Huawei Ascend Y200 im Test: Das 99-Euro-Android-Smartphone von Lidl und Fonic

Der direkte Nachfolger des ersten 99-Euro-Androiden, Huawei Ideos X3, ist das Ascend Y200 des gleichen Herstellers. Es ist ab Montag, den 30. April, zunächst exklusiv bei Lidl erhältlich und wird danach zum gleichen Preis bei Fonic zu beziehen sein. Wir haben das Gerät bereits ausführlich getestet und verraten, ob es den Kauf wert ist.

Im letzten August hat der bis dato noch so unbekannte chinesische Hersteller Huawei mit seinem Erstlingswerk auf dem deutschen Markt für Furore gesorgt: Das Android-Smartphone Ideos X3 wurde über Lidl für 99 Euro ohne Vertrag und SIM-Lock eingeführt. Und es war gut.

Nun setzen die Chinesen noch eins drauf. Das neue Ascend Y200 wird ab Montag wieder zunächst bei Lidl und danach bei Fonic zu haben sein, wieder für 99 Euro, ohne Vertragsbindung und SIM-Lock und inklusive SIM-Karte samt Startguthaben in Höhe von 10 Euro. Das wäre selbst mit dem Ideos X3 noch ein gutes Angebot, aber das neue Y200 stellt in Teilbereichen eine signifikante Verbesserung dar. Wir haben das Gerät bereits ausführlich unter die Lupe genommen.

Design

Nein, nach billigem Schrott sieht das Y200 nicht aus, aber zugegebenermaßen merkt man ihm auch an, dass es sich hierbei nicht um einen iPhone-Killer handelt. Im Vergleich zum Ideos X3 hat sich dennoch einiges getan, und das Wichtigste ist wohl die neue Oberfläche – denn die Front des ersten 99-Euro-Androiden bestand aus Kunststoff. Dementsprechend sehen viele der inzwischen bereits ein paar Monate alten Handys auch schon recht verschrammt und verkratzt aus. Dieses Schicksal bleibt dem Y200 wohl erspart: Seine Front wird komplett von einer Scheibe aus Echtglas abgedeckt. Ganz so, wie bei den deutlich teureren Smartphones.

Ansonsten haben wir hier ein Smartphone, das von seinen Abmessungen her fast exakt denen des iPhone 4(S) entspricht. Es steht sowohl seitlich als auch oben und unten minimal über, wenn man die Geräte direkt übereinanderlegt. Auch beim Blick auf das Datenblatt werden wir an Apple erinnert: Huawei verbaut ein mit 3,5 Zoll exakt gleich großes Display. Die Auflösung der Anzeige liegt mit 320 mal 480 Pixeln übrigens auf dem Niveau der ersten drei iPhone-Generationen, ist also nicht schlecht – aber natürlich auch nicht auf dem Level der aktuellen Oberklasse, die durchaus die vierfache Pixelmenge bei gleicher Anzeigengröße unterbringt.

Die Front wird dominiert von der eigentlichen Anzeige. Im Vergleich zu teureren Modellen fällt auf, dass das Display-Panel nicht bündig unter dem Touchscreen untergebracht ist. Das spart Kosten in der Produktion, hat aber einen negativen Einfluss auf die Darstellungsqualität, die Blickwinkel und spiegelt stärker. Oberhalb des Monitors trägt das Y200 den Huawei-Schriftzug, darüber befindet sich das Lautsprechergitter; unterhalb hat der Hersteller drei Android-Tasten für Menü, Home und Zurück in Soft-Touch-Ausführung untergebracht. Es handelt sich dabei also nicht um mechanische Tasten, sondern um hinterleuchtete Sensorfelder.

Um die Frontscheibe zieht sich ein Rahmen aus Kunststoff. Er ist von einem schwarzgrauen Metalliclack überzogen. In Anbetracht des günstigen Preises können wir hier natürlich kein Metall erwarten, und dafür sieht das Gerät wirklich gut aus. Außerdem hinterlässt der Lack einen soliden Eindruck und wird wohl nicht schon nach der ersten Berührung mit Kleingeld oder dem Schlüssel in der Hosen- oder Handtasche abblättern. Aufpassen würden wir dennoch.

