LG Optimus Vu im Vorab-Test: 5-Zoll-Smartphone mit prallem Bildschirm und altem Android

Beim ersten Blick auf das LG Optimus Vu dürfte den meisten potenziellen Käufern erst einmal die Kinnlade herunterklappen. Und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Denn der 5-Zoll-Bolide ist nicht nur riesig, sondern kommt auch noch mit dem außergewöhnlichen 4:3-Seitenverhältnis daher. Auf die Frage, ob noch Smartphone oder schon Tablet, antwortet LG übrigens mit „Phablet“ – halb Phone, halb Tablet. Unsere Kollegen von CNET.com hatten bereits die Gelegenheit, ein US-Modell ausführlich auszuprobieren.

Die schlechte (oder gute, je nach Geschmack) Nachricht zu erst: Das LG Optimus Vu ist derzeit noch nicht auf dem deutschen Markt erhältlich, sondern bislang nur in Korea im Handel. Allerdings soll es der Smartphone-Tablet-Hybrid auch in die hiesigen Regale schaffen. Ein Termin steht zwar noch nicht fest, doch die ersten Online-Shops bieten bereits die Möglichkeit zur Vorbestellung an.

Design

Mit Abmessungen von 14,0 mal 9,0 Zentimetern ist das LG Optimus Vu für ein Smartphone ziemlich riesig und überragt das mächtige Samsung Galaxy S3 in der Höhe um rund einen halben, in der Breite sogar um zwei ganze Zentimeter. Die Gehäusedicke ist mit 8,5 Millimetern aber auf einem erfreulich geringen Niveau – und sogar noch einen Hauch unterhalb des Galaxy S3. Angesichts der Größe wirkt das Optimus Vu mit einem Gewicht von 168 Gramm erstaunlich leicht. Es liegt gut in der Hand, lässt sich aber einhändig kaum mehr bedienen. Das einhändige Wählen einer Telefonnummer beispielsweise ist nur noch mit sehr langen Daumen möglich. Im Test ist uns das Optimus Vu beim Versuch, mit einer Hand einen Anruf zu starten, mehrmals aus der Hand geglitten. Auch mit der Hosentasche ist das so eine Sache: Zwar passt das Optimus Vu noch so gerade in etwas geräumigere Hosen, bequem ist aber etwas anderes. Zumal wir bei jedem Hinsetzen panische Angst haben, das „Phablet“ zu beschädigen.

Links am Rand auf der Oberseite befindet sich eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse. Daneben sitzt eine Taste namens QuickClip, die eine Notizfunktion aufruft – aber dazu später mehr. Weiter rechts folgen schließlich der Micro-USB-Anschluss, den ein Schiebetürchen vor Verschmutzung schützt, der Ein/Aus-Schalter und schließlich noch die integrierte Antenne, die sich aus dem Smartphone-Tablet herausziehen lässt. Wozu diese dient, erklären wir später ebenfalls im Detail. An der rechten Gehäuseseite befindet sich schließlich noch eine Wippe für die Lautstärkeregelung.

Die Rückseite des Optimus Vu sieht auf den ersten Blick nach Leder aus, besteht aber aus Plastik. Die Materialwahl trägt hier sicherlich zu dem geringen Gewicht bei, verleiht dem Gerät aber auch eine recht billige Haptik. Das LG fühlt sich definitiv nicht so wertig an wie das Samsung Galaxy Note. Links oben auf der Rückseite befindet sich die Linse der 8-Megapixel-Kamera, der bei schwierigen Lichtverhältnissen ein LED-Blitz zur Seite steht. Rechts an der Seite sitzt unter einer Abdeckung der Mini-SIM-Kartenslot, ganz unten links befinden sich zwei Schlitze, hinter denen sich der Lautsprecher verbirgt. Im Gegensatz zu den meisten Smartphones gibt es beim Optimus Vu keinen Schlitz zum Einhaken mit dem Finger, um die Rückschale abzuhebeln. Stattdessen sichert der Hersteller diese mit zwei Schräubchen auf der Unterseite.

Auf diesem Foto sind die Linse der 8-Megapixel-Kamera und die texturierte Rückseite des Optimus Vu zu sehen.
Auf diesem Foto sind die Linse der 8-Megapixel-Kamera und die texturierte Rückseite des Optimus Vu zu sehen.

Das Optimus Vu verfügt über ein 5,0 Zoll großes IPS-LCD-Display mit einer Auflösung von 1024 mal 768 Pixeln. Die Anzeige ist zwar nicht ganz so eindrucksvoll wie die des Bruders Optimus 4X HD, aber immer noch sehr ordentlich. Die Menü-Icons sehen scharf aus, Fotos werden lebendig und satt dargestellt. Einige der mitgelieferten Standard-Hintergründe wirken aber etwas schlierig. Dank einer Helligkeit von 650 Nit wirken Videos ebenfalls sehr lebendig. Die Blickwinkel sind sehr hoch, selbst im sonnigen Außeneinsatz. Das dürfte dem Einsatz der IPS-Technik zu verdanken sein.

Das Seltsame an dem Display ist allerdings das Bildseitenverhältnis von 4:3. LG zufolge entspricht es dem geläufigsten Format für gedruckte Materialien und soll somit das Surfen im Internet komfortabler machen. Das können wir auch so bestätigen. Andere Inhalte, insbesondere Third-Party-Apps passt das Smartphones an das Seitenverhältnis an. Das funktioniert mal besser – beispielsweise bei Temple Run – und mal weniger gut. YouTube-Videos beispielsweise streckt das Gerät aufs Vollbild und verpasst Personen in den Filmchen Giraffenhälse. Es gibt zwar noch die Option, das Seitenverhältnis des Clips beizubehalten, doch dann ist dieser von einem dicken schwarzen Rahmen eingefasst. Wenn eine App mit dem Display nicht zurechtkommt, hilft im Zweifelsfall ein langer Druck auf die Home-Taste, welcher die Darstellung der App anpasst.

Oldschool: Das Optimus Vu verfügt über vier Soft-Touch-Tasten für Menü, Home, Zurück und Suchen.
Oldschool: Das Optimus Vu verfügt über vier Soft-Touch-Tasten für Menü, Home, Zurück und Suchen.

Links oberhalb des Displays befinden sich die Linse der 1,3-Megapixel-Kamera für Videotelefonate und ein Näherungssensor. Unterhalb der Anzeige bringt LG die vier für alte Android-Versionen typischen Funktionstasten für Menü, Home, Zurück und Suchen unter. Sie sind bei Benutzung von hinten beleuchtet.

Im Lieferumfang mit dem Optimus Vu befindet sich ein Stylus, den LG mit dem putzigen Namen Rubberdium gestraft hat. Der Stylus fühlt sich erfreulicherweise so solide wie ein „echter“ Stift und nicht zu plastikartig an. Leider gibt es jedoch keinen Einschub im Gehäuse des Smartphones.

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