Alles über Google Drive: Funktionen, Alternativen, Einschränkungen und Preise

Google Drive ist da! Damit erlaubt der Suchmaschinen-Gigant nicht mehr nur das Bearbeiten von Office-Dokumenten in der Wolke, sondern gibt dem Nutzer eine kostenlose 5-GByte-Cloud-Festplatte mit Option auf kostenpflichtige Erweiterung an die Hand. Was der neue Service Google Drive alles kann, was nicht, was er kostet und was die Alternativen sind, verrät dieser Artikel.

Die Idee hinter Google Drive ist nicht neu. Es gibt mindestens ein Dutzend Dienste, die einen ganz ähnlichen Funktionsumfang mitbringen. Dementsprechend waren wir gespannt, mit welchen Mitteln Google sich als später Vogel noch durchsetzen möchte.

Was ist Google Drive?

Google Drive ist eine Möglichkeit, die Daten nicht mehr offline auf dem Rechner, sondern auf den Servern von Google zu speichern – also in der Cloud. Nach dem Installieren der kostenlosen Google-Drive-Anwendung erscheint auf dem Rechner ein Verzeichnis, das wie ein ganz normaler Ordner aussieht. Alle Dateien, die der Nutzer hier hineinkopiert oder -verschiebt, bleiben offline auf dem Computer gespeichert, werden gleichzeitig aber auch in die Wolke hochgeladen. Der Trick besteht darin, dass diese Daten dann via drive.google.com auf allen möglichen Endgeräten verfügbar sind, darunter auch Smartphones und Tablets.

Im Gegenzug tilgt Google seinen Dienst Docs von der Landkarte des Internets – und integriert diesen vollständig in Drive. Die hier erstellten und bearbeiteten Textdokumente, Tabellen und Präsentationen tauchen jetzt im neuen Cloud-Laufwerk auf. So ungefähr jedenfalls. Denn im Gegenzug zu den Dateien, die der Nutzer in den neuen Google-Drive-Ordner auf seinem Rechner kopiert, sind die hier angezeigten Dokumente nicht offline auf dem Rechner gespeichert. Bei den hier gezeigten Icons handelt es sich lediglich um Verknüpfungen, die sich auf einen Doppelklick hin im Browser in der entsprechenden Google-Anwendung öffnen. Auf gut Deutsch: Ohne Internet-Verbindung stehen diese Dokumente – wie bisher ja auch – nicht zur Verfügung. Die vom Rechner aus in den Google-Drive-Ordner kopierten Dateien bleiben aber auch offline verfügbar. Außerdem synchronisiert sie der Dienst auf alle anderen Rechner, auf denen Google Drive installiert ist.

Was ist diese Synchronisierung?

Eine der besten Erfindungen aller Zeiten. Wenn man eine synchronisierte Speicherlösung wie Google Drive nutzt, dann werden alle Dateien in dem Cloud-Laufwerk automatisch stets auf den neuesten Stand gebracht. Nach dem Bearbeiten und Abspeichern eines Dokuments ist dieses also nicht nur lokal, sondern auch in der Wolke aktuell – und auf allen anderen Rechnern, die der Anwender mit Drive verbunden hat. Man bearbeitet also eine Datei auf einem Rechner, schließt und speichert sie, geht an den nächsten Computer und macht genau dort weiter, wo man aufgehört hat.

Allerdings gibt es hier auch ein Gefahrenpotenzial: Das Weiterbearbeiten von noch nicht synchronisierten Dateien kann zu Versionskonflikten führen. Die meisten Cloud-Dienste erkennen solche Probleme und markieren die fraglichen Dateien dann mit warnenden Dateiendungen. Trotzdem macht es keinen Spaß, die unterschiedlichen Versionen wieder auseinanderzudröseln. Hier liegt dann auch der Vorteil der ohne Internetverbindung nicht verfügbaren Google-Docs-Dokumente: Diese sind immer online gespeichert, was Versionskonflikte kategorisch ausschließt. Fotos, Videos und sonstige anderen Dateien, die Googles Dokumentensuite nicht unterstützt, sind aber potenziell gefährdet.

Es gibt übrigens keine Einschränkungen bezüglich der Dateien, die der Cloud-Speicher annimmt – abgesehen vom verfügbaren Speicherplatz, aber dazu später mehr. Allerdings ist es nicht möglich, beliebige Files, die irgendwo auf der Festplatte vergraben sind, in die Wolke zu verschieben. Man muss sie zwingend erforderlich in den Google-Drive-Ordner schieben oder kopieren. In diesem Punkt leisten andere Services wie Microsoft Live Mesh, SugarSync, Wuala und Cubby derzeit mehr.

