Olympus TG-1 im Test: schnelle Rambo-Kamera mit guter Bildqualität und Ausstattung

Die wasserdichte und stoßfeste Olympus TG-1 hat ein paar Features zu bieten, die den meisten Outdoor-Kameras fehlen. An erster Stelle wäre da wohl das sehr lichtstarke F2.0-Objektiv mit einem Weitwinkel von 25 Millimetern zu nennen. Aber auch das hochauflösende OLED-Display, den integrierten GPS-Empfänger und den schnellen CMOS-Sensor findet man nicht bei jedem Modell. Wie sich die überdurchschnittlich ausgestattete Rambo-Digicam in der Praxis schlägt, verrät der Testbericht.

Die meisten Outdoor-Kameras verfügen über deutlich weniger lichtstarke Objektive als die Olympus TG-1. Üblicherweise bieten die Objektive im Weitwinkel eine Lichtstärke von F3.3 bis F3.9. Gegenüber F2.0 ist das ein Unterschied von eineinhalb bis zu knapp zwei Blenden. Knapp zwei Blenden bedeutet, dass die F2.0-Optik fast viermal so viel Licht durchlässt wie eine F4.0-Linse. Damit reicht der Kamera dann wahlweise eine viermal kürzere Verschlusszeit oder eine viermal niedrigere ISO-Empfindlichkeit aus.

Vorteile ergeben sich damit insbesondere beim Fotografieren von schnell bewegten Objektiven oder beim Knipsen unter schlechten Lichtverhältnissen – etwa unter Wasser. Beides sind für Outdoorkameras, die für Actionfotos herhalten sollen, essentielle Disziplinen. Nachdem die Olympus TG-1 über einen kleinen Bildsensor verfügt, ermöglicht das große Öffnungsverhältnis leider kein kreatives Spiel mit der Schärfentiefe.

Design

Der Olympus TG-1 ist ihr robustes Gehäuse auf Anhieb anzusehen. Allerdings kommt sie nicht gar so extrem gestylt daher wie etwa die Pentax WG-2. Das Gehäuse ist mit 230 Gramm recht schwer, was die solide Konstruktion noch einmal unterstreicht. Die Knipse übersteht laut Hersteller Stürze aus einer Höhe von bis zu zwei Metern und taucht zwölf Meter tief. Außerdem ist sie bis zu zehn Grad unter Null frostsicher und übersteht Belastungen von 100 Kilogramm.

Auf der Oberseite des Gehäuses befinden sich lediglich Ein/Aus-Schalter und der Auslöser.
Auf der Oberseite des Gehäuses befinden sich lediglich Ein/Aus-Schalter und der Auslöser. Daneben bringt der Hersteller hier noch ein Stereo-Mikrofon sowie den GPS-Empfänger unter.

In unserem Test hat die Kamera drei einstündige Tauchsessions in 60 Zentimeter Wassertiefe und fünf Stürze aus knapp zwei Metern Höhe auf eine Fünf-Zentimeter-Sperrholzplatte schadlos überstanden. Allerdings bedeutet das nicht, dass man die TG-1 nach Belieben durch die Gegend werfen sollte – mit etwas Pech geben die Elektronik oder Optik auch bei geringeren als den spezifizierten Belastungen den Geist auf. Außerdem sind gewisse Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, damit die Dichtheit des Gehäuses gewährleistet ist. Wir empfehlen vor dem ersten Outdoor-Einsatz einen Blick ins Handbuch.

Dem recht großen Gehäuse sei Dank lässt sich die Kamera bequem halten, selbst mit kalten oder nassen Händen. Allerdings quetschen sich die allermeisten Bedienelemente auf der Rückseite ganz schön zusammen. Oben auf der Digicam dagegen finden lediglich Ein/Aus-Schalter und Auslöser Platz. In der Praxis haben wir aber nur etwas Probleme mit der Nach-oben-Taste des Vier-Wege-Pads – im Großen und Ganzen überzeugt die Bedienung.

Allerdings gibt es noch ein paar weitere lästige Punkte beim Design, die zusammengenommen durchaus für Unmut sorgen. So befindet sich das an sich gute Stereo-Mikrofon auf der linken Oberseite des Gehäuses. Hier fällt es nur allzu leicht, es mit einem Finger abzudecken, wenn man die Kamera in den Händen hält. Immerhin gibt es dahinter noch etwas Platz, und links neben dem rückseitigen 3,0-Zoll-OLED-Display bleibt ebenfalls noch etwas Raum – eine auswegslose Situation ist das also nicht.

Die Bedienelemente auf der Rückseite der TG-1 sind recht eng zusammengepfercht.
Die Bedienelemente auf der Rückseite der TG-1 sind recht eng zusammengepfercht.

Der Stromspeicher lässt sich über den USB-Port der Kamera mit Energie betanken. Während die meisten Hersteller inzwischen auf Mini- oder Micro-USB vertrauen, setzt Olympus leider nach wie vor auf einen proprietären Anschluss. Damit ist es leider beim Kumpel nicht mal eben möglich, die Digicam zu laden, wenn die Strippe zu Hause liegt.

