu sehen. Wir sind definitiv Fans von intelligenten Uhren, und vor allem die Kombination mit einem Smartphone hat großes Potential – wenn sie denn gut gemacht ist. Und genau das war in der Vergangenheit das Problem.

Die LiveView von Sony Ericsson beispielsweise war qualitativ einfach nicht auf dem Niveau, auf dem wir sie gerne gesehen hätten. Ein billiges Klettband anstelle eines Leder- oder Metallarmbands, eine Plastik- statt einer Glasscheibe über dem Display, ein zu schlapper Akku und dann noch regelmäßige Verbindungsprobleme – dass sich das Konzept so nicht durchsetzt, ist klar. Umso mehr hat uns der Blick auf die neue SmartWatch am Sony-Stand im Januar dieses Jahres erfreut. Optisch und haptisch scheint jetzt alles zu passen. Jetzt muss sie nur noch in der Praxis funktionieren. Und vor allem nützlich sein.

Attraktiv und funktional

Mit einem Gewicht von knapp 42 Gramm ist die quadratische Uhr mit den abgerundeten Ecken angenehm leicht und stört nicht am Handgelenk. Sie misst 3,6 mal 3,6 Zentimeter und ist 7,5 Millimeter dick. Und um ehrlich zu sein – eigentlich wird sie erst zur Uhr, wenn man sie an das mitgelieferte Armband clipst. Das ist zwar immer noch nicht aus Metall oder Leder, aber bereits deutlich hochwertiger als das des Vorgängers. In der Praxis trägt sich das Gummi-Armband erfreulich komfortabel. Optional gibt es sogar eine Metallhalterung, die die SmartWatch mit Standard-Armbändern verbindet. Wer auf Leder also nicht verzichten mag, hat jetzt die Möglichkeit dazu.

Das zentrale Element ist natürlich das Display. Es handelt sich um ein OLED-Panel mit einer Auflösung von 128 mal 128 Pixeln, und obwohl das nach wenig klingt, ist die Anzeige in Anbetracht der Display-Diagonale ordentlich scharf. OLED-typisch stimmen auch Farben und Kontraste, und damit ist die SmartWatch definitiv ein Hingucker. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung lässt sich auf der Anzeige leider gar nichts mehr erkennen.

Die Rückseite ist angenehm abgerundet und besteht aus glänzendem Kunststoff. Der Clip wird von einer Feder gehalten und befestigt die Uhr alternativ zum Armband auch an der Kleidung – das ist beispielsweise beim Joggen praktisch.

Fernbedienung fürs Handy

Das Wichtigste zuerst: Natürlich läuft Android nicht auf der Uhr. Wie bei der LiveView von Sony Ericsson handelt es sich hierbei quasi um eine Fernbedienung für das Handy – und natürlich um eine coole Uhr.

In der Praxis spielt die SmartWatch beispielsweise in Meetings, Kursen oder in der Klasse ihr Können aus. Wenn ein Anruf eingeht, muss der Nutzer nicht umständlich und auffällig nach seinem Handy kramen, sondern wirft einfach einen Blick auf das Display seiner Uhr. Sie zeigt an, wer anruft, ermöglicht die Rufumleitung auf die Mailbox und erlaubt es, direkt von der Uhr eine Standardnachricht wie „Ich rufe Dich später zurück“ abzusenden. Und wer gleichzeitig noch ein Headset mit seinem Smartphone verbunden hat, kann den Anruf auch über die SmartWatch annehmen.

Alternative Funktionen sind das Checken von Facebook-Statusupdates, Tweets, oder E-Mail-Nachrichten. Damit das alles funktioniert, ist die Installation einer kostenlosen App aus dem Android Market beziehungsweise aus Google Play nötig. Aktuelle Sony-Smartphones haben die nötige Software ohnehin bereits an Bord.

Um die Verbindung herzustellen, ist so nur noch das Bluetooth-Pairing über das Smartphone nötig. Die SmartWatch wird vorher mit einem langen Druck auf den Ein-Taster auf der rechten Gehäuseseite in den entsprechenden Modus versetzt.

Sobald sie verbunden ist, zeigt die SmartWatch unterschiedliche Anwendungen und Menüs an – quasi wie ein zweites Handy-Display. Was auf der Uhr auftaucht und wie die Apps konfiguriert sind, legt der Nutzer auf dem Smartphone fest. Zusätzliche Widgets für die Uhr lassen sich in der LiveView-App oder über Google Play nachinstallieren.

Standardmäßig zeigt das OLED-Display eine analoge Uhr. Per Fingerwisch nach links oder rechts wechselt der Anwender zwischen den verschiedenen Widgets durch, darunter SMS-Ansicht, Kalender, verpasste Anrufe, MP3-Player, Facebook, Twitter und Wettervorhersage.

Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Sony SmartWatch Android-Handy-Uhr angetestet: nicht perfekt, aber viel Potential

  • Am 17. April 2012 um 07:50 von Smartwatch Test

    informatives Preview
    Vielen Dank für diesen Preview-Artikel. Neben der Pebble stellt die Sony Uhr ja gerade die Speerspitze der Smartwatches dar. Wir sind gespannt, wie die Smartwatch sich nach dem Release darbietet und ob sie dazu beitragen kann, den Smartwatches zu einer größeren Popularität zu verhelfen.

    Ihr Artikel zeigt jedenfalls, dass da Potential vorhanden wäre.
    Vielen Dank!

    http://smartwatchtest.de

  • Am 17. April 2012 um 12:20 von Ralph

    Auffassung der Attraktivität bei CNET
    Warum führt CNET die mehrfach erwähnte Attraktivität der Uhr unter "- Was uns nicht gefällt" ?

    • Am 17. April 2012 um 15:16 von Daniel Schraeder

      AW: Auffassung der Attraktivität bei CNET
      Hi Ralph,

      das ist natürlich ein – inzwischen behobener – Fehler. Vielen Dank :-)

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 6. August 2012 um 19:11 von Mino

    Smart Watch sony
    Hi Leute,

    Kann man die SmartWatch Sony auch mit dem Iphon irgendwie koppeln bzw verbinden ? Wenn ja wie und wo find ich dazu etwas ??? g Danke im Voraus ;))

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