Sharing und Zusammenarbeit

Das Hin- und Herschicken von Dateien zwischen Kollegen ist sowas von passé. Heutzutage muss man nur noch die Datei im Drive freigeben und den Link verschicken. Anschließend können die Empfänger das fragliche File entweder herunterladen oder direkt bearbeiten. Allerdings kann es auch hier leicht zu Versionskonflikten kommen, wenn zwei Personen gleichzeitig an einem Dokument arbeiten, etwa an einem Photoshop-Bild. Sollen mehrere Personen eine Datei gleichzeitig bearbeiten können, führt einfach kein Weg an einer Bearbeitungslösung vorbei, die in der Cloud selbst fußt, etwa Google Docs.

Google Docs und Google Drive

Google Drive ist nicht nur ein Synchronisier-und-Teil-Service. Google Drive ist wie eingangs erwähnt auch das neue Gesicht von Google Docs und ersetzt damit die Dokumentenliste, die bis dato als Dateimananger für die Online-Office-Suite diente. Docs ist sicherlich nicht Jedermanns Sache, unterm Strich aber ein mächtiges Werkzeug für all diejenigen, die 24/7 online sind und häufig mit Kollegen oder Freunden an Dokumenten zusammenarbeiten. Zudem wird der Google-Service eine immer bessere Alternative zu Microsofts Office, das gelegentlich wie ein Relikt vergangener Zeiten wirkt.

Klar, Google Docs kann Word, Excel, PowerPoint & Co. nicht vollständig ersetzen, das Softwarepaket von Microsoft hat in puncto Funktionsumfang einfach noch mehr zu bieten. Aber sicherlich wird Google Docs mit dem heutigen Start von Google Drive für regen Zulauf sorgen. Wer beispielsweise tonnenweise alte Textdateien auf irgendwelchen Computern und Festplatten gammeln hat, schiebt diese jetzt einfach ins Google-Drive-Laufwerk und hat das komplette Archiv jederzeit zur Verfügung – bequem durchsuchbar. Außerdem zehren Google-Docs-Dateien laut Scott Johnston, Product Mananger von Google Drive, nicht am begrenzten Cloud-Speicher.

     

Google Drive ist nicht nur auf dem Rechner, sondern auch auf mobilen Geräten verfügbar. Links ist ein Screenshot von der künftigen iPad-App zu sehen, rechts von der bereits erhältlichen Android-App.

An dieser Stelle wäre noch anzumerken, dass Google sämtliche Daten, die in das Drive hochgeladen werden, durchsucht. Mit Hilfe der von Goggles bekannten Technologie scannt der Suchmaschinengigant Bilder nach Textfetzen und bestimmten Motiven. Wer seine Sammlung dann nach „Coca Cola“ durchsucht, bekommt vom Drive auch Fotos als Ergebnis ausgespuckt, auf denen lediglich das Logo zu sehen ist. PDF-Dateien versucht der Service, mit Hilfe von OCR-Algorithmen ebenfalls in durchsuchbaren Text umzuwandeln.

Nachdem Google Drive im lokalen Ordner auf dem Rechner die Verknüpfungen zu den Docs-Dokumenten anlegt, ist es auch möglich, nach Dateinamen zu suchen. Allerdings ist es ohne Internetverbindung nicht möglich, nach bestimmten Inhalten zu suchen. Eigenen Angaben zufolge arbeitet Google aber bereits an diesem Problem. „Wir arbeiten fieberhaft an einer Offline-Bearbeitungsfunktion“, so Sundar Pichai von Google, „das ist ein sehr wichtiger Punkt für uns.“

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Alles über Google Drive: Funktionen, Alternativen, Einschränkungen und Preise

  • Am 27. April 2012 um 15:23 von PatrickTT

    Fehlinformation? (Offline Sync)
    Die Aussage am Ende

    "Außerdem speichert Google Drive die Dokumente aus Google Docs derzeit noch nicht lokal auf dem Rechner ab."

    stimmt so nicht ganz.

    Wenn man die "Offline Synchronisation" bei drive.google.com aktiviert speichert Google Drive für Windows die Dateien "offline" unter C:UsersNameGoogle_Drive ab.

    Was allerdings nicht geht (was auf Seite 1 aber so rüberkommt): Das offline BEARBEITEN von Googledocs. Nur Anschauen.

    PS: Hab mir Seite 1 nochmal angeschaut: OK, da steht "Bearbeiten von Office-Dokumenten", d.h. schon richtig – Microsoft- und Open-Office Dateien kann man offlinne Bearbeiten.
    Hoffentlich liefert Google das offline-Bearbeiten von GDocs-Dateien bald nach!

    -Patrick-
    http://mappple.de

  • Am 14. Mai 2012 um 18:18 von DAMerrick

    Alternativen aktualisieren
    Bei den Alternativen stimmt einiges nicht, bitte korrigieren.
    Skydrive bietet nicht 5 sondern inzwischen 25GB sowie ebenfalls Online-Office. Wuala jetzt 5GB.
    Und die iCloud synct nur Daten der Apps, nichts mit Dokumentupload oder gar Sync.

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