Nikon D4 im Vorab-Test: Profi-DSLR mit ISO 204.800 und 16,2-Megapixel-Vollformat-Chip

Vollformat-Sensor mit 16 Megapixeln, ISO 200.000, 11 Bilder pro Sekunde, Full-HD-Video, Netzwerkanschluss, 51 Autofokus-Punkte und so weiter – anspruchsvollen Fotografen kriegen schon beim Lesen des Datenblatts der Nikon D4 einen nervösen Zeigefinger. Unsere Kollegen von CNET Australien hatten bereits die Gelegenheit, die neue Profi-DSLR ausführlich unter die Lupe zu nehmen. Ob die Spiegelreflexkamera in Down Under überzeugen konnte, verrät dieses Preview.

Das Business der professionellen Spiegelreflexkameras ist verglichen mit dem Rest der Digicam-Branche extrem langsam. Bis die Highend-Modelle einmal einen Nachfolger bekommen, verstreichen gut und gerne drei Jahre – so auch bei der Nikon D4, die die D3S ablöst. Das Gegenstück ist die Ende letzten Jahres vorgestellte EOS 1D X von Canon, die die Nachfolge der 1D Mark IV antritt, die ebenfalls biblische drei Jahre auf dem Buckel hat.

Design

Nicht, dass die gerade erwähnte D3S irgendwie eine ergonomische Katastrophe gewesen wäre, ganz im Gegenteil. Aber bei der D4 hat Nikon hier und da mit ein paar kleinen Verbesserungen dafür gesorgt, dass das Fotografieren noch mehr Spaß macht.

Auf der Oberseite der Kamera gibt es ein Hitzeschild, das die Anzeige vor Überhitzung schützt, wenn man die Kamera längere Zeit in der prallen Sonne benutzt – hier werden sich die Sportfotografen freuen. Neben dem Bildschirm gibt es einen Helligkeitssensor, der die Displaybeleuchtung automatisch anpasst. Das Panel ist übrigens 3,2 Zoll groß und löst 920.000 Subpixel (640 mal 480 Bildpunkte) auf. Das Display ist auch in hellen Umgebungen noch gut zu erkennen. Außerdem befindet sich zwischen der Kunststoffscheibe über dem Panel und dem Panel selbst eine neue Gelschicht, die ein Beschlagen bei starken Temperaturschwankungen verhindern soll.

Wer viel im Hochformat fotografiert, wird sich nicht nur über den integrierten Handgriff, sondern auch über den zweiten Joystick auf der Rückseite freuen, der unter anderem zum Verschieben des Fokuspunkts dient. Auf Wunsch behält die Kamera den Fokuspunkt bei, wenn der Fotograf vom Quer- ins Hochformat wechselt – oder dreht ihn entsprechend mit. Die beiden gummierten Joysticks sind präzise zu bedienen und bieten ein sehr gutes haptisches Feedback beim Bewegen oder Drücken.

Eine weitere kleine haptische Veränderung gibt es beim Auslöser. Er wurde etwas stärker gekippt und spannt nun einen 35-Grad-Winkel zur Oberseite des Gehäuses auf. Ohne direkten Vergleich ist der Unterschied auf Anhieb kaum spürbar, macht sich bei ausgiebigeren Sessions dann aber doch bemerkbar. Unmittelbar hinter dem Auslöser sitzt eine dedizierte Taste zum Starten der Videoaufnahme. Der Button ist zwar recht klein, lässt sich aber gut drücken – nicht zuletzt dank seiner gelungenen Positionierung.

Die Tasten auf der Rückseite der Kamera verfügen nun über eine Beleuchtung. Diese wird aktiv, sobald der Fotograf den Ein/Aus-Schalter über die On-Position hinwegzieht und so die LCD-Beleuchtung aktiviert. Außerdem hat Nikon der D4 jetzt die zwei separaten Tasten zum Vergrößern und Verkleinern der Fotos spendiert, die sich auch bei den Einsteiger-DSLRs des Herstellers finden. Wir konnten uns mit der Ein-Tasten-Variante der D3S nie anfreunden, bei der ein Knopfdruck den Zoom aktiviert und anschließend mit dem Rändelrädchen ein- und ausgezoomt wird.

Für Nacht-Fotografen: Die Nikon D4 verfügt über beleuchtete Tasten auf der Rückseite.
Für Nacht-Fotografen: Die Nikon D4 verfügt über beleuchtete Tasten auf der Rückseite.

Die Nikon D4 bietet zwei verschiedene Live-View-Modi – einen für Bewegt- und einen für Standbilder. Zum Umschalten gibt es direkt rechts unterhalb des Displays ein kleines Hebelchen, auf dem ein Button zum Ein- und Ausschalten der Live-View-Funktion sitzt. Es ist zwar möglich, während der Videoaufnahme Fotos zu schießen, allerdings wird die Aufnahme dann kurz unterbrochen. Für die Aufnahme von Fotos im Live-View-Betrieb gibt es zwei Optionen: Leise und Still. Im Still-Modus verursacht die Kamera die wenigsten Geräusche während des Auslöses, allerdings ist die Auflösung auf 1920 mal 1080 Pixel gedrosselt. Dafür schießt die D4 hier im Serienbildmodus bis zu 24 Fotos pro Sekunde. Der Leise-Modus fotografiert mit voller Auflösung, ist allerdings dafür auch etwas deutlicher hörbar.

Mit an Bord der D4 ist außerdem eine Zeitraffer-Funktion. Mit welchem zeitlichen Abstand die Einzelbilder eingefangen werden, lässt sich einstellen. Allerdings klatscht die D4 hier nicht einfach einen dicken Stapel Fotos auf die Speicherkarte, sondern liefert gleich einen fertigen Film. Die Auflösung kann der Foto- beziehungsweise Videograf in den Einstellungen für Bewegtbild festlegen.

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