Huawei Ascend P1 im Test: flott und attraktiv, aber mit Haken

Das Ascend P1 gab es zum ersten Mal im Rahmen der CES im Januar zu sehen – und jetzt ist es auch auf den Weg nach Deutschland. Mit aktuellem Android, im attraktiven Gehäuse und mit guter Ausstattung klingt das nach einem echten Kracher – das ist es aber nur, wenn es auch in der Praxis überzeugt. Unsere US-Kollegen von CNET.com hatten bereits die Möglichkeit, das zu testen.

Huawei wagt sich nun ganz eindeutig auch in das obere Marktsegment der Smartphones – und platziert das Ascend P1 preislich und technisch auf einem Niveau mit Geräten wie dem wirklich hervorragenden HTC One S. Aber ob die Chinesen da nicht etwas hochstapeln? Wir werden sehen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, dass das Gerät bereits in Deutschland verfügbar sei. Diese Information stammte aus einem Preisvergleichsdienst, ist aber nicht korrekt. Wir haben den Beitrag entsprechend korrigiert und entschuldigen uns für eventuell entstandene Unannehmlichkeiten. Das Testgerät lag unseren Kollegen von CNET.com in den USA vor.

Design

Scharfe Kanten, kräftiger Kontrast in schwarz und weiß – auf Anhieb wirkt das P1 gleichzeitig klassisch und modern, wie ein Meisterstück im Minimalismus. Die Front aus Glas spiegelt sich im Licht und zieht sich von oben bis unten über das Gerät, wo sie an den Rändern in einen Wasserfall aus Plastik übergeht. Die Rückseite ist aus ebenfalls glänzendem Kunststoff hergestellt, mit interessanten Konturen versehen, die als Blickfänger dienen und der Kamera-Linse einen aufgeräumt wirkenden Platz verpassen. Aber ja, Plastik – das Material ist Geschmackssache. Wenn wir hier die Wahl zwischen Kunststoff und dem Unibody-Alu-Gehäuse des HTC One S haben, brauchen wir nicht lange nachzudenken. Dafür ist das Gerät mit 130 Gramm natürlich angenehm leicht, aber gleichzeitig nicht so leicht, dass es billig wirkt.

Das P1 ist groß und flach. Sein zentrales Element ist der 4,3 Zoll große Bildschirm, um den herum sich nur ein dünner Rahmen zieht. Die Scheibe darüber besteht aus stabilem Gorilla-Glas, beim Display selbst handelt es sich um ein Super-AMOLED-Panel mit einer Auflösung von 960 mal 540 Pixeln – hallo, HTC One S. Die Auflösung ist in Anbetracht der Display-Diagonale nicht rekordverdächtig, aber absolut in Ordnung und auf hohem Niveau. Texte, Bilder und Videos sehen scharf aus, wenngleich das iPhone hier noch mehr Pixel pro Zoll zu bieten hat. Dafür gibt es aber kräftige Farben und einen hervorragenden Kontrast. Oberhalb des Displays befindet sich die Linse der 1,3-Megapixel-Frontkamera für Selbstporträts und Video-Telefonate. Unter der Anzeige haben drei Soft-Touch-Buttons zur Android-Bedienung ihren Platz gefunden: Menü, Home und Zurück.

Alle weiteren Elemente sind im Rahmen versteckt. SIM-Karten-Slot, micro-USB-anschluss und 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse sitzen auf der Oberseite, während die rechte Seite den Ein-Aus-Taster und den Slot für microSD-Speicherkarten verbirgt – das Ascend P1 nimmt Speicherkarten mit einer Kapazität von bis 32 GByte auf. Auf der linken Seite befindet sich lediglich der Wippschalter zur Regelung der Lautstärke. Auf der Rückseite sitzt die Linse der 8-Megapixel-Kamera samt Dual-LED-Beleuchtung für Aufnahmen im Dunkeln.

Der interne Speicher lässt sich mit Hilfe von microSD-Karten aufrüsten.
Der interne Speicher lässt sich mit Hilfe von microSD-Karten aufrüsten.

Auch wenn es sich beim Gehäuse um Plastik handelt, legt Huawei Wert darauf, dass es ein Unibody-Design ist. Das steht für Stabilität auf der einen Seite, aber auf der anderen eben auch dafür, dass es keinen abnehmbaren Akku-Deckel gibt – und damit auch keinen durch den Nutzer austauschbaren Akku. In der Praxis fehlt uns ein wenig der Grip, wenn wir das Gerät halten, da die Rückseite schon recht rutschig ist. Immerhin: Die Seiten geben Halt.

Ausstattung

Unter der Haube trägt das P1 einen Dual-Core-Prozessor mit 1,5 GHz Taktfrequenz, dazu gibt es 1,0 GByte Arbeitsspeicher. Diese Werte sorgen für ordentlich Vortrieb. Der interne Speicher hingegen ist mit 4 GByte etwas knapper bemessen, der Kauf einer Speicherkarte zur Erweiterung ist also Pflicht.

Zur Kommunikation mit der Außenwelt stehen WLAN, Bluetooth 3.0, Quad-Band-GSM und HSPA zur Verfügung; außerdem gibt es GPS zur Positionsbestimmung. Auf NFC müssen Käufer allerdings verzichten. Die üblichen Apps wie Taschenrechner, Webbrowser, Mail-Programm, E-Mail-Client und sogar eine simple Videoschnittanwendung sind vorinstalliert, dazu gibt es eine Taschenlampen-App und ein UKW-Radio. Für alles weitere gibt es den Google Play Store – der früher Android Market hieß. Auf unserem Testgerät waren die Google-Apps zwar noch nicht vorinstalliert, aber bei den Seriengeräten wird der App Store ebenso Standard sein wie Google Maps, Youtube-Player & Co.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Huawei Ascend P1 im Test: flott und attraktiv, aber mit Haken

  • Am 1. Juni 2012 um 23:46 von Sascha

    Prozessor
    Der Prozessor ist keineswegs mit dem S4 von Qualcomm zu vergleichen, der im HTC One S werkelt. Der Ti OMAP-4460 ist der gleiche wie der im Galaxy Nexus.
    Der S4 ist um einiges schneller

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