Pentax Optio WG-2 im Test: langsame Outdoor-Digicam mit guter Ausstattung

Bereits beim ersten Blick auf das Gehäuse wird klar, dass die Pentax Optio WG-2 keine 08/15-Digicam ist. Der kleine Digicam-Rambo ist bis zwölf Meter Tiefe wasserdicht und übersteht Stürze aus bis zu 1,5 Metern Höhe. Auch Temperaturen von zehn Grad unter Null oder eine Belastung von 100 Kilogramm sollen kein Problem darstellen. Ob in der rauhen Schale auch noch ein brauchbarer Digicam-Kern steckt, verrät der Testbericht.

Das robuste Gehäuse der Pentax WG-2 ist Alleinstellungsmerkmal – es gibt zahlreiche Outdoor-Kompaktkameras auf dem Markt. Allerdings bedeutet die wasserdichte und stoßfeste Konstruktion immer Kompromisse, insbesondere bei Bildqualität und Geschwindigkeit. Wer eine “normale” Digicam in diesem Preisbereich kauft, bekommt deutlich mehr Kamera fürs gleiche Geld. Daher sollte man sich vorab gut überlegen, ob es wirklich ein Outdoor-Modell sein muss.

Die von uns getestete Pentax Optio WG-2 verfügt im Gegensatz zu ihrer Schwester mit dem treffenden Namen Pentax Optio WG-2 GPS über keinen integrierten GPS-Receiver. Wer sich die Orientierungsfunktion in der Kamera wünscht, muss statt rund 260 Euro derzeit etwa 300 Euro auf den Tisch blättern.

Design

Wie die letzten ihrer insgesamt 13 Vorgängerinnen ist das Gehäuse der Pentax WG-2 aus verstärktem Polycarbonat-Kunststoff gefertigt, hier und dort gibt es ein paar Metall-Akzente. Mit dem vielen Plastik fühlt sich die Kamera nicht gar so bombenfest an wie ihre Marktbegleiter, die auf ein Metallgehäuse setzen. Nach dem ausgiebigen Testen sind aber alle Zweifel bereinigt, dass die WG-2 tatsächlich die ihr vom Hersteller zugeschriebene Widerstandsfähigkeit bietet. Der Vorteil ist dabei allerdings, dass sie mit ihrem Kunststoffkleid im Vergleich zu der Metall-Konkurrenz erfreulich leicht ist.

Ein weiterer netter Bonus ist die am Gehäuse angebrachte Schlaufe inklusive Karabiner, mit dem sich die Kamera beispielsweise schnell und unkompliziert am Gürtel befestigen lässt. Wer sich Sorgen macht, dass die WG-2 beim Schnorcheln im unerreichbar tiefen Wasser verschwindet, findet im Zubehörangebot des Herstellers auch einen passenden “Gurt mit Auftriebselement”. Wie bei allen stoßfesten und wasserdichte Kameras müssen ein paar Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, um Wasser und Staub zuverlässig aus dem Gehäuse zu halten. Das im Lieferumfang enthaltene Handbuch beschreibt diese in allen Details auf den ersten Seiten. Übrigens ist Pentax einer der wenigen Hersteller, der seinen Kameras noch vollwertige Bedienungsanleitungen in Papierform beilegt. Sehr gut.

Auf der Vorderseite der Kamera befindet sich das Fünffach-Zoom-Objektiv, das einen Brennweitenbereich von 28 bis 140 Millimetern abdeckt. Die Lichtstärke ist mit F3,5 im Weitwinkel und F5,5 im Telebereich für eine Outdoor-Kamera recht gut. Das Objektiv selbst wird von sechs LEDs eingefasst, die bei Makroaufnahmen für Beleuchtung sorgen und im Notfall auch als Taschenlampe dienen. Wie bei allen Outdoor-Kameras ist auch bei der Pentax WG-2 die Optik komplett im Gehäuse verbaut und so gegenüber Beschädigungen geschützt. Im Vergleich zur Konkurrenz befindet sich die Linse jedoch außergewöhnlich weit unten und in der Mitte. Damit ist die Gefahr gebannt, dass der Fotograf regelmäßig seine Finger ablichtet.