Bei der Rückseite hat sich Huawei wieder für gummierten Kunststoff entschieden. Im Gegensatz zum Vorgänger ist die Fläche zusätzlich noch strukturiert. Das fühlt sich nicht ganz so hochwertig an wie beim X3, sorgt aber für einen guten Grip – so rutscht das Smartphone nicht so schnell aus der Hand. Der Rücken trägt noch das Huawei-Logo und die Linse der 3,2-Megapixel-Kamera. Eine Foto-LED gibt es nicht, dafür aber rechts neben der Digicam eine Aussparung im Material, hinter der sich der Lautsprecher versteckt. Die rechte Gehäuseseite trägt keine Elemente, links ist der etwas zu kleine Wippschalter zur Regelung der Lautstärke untergebracht. Unten verbergen sich der Micro-USB-Port zum Aufladen des Akkus sowie zum Übertragen von Daten sowie das Mikrofon. Oben in der Mitte haben die Entwickler die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss von Headsets oder Standard-Kopfhörern montiert – im Lieferumfang enthalten ist allerdings weder das eine, noch das andere. Links neben dem runden Anschluss befindet sich der Ein-Aus-Taster.

Ausstattung

Der größte Teil der Ausstattungsmerkmale des Ascend Y200 geht konform mit denen des Vorgängers. Im Detail ist das Display um 0,3 auf 3,5 Zoll gewachsen, der Prozessor läuft mit 800 statt 600 MHz etwas flotter, und der Akku hat mit 1400 statt 1200 mAh eine etwas höhere Kapazität. Die wird allerdings zum größten Teil wohl von der gewachsenen Bilddiagonale aufgefressen und die Laufzeit nicht signifikant verlängern. Wir vermissen eine Foto-LED, die aber auch der Vorgänger nicht hatte, und die Frontkamera, die es beim X3 noch gab.

Ansonsten ist alles an Bord, was bei aktuellen Smartphones üblich ist: GPS, WLAN, Bluetooth, UMTS samt HSPA und so weiter. Lediglich an der Speicherausstattung haben die Chinesen gespart. 256 MByte RAM und 512 MByte ROM – damit ist das Y200 nichts für App-Fetischisten, die im Stundentakt die neuesten Programme und Spiele installieren wollen. Gelegenheitsnutzer hingegen werden mit der Hardware problemlos klarkommen. Die folgende Tabelle zeigt die Ausstattungsmerkmale im Detail.

Modell Huawei Ideos X3 Huawei Ascend Y200
Preis (UVP) 99 Euro 99 Euro
Display 3,2-Zoll-LCD 3,5-Zoll-LCD
Auflösung 320 x 480 Pixel 320 x 480 Pixel
Prozessor 600 MHz, Single-Core 800 MHz, Single-Core
Arbeitsspeicher 256 MByte 256 MByte
Interner Speicher 512 MByte 512 MByte
Speichererweiterung microSD bis 32 Gbyte microSD bis 32 Gbyte
Betriebssystem Android 2.3 Android 2.3
Akku 1200 mAh 1400 mAh
GSM Quad-Band Quad-Band
UMTS HSDPA bis 7,2 MBit/s HSDPA bis 7,2 MBit/s
Bluetooth 2.1, A2DP 2.1, A2DP
WLAN 802.11 b, g, n 802.11 b, g, n
GPS ja ja
NFC nein nein
Kamera 3,2 Megapixel 3,2 Megapixel
Autofokus nein nein
Blitz nein nein
Videoaufnahme ja ja
Frontkamera ja, 0,3 Megapixel nein
Anschlüsse Micro-USB, 3,5-Millimeter-Kopfhörer Micro-USB, 3,5-Millimeter-Kopfhörer
Abmessungen 11,0 x 5,7 x 1,1 cm 11,7 x 6,1 x 1,2 cm
Gewicht 104 g 125 g

Softwareseitig finden wir Android in der nicht mehr ganz aktuellen Version 2.3 an Bord des neuen Lidl-Smartphones. Der Hersteller hat die Oberfläche partiell verändert und die Bedienung verbessert. Alle wichtigen Apps wie Browser, Maps, Youtube und so weiter sind bereits vorinstalliert. Wer sich für die Details von Software und Oberfläche interessiert, findet viele Screenshots mit ausführlicher Beschreibung in unserer Hands-on-Galerie.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Huawei Ascend Y200 im Test: Das 99-Euro-Android-Smartphone von Lidl und Fonic

  • Am 12. Oktober 2012 um 16:43 von Wayne

    Kopfhörer
    Sind da keine kopfhörer dabei ? wenn nein wo kriegt man die her ?

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