Die Bedienoberfläche der Kamera schließlich ist zwar gelungen, doch die GPS-Einstellung ist leider tief in den Menüs vergraben. Nachdem die Kamera ihre aktuelle Position auch weiter verfolgt, nachdem sie abgeschaltet wurde, zehrt dieses Feature deutlich am Akku. Da wäre es praktischer gewesen, wenn sich die Ortungsfunktion einfacher aktivieren und deaktivieren ließe – starker Akku hin oder her.

Wer mit diesen kleinen Einschränkungen leben kann, dürfte am Design und an der Bedienung der TG-1 nichts auszusetzen haben. Das 3,0 Zoll große OLED-Display auf der Rückseite ist erfreulich hell und mit 640 mal 480 Pixeln (610.000 Subpixeln in PenTile-Matrix) ordentlich scharf.

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu Olympus TG-1 im Test: schnelle Rambo-Kamera mit guter Bildqualität und Ausstattung

  • Am 10. Juli 2012 um 00:47 von Philipp B.

    Olympus TG-1
    Hallo,

    ich bin zur Zeit auf der Suche nach einer Outdoorkamera, welche eine gute Bildqualität hat und diese nicht zu Gunsten der Outdoorfeatures einbüsst. Der von Ihnen verfasste Bericht verleitet mich zum Kauf der TG-1, denn ich habe mir vor einigen Tagen eine Pentax Optio WG-2 GPS gekauft und bin mit deren Bildqualität nicht sonderlich zufrieden.

    Nun stellt sich mir die Frage, ob die TG-1 hinsichtlich der Bildqualität besser ist, denn die WG-2 macht leider nicht beständig gute Fotos und wenn dann auch nur mit mittelmäßiger Qualität. Zudem ist die Geschwindigkeit der WG-2 zu bemängeln.

    Meine Frage an die Redaktion, lohnt sich ein Kauf der TG-1 oder ist die Bildqualität nicht unwesentlich besser?

    Grüße

    Philipp

  • Am 14. Juli 2012 um 17:53 von Michael Stubbings

    tg1 Film-Geräusche
    Hallo!
    Ich habe mir die TG1 gekauft und finde die Fotoquali sehr gut.
    Was mich allerdings total stört ist die Geräuschentwicklung beim Filmen. Der Zoom ist unglaublich laut zu hören, ok auf den könnte man noch verzichten…aber der Autofokus ist schon so laut mit einem fast ununterbrochen hörbaren Tickern wie bei einer Uhr. Kann ich da was machen (ausser den Ton deaktivieren?)
    Oder ist bei mir gar etwas kaputt?
    Danke für die Auskunft!
    lg,
    Michael

  • Am 19. Juli 2012 um 09:33 von Michael Stubbings

    tg1 Filmgeräusche
    Antwort ist zwar keine gekommen, aber inzwischen ist klar…die Kamera war nagelneu und trotzdem kaputt!
    Bei der neuen ist alles soweit ruhig…
    mfG
    Michael Stubbings

  • Am 30. Juli 2012 um 02:34 von Philipp

    Olympus TG-1
    Hallo,

    erst einmal danke für die Antwort auf meine erste Frage. Ich habe die WG-2 gegen die TG-1 umgetauscht und bin zumindest was die Bildqulität und die Auslösezeit zufriedener. Einzig und allein der Videomodus macht Probleme. Nun würde ich gerne wissen, ob bei Ihrem Testgerät Geräusche auf den Videos zu hören waren?

    Ich habe bereits eine TG-1 zurückgehen lassen, da auf den Videos ein Klackern zu hören ist. Nun höre ich bei der Jetztigen ein Dschungelgeräusch, obwohl es bei der Aufnahme komplett still war.

    Grüße

    Philipp

  • Am 5. September 2012 um 22:22 von Benni

    Bildqualität und Haltbarkeit im Vergleich
    Hallo,

    ich interessiere mich derzeit für zwei Kameras. Die FT 4 oder die TG-1. Vorher war ich ganz klar ein Fan der FT 4. Habe eine FT 2 besessen und war bis zum Wasserschaden beim Schnorcheln voll und ganz zufrieden. Jetzt haben mich bei Amazon die vermehrt kritischen Äußerungen schockiert, in denen geschrieben wurde, dass die Kamera bereits sehr früh den Geist auf gibt. Häufig traten Undichtigkeiten auf. Was würden sie in Punkto Robustheit sagen? Welche der beiden Modelle neigt wohl eher zu spontanen Totalausfällen.

    Die zweite Frage wäre ganz einfach. Bei welche Kamera ist die Bildqualität überzeugender. Dabei meine ich vorallem bei gutem Licht? (Bei schlechtem sollte ja die TG 1 aufgrund des lichtstärken Objektives punkten)

    • Am 20. September 2012 um 21:00 von Ralf

      AW: Bildqualität und Haltbarkeit im Vergleich
      Auch ich suche eine geeignete Outdoorkamera, doch leider findet man kaum Infos, da diese Kameras nicht so verbreitet sind.
      Die Test von denen man liest sind auch total unterschiedlich.
      Bissher wollte ich mir die Nikon Coolpix AW100 zulegen.
      Dann sagte man mir, die Canon Powershit D20 sei die Beste und nun lese ich das hier und bin noch mehr verwirrt.

      Ich möchte die Kamera vorüberwiegende im Wasser einsezten… könnten sie mir einen Tipp geben, welche nun die geeigneste ist?

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