Hinten am Gehäuse befindet sich ein recht helles 3,0-Zoll-Display. Es verfügt zwar über eine Anti-Reflektions-Beschichtung, im direkten Sonnenlicht ist es aber trotzdem schwer, hier etwas zu erkennen. Rechts neben dem Bildschirm befinden sich die Bedienelemente der Kamera, die recht groß ausfallen, großzügig verteilt sind und sich gut betätigen lassen. Von oben nach unten gibt es hier eine Zoomwippe, eine Taste zum Wechseln in den Wiedergabemodus, ein Vier-Wege-Pad mit mittigem Ok-Knopf, zwei Buttons für Menü und Gesichtserkennung sowie Pentax’ grünen Button. Auf der Oberseite des Gehäuses bringt der Hersteller Ein/Aus-Schalter und Auslöser unter.

Dank recht großer Tasten mit großzügigen Abständen zueinander ist die Pentax Optio WG-2 auch unter Wasser gut zu bedienen.
Dank recht großer Tasten mit großzügigen Abständen zueinander ist die Pentax Optio WG-2 auch unter Wasser gut zu bedienen.

Unter den Optionen für die Gesichtserkennung findet sich ein Lächel-Auslöser, bei dem die Kamera ein Foto schießt, sobald wie ein fröhliches Gesicht vor der Kamera sieht. Die Ok-Taste in der Mitte des Vier-Wege-Pads dient gleichzeitig auch zum Anpassen der auf dem Bildschirm dargestellten Informationen – oder zum Abschalten desselbigen. Mangels Sucher ergibt das allerdings wenig Sinn. Das Vier-Wege-Pad dient neben der Navigation durch die Menüs auch zum direkten Aufrufen der Einstellungen von Blitz, Fokus, Selbstauslöser und Aufnahmemodus. Der grüne Button schließlich wechselt in Pentax’ Vollautomatik, die dem Anwender sämtliche Freiheiten entzieht. Wer den Modus nicht nutzt, kann die Taste praktischerweise auch neu definieren und über diese dann bis zu vier weitere Parameter respektive Funktionen direkt ansteuern, darunter Belichtungskorrektur, Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungsmessung oder Starten der Videoaufnahme.

Das Akkufach verfügt über eine Dichtung, die das Wasser draußen hält.
Das Akkufach verfügt über eine Dichtung, die das Wasser draußen hält.

Auf der Unterseite der Pentax Optio WG-2 befindet sich schließlich noch eine Klappe, hinter der sich Akku und Speicherkartenslot verbergen. Der Hersteller gibt die Akkulaufzeit mit einer CIPA-Bewertung von 260 Aufnahmen an. Wer allerdings fleißig mit den LEDs herumblinkt, den optischen Zoom spazierenfährt, Videos aufnimmt und so weiter, wird diesen Wert nicht erreichen. Für lange Reisen abseits der Steckdose empfehlen wir, einen zweiten und möglicherweise sogar dritten Stromspeicher einzuplanen. Nachdem sich die Akkus nicht in der Kamera betanken lassen, muss außerdem auch das Ladegerät immer mit ins Gepäck. Auf der rechten Seite des Gehäuses gibt es schließlich noch einen Micro-HDMI- und einen kombinierten Micro-USB/AV-Anschluss. Wer die WG-2 aus der Entfernung auslösen oder die Verwacklungsgefahr reduzieren möchte, findet im Zubehör des Herstellers eine Infrarot-Fernbedienung – Anschaffungskosten: 30 Euro.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Pentax Optio WG-2 im Test: langsame Outdoor-Digicam mit guter Ausstattung

  • Am 16. Oktober 2012 um 18:32 von leopold Böckl

    pentax optio wg2
    Fische zu fotografieren, wie es in einem Korallenatoll üblich ist, ist mit diueser Kamera nahezu unmöglich. Denn Zufallsbilder, die so ghelingen sind uninterssant. Die Kamera hat eine miserable Software, sie ist viel zu langsam für quirlige Fische.Ein kleiner Test; Sie fotografieren Herrn X und schwenken die Kamera sofort auf die Frau Y. Sie haben die Frau Y fotografiert und nicht Herrn X.So darf eine Kamera nicht arbeiten. Das ist ein Witz.
    Mfg L.Böckl

    • Am 25. Juni 2013 um 17:41 von Anton Friedrich

      Hatte die Kamera im Zypern-Urlaub jeden Tag mit dabei! in 2 Wochen habe ich 670 tolle Fotos gemacht. wenn die kamera fokussiert hat, kann man sie schwenken und auch schnell auslösen! Der vorgänger Kommentar ist nicht richtig! Die Bilder sind gut. Bedenke: OHNE diese cam gäbs KEINE vergleichbaren Fotos aus dem Wasser! es ist keine “Fischfotografieren” kamera sondern eine Outdoor kamera! Ich empfehle sei weiter!

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