Sony Alpha SLT-A37 im Test: blitzschnelle Kamera der Einsteiger-DSLR-Klasse

Spiegellose Systemkameras brauchen sich hinter ihren DSLR-Kollegen in Sachen Bildqualität nicht verstecken. Allerdings gehen die kompakten Gehäuse mit einigen anderen Opfern einher: Es gibt keinen schnellen Phasenvergleichs-Autofokus, weniger dedizierte Tasten zum schnellen Erreichen der diversen Einstellungen und oftmals keinen Sucher. Die Sony Alpha SLT-A37 ist eine vielversprechende Kamera, die in der DSLR-Klasse mitspielt, obwohl sie eigentlich gar keine ist. Was die Digicam in der Praxis leistet, verrät der Testbericht.

Die Alpha DSLR-A580 war die bislang letzte „richtige“ Spiegelreflexkamera aus dem Hause Sony, sprich: die letzte Spiegelreflexkamera mit Klappspiegel. Die Modelle aus der SLT-Serie, zu denen auch die Alpha SLT-A37 gehört, verfügen zwar ebenfalls über einen Spiegel, doch dieser ist nicht beweglich aufhängt. Das Herumgeklappe spart sich Sony damit, dass der Spiegel teildurchlässig ist. So gelangt der Großteil des Lichts stets auf den Bildsensor, während ein kleiner Anteil für den Phasenvergleichs-Sensor des Autofokus abgezwackt wird.

Der Wegfall der aufwändigen Mechanik bietet in erster Linie zwei Vorteile: Durch den Wegfall des Schwingspiegels sind einmal sehr hohe Serienbildgeschwindigkeiten möglich. Die Alpha SLT-A37 schafft bis zu sieben Bilder pro Sekunde. Und hier kommen wir auch gleich zum zweiten Vorteil: Nachdem der Phasenvergleichs-Sensor stets das Motiv im Blick behält und nicht bei jedem Spiegelschlag kurz blind ist, steht hier auch der kontinuierliche Autofokus zur Verfügung. Aber dem Serienbildmodus widmen wir uns später noch im Detail. Nachdem stets der Bildsensor und der Phasenvergleichs-Sensor das Motiv im Blick haben, funktioniert der Autofokus auch im Videomodus – da können klassische Spiegereflexkameras nicht mithalten.

Design & Ausstattung

In Sachen Design gibt es bei der Sony Alpha SLT-A37 im Vergleich zu ihren Vorgängerinnen kaum Neuerungen. Die Kamera kommt immer noch im typischen DSLR-Design daher, bringt aber anstelle eines optischen Suchers einen elektronischen Sucher mit. Für ihre Größe ist sie ziemlich leicht und bringt ein funktionales, wenngleich etwas uninspiriertes Design mit. Die beste Neuerung findet sich in den Menüs der Kamera: Wie ihre NEX-Schwestern erklärt die A37 bei ausgegrauten Menüpunkten jetzt nämlich, welche andere Einstellung dafür verantwortlich ist, dass dieser Parameter gerade nicht zur Verfügung steht. Bei den Vorgängerinnen waren die Optionen kommentarlos ausgegraut.

      

Die Sony Alpha SLT-A37 sieht ihrer Vorgängerin äußerlich sehr ähnlich (zum Vergrößern klicken).

Das Layout der Bedienelemente ist mit dem der A35 identisch. Es gibt direkte Zugriffstasten für die Einstellungen von Serienbildmodus, ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich und Displaydarstellung. Außerdem bietet die Kamera eine Funktionstaste, die sich mit häufig benutzten Optionen wie Blitz, Fokusbereich, Fokusmodus oder Belichtungsmessung belegen lässt.

Links auf der Oberseite sitzt das Modusrädchen. Die Position gefällt uns gut, denn so steht auf der rechten Schulter der Kamera mehr Platz zur Verfügung für Bedienelemente, die schnell erreichbar sein müssen. Auf dem Moduswahlschalter befinden sich neben den typischen PASM- und Automatik-Modi ein paar außergewöhnlichere Aufnahmeprogramme. Da gibt es beispielsweise den 7 fps schnellen Serienbildmodus, der den Bildausschnitt um den Faktor 1,4 reduziert und 8,4-Megapixel-Fotos ausspuckt. Außerdem bietet die Kamera 2D- und 3D-Schwenkpanorama-Funktion und diverse Spezialeffekte. Im Gegensatz zu den allermeisten Konkurrenten bietet die A37 außerdem eine Automatik, die bei Bedarf auch Mehrfachaufnahme-Modi für bessere Bildergebnisse einsetzt, beispielsweise eine HDR-Automatik bei sehr kontrastreichen Motiven. Außerdem stehen in der Automatik noch recht viele Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, darunter beispielsweise für Autofokus und Gesichtserkennung.

      

Das Display ist schwenkbar aufgehängt, mit einer Diagonale von 2,7 Zoll für das Jahr 2012 aber vergleichsweise klein.

Wie ihre ebenfalls letzte Woche vorgestellte Schwester NEX-F3 bietet auch die Alpha SLT-A37 eine Portrait-Automatik. Sind die überlegene Vollautomatik und das Portrait-Feature aktiviert, so schneidet die Elektronik der Kamera Fotos, auf denen Personen abgebildet sind, automatisch so zusammen, dass ein attraktives Portrait entsteht. Aber keine Sorge, sollte die Digicam einmal grob daneben liegen: Auf der Speicherkarte landet auch das unveränderte Originalbild. Für Einsteiger ist das sicherlich eine nette Sache.

Allerdings hat es Sony nicht sein lassen können, die beschnittenen Portrait-Bilder dann wieder von der geringeren Auflösung auf 16 Megapixel aufzublasen. Bei ISO 200 und in 50-prozentiger Vergrößerung betrachtet, wirken die Aufnahmen zwar schärfer als ein normaler Crop aus dem Original, aber etwas künstlich verzeichnet. Bei höheren ISO-Empfindlichkeiten, wie sie bei Aufnahmen in geschlossenen Räumen erforderlich sind, sorgt dieses hochskalieren und recht aggressive Nachschärfen für deutliche Artefakte.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Sony Alpha SLT-A37 im Test: blitzschnelle Kamera der Einsteiger-DSLR-Klasse

  • Am 23. Mai 2012 um 20:18 von Sonyfotograf

    Testbedingungen
    Die Sony Alpha 37 schneidet im Test ja doch erkennbar schlechter ab, als die Alpha 57. Über die Bildqualität der A 57 heißt es: "sehr gute Bildqualität für ihre Klasse", über die A37 hingegen: "…doch vom Hocker haut uns die Bildqualität nicht." Beide Kameras arbeiten aber mit derselben Auflösung (demselben Sensor?). Resultiert der Unterschied aus verschiedenen verwendeten Objektiven, oder wurde unter identischen Laborbedingungen getestet? Die Frage ist deshalb interessant, weil der Aufpreis der A57 zur A37 ansonsten recht unverschämt erscheint!

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