Hands-on mit dem Panasonic G X Vario 2.8/12-35mm Asph./Power-O.I.S.

Mit der Ankündigung des neuen Lumix G X Vario 2,8/12-35mm Asph./Power-O.I.S hat uns Panasonic endgültig verwirrt, was die Bezeichnungen der Linsen angeht. Die bisherigen Objektive der X-Serie waren zwar etwas hochwertiger verarbeitet als viele andere Linsen der bisherigen Lumix-G-Serie. Allerdings verzichteten sie auf die besseren Beschichtungen, lichtstärkeren Öffnungsverhältnisse und dergleichen, wodurch sich in der Regel die höherwertigen Optiken der Hersteller von ihren günstigeren Schwestern abgrenzen. Daher lag die Vermutung nahe, die Zugehörigkeit zur X-Serie an der Videooptimierung und am Motorzoom festzumachen, den die beiden zur letzten IFA vorgestellten Objektive mitbrachten. Falsch gedacht: Das heute vorgestellte X-Objektiv verzichtet auf den Elektromotor zum Steuern der Brennweite.

Aber genug der Aufstellung – CNET hatte die Gelegenheit, am vergangenen Wochenende eines der neuen Objektive in Serienqualität auszuprobieren. Allerdings haben wir die Linse nicht mit der mitgelieferten Lumix DMC-GF5, sondern mit der Olympus OM-D E-M5 ausprobiert, die den adäquateren Body für eine solche Linse darstellen dürfte. In Kombination mit der größeren Olympus-Kamera fühlt sich die 12-bis-35-Millimeter-Optik sehr gut ausbalanciert an, während die GF5 schon etwas sehr kopflastig wird. Kopflastig dürfte übrigens auch das Preisverhältnis ausfallen, wenn man das Highend-Objektiv an der Einsteiger-Lumix einsetzt: Die Kamera würde dann 449 Euro kosten, während für die Optik eine Preisempfehlung von knapp 1600 Dollar durchs Netz geistert. Einen offiziellen Preis hat Panasonic bislang nicht bekanntgegeben.

Wer ein optisch bildstabilisiertes Panasonic-Objektiv an einer Olympus-Kamera mit mechanischem Bildstabilisator einsetzt, sollte einen der beiden Mechanismen zum Schutz vor Verwacklungen abschalten, da sich diese sonst in die Quere kommen.
Wer ein optisch bildstabilisiertes Panasonic-Objektiv an einer Olympus-Kamera mit mechanischem Bildstabilisator einsetzt, sollte einen der beiden Mechanismen zum Schutz vor Verwacklungen abschalten, da sich diese sonst in die Quere kommen.

Das 12-bis-35-Millimeter-Objektiv entspricht einem Äquivalent von 24 bis 70 Millimetern an einer Vollformat-Kamera. Damit deckt die Linse so ziemlich alles zwischen Landschaft und Portrait ab und bietet mit einer konstanten Lichtstärke von F2.8 mehr Freiraum bei schlechten Lichtverhältnissen.

In Sachen Verarbeitungsqualität kommt die Optik überdurchschnittlich daher. Die Ringe für Zoom und manuellen Fokus wirken deutlich wertiger und lassen sich präziser bedienen als bei den günstigeren Objektiven der G-Serie mit ihren Kunststoffgehäusen.

Unseren ersten Eindrücken nach ist das Objektiv durch den gesamten Brennweitenbereich konsistent scharf und überzeugt mit minimaler Verzeichnung. Auch eine merkliche Randabschattung (Vignettierung) stellen wir nicht fest. Oberhalb von F11 lässt die Abbildungsleistung ein wenig nach. Mit einer Naheinstellgrenze von 25 Zentimetern eignet sich die Linse nur sehr eingeschränkt für Makro-Fotos. In der folgenden Fotostrecke gibt es eine Reihe von Testbildern zu sehen.

Der Autofokus-Motor arbeitet nicht komplett geräuschfrei, und wer am Zoom dreht, kann beim Erreichen der Brennweitenbereich-Endpunkte ein leichtes Anschlagen hören. Auf den Videos machen sich diese beiden Effekte allerdings nur bemerkbar, wenn es wirklich mucksmäußchenstill ist. Wer ein externes Mikrofon einsetzt, dürfte ebenfalls nichts mehr hören.

Unterm Strich wäre die neue 12-bis-35-Millimeter-Optik damit wohl das ideale Kitobjektiv für die Panasonic Lumix DMC-GH2, wenn man sich nicht mit den Motorzoom-Objektiven anfreunden kann. Und nicht nur für die GH2, sondern auch für den heiß herbeigesehnten Nachfolger, der in diesem Sommer – beziehungsweise spätestens zur Photokina im September – das Licht der Welt erblicken dürfte. Die nachfolgende Tabelle zeigt noch einmal die wichtigsten technischen Eckdaten auf einen Blick.

Anschluss Micro-Four-Thirds-Bajonett
Bildwinkel diagonal 84° – 34°
Brennweite 12-35mm (entsprechend 24-70mm bei 35mm-KB)
Blendenbereich f/2,8 (durchgängig)
Blendenaufbau 7 Lamellen, kreisrunde Öffnung
Kleinste Blende f/22
Kürzeste Entfernung 0,25m
Abbildungsmaßstab max. 0,17x (entsprechend 0,34x bei 35mm-KB)
Objektivkonstruktion 14 Linsen in 9 Gruppen (4x asphärisch, 1x UED, 1x UHR)

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Eine Kommentar zu Hands-on mit dem Panasonic G X Vario 2.8/12-35mm Asph./Power-O.I.S.

  • Am 24. Mai 2012 um 14:00 von Berti

    GF oder GH
    Danke für den anschaulichen Hands-on-Bericht.

    Vielleicht nur ein Tippfehler: Meinen Sie im vorletzten Absatz nicht eher das hochwertigere GH2-Modell? Das GF2-Modell hat ja schon zwei Nachfolger.

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